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Friedliches Krieg spielen

von Sabine Przewolka

 

Wie es uns doch gut geht! Tiefen Dank senden die 30 Teilnehmer beim Clout-Turnier am 1. Oktober 2017 auf den Wiesen und Weiden der Familie Buchholz mit jedem ihrer Pfeile gen diesen malerisch blauen Himmel. Moderator Armin Meier-Kühn erinnert daran, dass das Clout-Bogenschießen aus Zeiten stammt, in denen sich Heerscharen kriegerisch gegenüber standen.  Tagelang harrten die Bogenschützen in diesen Zeiten im strömenden Regen ohne Hosen aus. In ihren Leibern steckte die Durchfall-Epidemie und in den Köpfen furchtbare Verzweiflung. Wie schön, dass dieser Krieg mit Pfeil und Bogen in heutigen Zeiten nur gespielt wird. Wir stellen uns das Heer nur vor und lassen die Pfeile über riesige Distanzen von über 200 Meter fliegen – und kein Tropfen Blut fließt, nur vielleicht eine Freudenträne, wenn tatsächlich mal ein Pfeil in diesem verfluchten  “Clout“ landet, fünf Meter rund um diese frech im Wind flatternden Fahne.   Heute sind Pfeile keine Geschoße, sondern Wünsche, meinte eine Nonne mal bei einem Workshop in einem Kloster zu Armin Müller-Stahl: Frieden für sich selbst und die ganze Welt. Das Anspannen und Entspannen beim Bogenschießen sei „ganz großer Kosmos.“ Seine lebensklugen Sätze machen die Mystik bei dieser urwüchsigen Art des Bogenschießens aus – und natürlich auch die wunderbare Schwarzwald-Landschaft der Familie Buchholz in 77796 Mühlenbach .  Die Gewinner: In der Klasse der unter 16 jährigen Tyrak Armbruster, Heavy Bow  Karlheinz Köhler, Light Bow Gerhard Maier. Sabine Przewolka

 

 

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Knifflig - witzig - eigensinnig

Von Sabine Przewolka

 

Die Schwarzwälder gelten als eigensinnig und deshalb wundert es auch nicht, warum einmal im Jahr  Bogensportler nahe Donaueschingen zum sogenannten „Schoki-Turnier“ zusammen kommen. Torsten Karsch kam vor sieben Jahren auf diese ungewöhnliche Idee und zu ihm gesellten sich später Andreas Brack und Yvonne Sauter. Dieses Trio sorgt auf dem Parcours von Roland Volk mit einer jagdlichen Wertung (nur kills zählen), kniffligen Abschußplätzen und witzigen Sonderprüfungen immer für ein besonderes Vergnügen für die diesmal 34 traditionellen Schützen. „Da müssen über Nacht Bäume gewachsen sein“, dachten sich nicht wenige am pinken Pflock, der eigens für das Schokiturnier eingeschlagen wurde. Das Schokiturnier fordert  bei den Teilnehmern besondere Talente heraus, ja teils sogar sportliche Verbiegungen zum Beispiel bei den Ratten  heraus, um die Pfeile wirklich ins kill zu kriegen. Aber genau das macht den Charme des Turniers aus – einfach alles ein bisschen anders!  Dazu kamen noch die Sonder-Ziele am Ende des Parcours, für die sich die Organisatoren immer etwas einfallen lassen. Zum Beispiel ein Klapp-Brett, um in drei Sekunden auf einen Hirsch zu schießen oder ein extremer Bergab-Schuss von Strohballen auf ein Erdmännchen. Am Ende durfte auch die Luftballon-Tombola nicht fehlen, wo die Teilnehmer Tüten mit praktischen Utensilien ergatterten. Ein spektakulären Schuss auf eine Euro-Münze gelang Bernd Schäfer. Die ersten Plätze gingen  an  Florian Volk, der den Wanderpokal für ein Jahr mit nach Hause nehmen darf und an Sonja Messerschmidt, bei den Jugendlichen an Nicole und ihr Bruder Daniel Eisele.

Sabine Przewolka

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 Himmlische Pfeile

Von Sabine Przewolka

Nach dem Platzregen umspannt ein malerischer Bogen aus allen Farben  den Himmel wie ein göttliches Zeichen. Wie eine Sehne zeichnet sich dazu der Horizont in dieser majestätischen Landschaft mitten im Schwarzwald bei  Mühlenbach ab. Nein, der Herrgott kann ganz und gar nicht böse sein über diese vielen Pfeile, die hier gerade zu ihm in den Himmel fliegen. Die Familie Paul und Elke Buchholz nutzt den Zauber der Wiesen und Wälder ihres Jungbauernhofs  und veranstaltet an diesem 2. Oktober wieder ein Clout-Turnier. Wie aus einer anderen Welt scheint die Stimme von Moderator Armin Meier-Kühn zu stammen, der das Turnier mit seinen tiefgründigen Sätzen und Zitaten aus mittelalterlichen Gedichten und passender Literatur begleitet. Und so erleben die 20 Teilnehmer einen Tag voller Höhen und Tiefen und dass ein Treffer auch möglich sein kann, ohne das Ziel hinter einem Hügel versteckt zu sehen. „Macht euch keine Sorgen“ beruhigt Armin Meier-Kühn die Teilnehmer schon zu Anfang und so gelangen die Menschen wieder an ihre ungeahnten Kräfte, indem sie ihren Pfeilen ganz lange beim Flug in den Himmel nachschauen und für wenigstens einen kurzen Moment glauben, dass sie im Clout landen, dort wie eine Flagge steht.  Aber in diesen großen Weiten bis zu 165 Metern wirken sich kleinste Fehler am Ende meterweit  aus. Noch schwieriger gestalten sich Ziele in der Distanz um 50 Meter, die mit Schüssen in den Himmel getroffen werden müssen. .. Aber beim Cloutschießen geht es gar nicht so sehr ums Treffen – die besten Schützen hießen Dirk Armbruster und Stephanie Schwab,. Es ist nur ein wunderbares Mittel,  sein Ziel mit Kraft und Gelassenheit zu erreichen und  schärft den Blick für das Wesentliche – für diese göttliche Natur. 

 

 

 

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Bogensportler herausgefordert

 

Von Sabine Przewolka

44 Teilnehmer kamen zum „Schoki“-Turnier am Sonntag, 25. Oktober, nach Donaueschingen-Aufen, um großen Spaß beim Bogenschießen in goldenen Herbstfarben des Waldes zu genießen. Torsten Karsch, Andreas Brack und Yvonne Sauter trommeln zu dieser Gaudi die Bogensportler aus der Region zusammen – und in diesem Jahr kamen nur „Traditionelle“ -  also alles Leute mit Bögen ohne jegliche technische Hilfsmittel  - auf den Gamshorn-Trial von Roland Volk. Er stellt zum „Schoki-Turnier“ seinen 3-D-Parcours zur Verfügung und das Organisations-Team überlegte  sich zusätzlich noch knifflige Sonderprüfungen, um auch die erfolgsgewöhnten Bogensportler ein bisschen ins Schleudern zu bringen. Zum Beispiel mit einer jagdlichen Wertung auf einem sowieso  recht anspruchsvollen 3-D-Parcours. Jagdlich heißt, dass nur „kills“ gewertet werden, also nur der kleine Bereich rund ums Herz der Plastik-Tiere, Körpertreffer führen zu Minus-Punkten, weil sie in der Realität das Tier nur verwunden würden und ihm somit Qualen zufügen. So gab es im Wald dann auch die für Bogensportler ungewöhnlichen Freuden-Schreie „Juchu, ich habe daneben geschossen!“ zu hören. Denn der Pfeil neben das Tier zählte nur 0 Punkte - gab aber keinen Abzug.

Am Ende der Sonderprüfung zeigte sich auch, wer die Nerven vor einer großen Menschenmenge behält und einen Luftballon trifft. Darin waren die Preise für eine Tombola versteckt, als Hauptpreis ein hochwertiges Schweizer-Messer mit vielen Funktionen. Allesamt nette Ideen, um Bogensportler herauszufordern. Parcours und Sonderprüfung zusammengerechnet ergaben als Sieger bei den Herren Rudi Futter knapp vor Bernd Dürl, der den Wanderpokal aus dem Vorjahr an ihn abgegeben musste. Platz 1 bei den Damen belegte das dritte Mal in Folge seit Bestehen des Schoki-Turniers Sabine Przewolka. Bei den Mädchen gewann Nicole Eisele, die dem Schoki-Turnier durch ihren Weltmeister-Titel ein internationales Flair verlieh. Und bei den Jungs Felix Viergutz.  Natürlich wurden alle Preisträger  dem Namen des Turniers entsprechend mit feinster Schweizer Schokolade belohnt. Fotogalerie s auf Text/ Foto: Sabine Przewolka

 

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Winterspaß mit Pfeil und Bogen 

Aus vollen Kehlen sangen alle Horst „Hotte“ Mager ein Ständchen zum Geburtstag, der haargenau auf das  letzten Turnier beim Schwarzwälder Wintercup 2015 in Dornhan fiel. Aus gutem Grund: Denn der begeisterte Traditionelle Bogenschütze kam vor fünf Jahren auf die Idee: „Wir müssen was  im Winter machen!“ Und jetzt stellte sich mit 200 Anmeldungen ein  Rekord-Teilnehmerfeld ein. Drei Turniere an drei verschiedenen Orten mit drei verschiedenen Veranstaltern (Bogenclub Villingen-Schwenningen, Roland Volk „Der Waldläufer“ in Donaueschingen-Aufen und der Schützenverein Dornhan) ergibt zusammengezählt nachher die Siegerliste. Auch schwächere Schützen bekommen so eine Chance auf einen der vordersten Plätze, wenn die Guten zum Beispiel ein Turnier nicht mitschießen. Das macht den Reiz des Wintercups aus, natürlich auch die verschneiten Winterwälder, durch die es dabei stundenlang geht. Kein Mensch käme sonst auf die Idee, bis zu sechs Stunden durch hohen Schnee im Wald zu stolpern. Und in diesem Jahr machte der Wintercup zumindest bei den ersten beiden Turnieren seinem Namen mit viel Schnee alle Ehre.

Der Startschuss zum Wintercup fiel im Januar auf dem Parcours beim Bogenclub Villingen-Schwenningen. Der besungene Hotte Mager und Ralf Spikenbaum stellten den Bogenfans hier in dem ehemaligen Militärgelände bei VS-Pfaffenweiler wirklich knackige Aufgaben mit großen Distanzen, steilen Bergauf- und Bergabschüssen. Und dann nahmen sie den Schützen noch den festen Boden unter den Füßen weg, hingen ein paar Stangen an vier Ketten und so schaukelten sich die Schützen vor dem Ziel mit mehreren Spinnen in einem Netz erst ein.  Der Jux-Faktor fehlte im Februar aber auch nicht in Donaueschingen-Aufen bei  Roland Volk. Hier sauste eine Wildsau an einem kleinen Schussfenster vorbei – chancenlos für System- oder Visier-Schützen! Roland Volk prüfte die Teilnehmer wegen der recht hohen Schneelage weniger in Distanzen, als durch knifflige, weil schräge Abschussplätze oder durch Baum-Silhouetten durch. Im März ging es dann noch zum Schützenverein nach Dornhan und Ralf Hatt baute mit seinen Helfern zwar gegenüber dem Vorjahr keinen neuen Parcours, dafür ging es vor allem um das eine: Einfach Freunde am Bogenschießen in schöner Natur. Zum Beispiel am Vorbeischießen beim 70-Meter-Hirsch mitten in einer Wiese mit schräg gepflügtem Acker davor...

Bei der Siegerehrung nahmen die Bestplazierten wieder einen Schinken als Trophäe mit nach Hause und Jürgen Löchelt bekam ein Sonderlob für seine schnelle Auswertung der Ergebnisse und routinierte Organisation bei allen drei Veranstaltungen. Es gibt zwar keine Garantie für Schnee. Aber trotzdem eine: Auch im nächsten Jahr gibt es wieder einen Schwarzwälder Wintercup! Ausschreibung und Ergebnislisten unter der Homepage www.bcvs.de. (prz) 

  

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Startgeld gute Laune

 

Die pure Freude am Bogensport steht beim Schoki-Turnier im Vordergrund, das Torsten Karsch zusammen mit Andreas Brack und Yvonne Sauter am Sonntag, 26. Oktober,  in Donaueschingen-Aufen nun schon zum fünften Male organisierte. Ihn freut nämlich immer ganz besonders, dass so viele Kinder und Jugendliche mitmachen. Er  will ganz bewusst mit diesem Jux-Turnier nämlich weg von diesem leistungsorientierten Denken, wieder daran erinnern, dass Bogensport in allererster Linie Freude macht, auch wenn der Pfeil mal daneben geht. Als Startgeld verlangt er deshalb nur "gute Laune". Im ersten Jahr kamen vier Teilnehmer – jetzt über 50. Ein Beweis dafür, dass sich dieser ganz besondere Faktor bei den Bogensportlern aus der Region schon herumgesprochen hat.  Um allen Teilnehmern – egal ob Feierabend-Schütze oder Turniersportler - die gleiche Chance zu geben, baute Torsten Karsch spezielle Glücks-Schüsse ein, die die gewohnte Siegerliste ganz schön durcheinander bringen sollten – aber es nicht taten.

 

Wie im Vorjahr belegte Bernd Dürl bei den Herren (er nahm den wunderschönen Wanderpokal mit nach Hause) und Sabine Przewolka bei den Damen den 1. Platz, bei den Jungs in diesem Jahr Leander Balzer und bei den Mädchen Noemi Münch. Alle Plazierten bekamen natürlich gute Schweizer Schokolade als Preis. Auf dem Bogen-Parcours "Gamshorn Trail" von Roland Volk warteten am Einschießplatz Sonderprüfungen auf die Teilnehmer. Ganz schön knifflig auf einer Balancier-Kugel einen gezielten Treffer in 30 Meter Entfernung auf ein kleines Plastik-Wildschwein zu landen! Oder durch aufgehängte Papp-Röhren ins Ziel zu treffen. Alle Bogen-Spiele gingen nach dem Schoki-Turnier als Spende an die AG Bogenschießen in den Zinzendorfschulen Königsfeld. Ansonsten stand wirklich die Freude am Bogensport im Vordergrund, die Gespräche mit Gleichgesinnten und schöne Schüsse in einem Herbstsonne-durchfluteten Wald. Ein Teilnehmer meinte als Fazit: Sieben Stunden draußen im Wald mit Pfeil und Bogen – so etwas macht man gerne nur beim Schokiturnier!  Das Organisationsteam überlegt sich jetzt, ob auch der letzte Platz mit einem besonderen Preis belegt wird, um den Spaßfaktor einfach noch mal zu unterstreichen....

 

     

Die letzten Abenteuer

 

Kleinvieh macht auch Mist könnte als Titel über den 3-D-Turnier der Schützengemeinschaft Betra-Isenburg am Sonntag, 5. Oktober stehen und nicht „Zur wilden Sau“. Der Frühnebel verflog bis zum Mittag und sorgte immer wieder für eine sonnendurchflutete einzigartige Herbststimmung in diesem herrlichen Wald, in dem tatsächlich Wildschweine leben. Organisator Kurt Quiskamp und sein kleines Team tröstete anfangs vor allem die jungen Bogenschützen, dass es in diesem Jahr wegen Helfer-Mangel mal nicht die sensationellen Schüsse auf Spongebob und den großen Karpfen im Wasser gebe. Dafür aber wieder im nächstes Jahr! Und so prüften die Parcours-Aufsteller die insgesamt 125 Starter vor allem durch recht kleine Ziele wie Eulchen, Häslein, Biber, Ratten und so fort.

 

Damit nicht genug: Die Pflöcke standen recht knifflig nicht frontal, sondern ein bisschen um die Ecke herum. Oder ganz gemein folgte nach einem steilen Aufstieg, der sich teils nur mit einer Leiter bewerkstelligen ließ, ein Schuss auf zwei Raben.  Öfter verwirrte der Geist auch eine Gruppe von Tieren, wie die hübschen Fellfüchse. Wer da zauderte den rechten, linken oder den in der Mitte zu nehmen, semmelte auch gerne daneben... 72 der in Betra auch wieder einzigartigen handgefertigten Auerhahn-Pokale nahmen nachher die besten Schützen mit nach Hause. Da zeigte sich, dass Männer in Röcken trotzdem irgendwie die Hosen anhaben: Oliver Slazak schlenderte im Schotten-Killt ganz gechillt händchenhaltend mit seiner Freundin durch den Wald und siegte bei den Langbogen. Noch ein  Highlight in Betra: Einem aus einem alten Wandschrank gefertigter Donnerbalken. „Geht’s da nach Narmia?“ postete ein Facebook-User. Das sind wirklich die letzten Abenteuer für uns in der Zivilation lebenden Bogensportler! Alle Ergebnisse und Fotos unter www.sg-isenburg-betra.

 Text und Fotos: Sabine Przewolka  

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Grüne Hölle Mühlen

Von Sabine Przewolka

 

 Er führt ein bisschen ein verstecktes Dornröschen-Dasein, der 3-D-Parcours der Schützengemeinschaft Horb-Mühlen. In dieser wildromantischen Schlucht mit viel Bewuchs ahnt kaum jemand einen Parcours auf Meisterschafts-Niveau. Nur einmal im Jahr dürfen dort auch Gäste ein Turnier schießen, das Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften so beschreiben: „Ich bin hier im Training“. Und so gibt es für Freunde des 3-D-Bogenschießens  gleich zwei unvergessliche Erlebnisse: Top-Sportler und supersteile und deshalb sehr anspruchsvolle Hoch- und Tiefschüsse. Mit anderen Worten ein Turnier auf Meisterschaftsniveau! Und jede/r darf mitmachen! Dreimal organisierte die SG Mühlen bereits einen Deutschen Meisterschafts-Lauf seit der Vereinsgründung im Jahr 1977, nächstes Jahr den vierten. Vorsitzender Lothar Götz und sein Verein wollen trotzdem jedem Menschen die Türe offen halten, der sich fürs Bogenschießen interessiert. In der SG finden sich einträchtig Freizeit-Schützen im Beisein mit Leistungssportlern, die Meistertitel holen. Und so fielen auch die Worte eines Vereinsmitgliedes aus, der eine Gruppe Turnierteilnehmer in den Wald geleitete: „Habt einfach Spaß, ich schieße seit 32 Jahren und das ist doch das Wichtigste!“ Ohne Frage! Und da kamen die Bogenschützen gleich welchen Alters in Mühlen voll auf ihre Kosten. Die Distanzen ließen sich oft nur sehr schwer abschätzen, weil sie entweder tief im Tal oder oben auf dem Berg standen. Und dann wechselte sich das wieder mit ganz kleinen Zielen ab, um zu testen, wie schnell von weit auf kurz geswicht werden kann. Oder die Tiere wie der Wisent auf einem Feldweg wirkten groß, standen aber doch eine ganze Ecke weg. Die Mühlener testeten ihre Teilnehmer so wirklich auf Herz und Nieren. Zum Glück gab’s Dopingstände, weil das Bergauf- und Bergab-Gehechele doch echt schwere Beine machte... Mehr auf der Homepage www.horb-muehlen.de.      

 

Aufrecht ins Glück? Ein Gedankenspiel zur wichtigen Schulter-Anspannung in vielen Sportarten wie Reiten und Bogenschießen. Bild: Astrid Höfler

Aufrecht ins Glück?

Von Sabine Przewolka

 

Für die meisten gilt Glück als das wichtigste Ziel im Leben. Für die einen liegt es auf dem Rücken der Pferde. Für die anderen mitten im Kill. Für wieder andere... Jeder Mensch beantwortet sich diese ganz zentrale Frage anders. Und doch gibt dabei vielleicht etwas Grundlegendes, das allen Antworten auf diese Lebensfrage gemein ist – eine gute Körperhaltung oder anders ausgedrückt „Rückgrat!“ Hier nun ein Gedankenspiel, das diese Frage nach dem Glück ein bisschen mehr beleuchtet. Und warum es sich lohnt, vielleicht schon bei Kindern auf diese gute Körperhaltung zu achten. Bogenschießen eignet sich dafür genauso hervorragend, wie reiten, turnen, tanzen, und, und, und.

Eigentlich suchte ich schon lange nach einer anderen Sportart, die mein Reiten auf hohem Niveau ausgleicht im Sinne von ergänzt. Aber es fand sich keine, für die ich mich so richtig begeistert hätte. Dann fing der Rest meiner Familie mit dem Bogenschießen an, schließlich befiel auch mich dieser „Virus“  und siehe da: Genau diese Rücken-Spannung ließ sich hervorragend auf dem Pferd einsetzen, um noch einen Schritt weiter zu kommen. Denn auch auf dem Pferd – wie auch beim Bogenschießen, beim Turnen oder Tanzen  - wirkt sich ein stabiler Oberkörper entscheidend auf den Erfolg aus. Wie lässt sich der stabile, aber ja nicht starre oder gar steife Oberkörper erreichen?

 Denn über die oft zitierte „Schulter-Spannung“ beim Bogenschießen gibt es auch verschiedene und widersprüchliche Ansichten. Ein langjähriger Fita-Schütze bekannte: „Ich habe sie ehrlich gesagt das erste Mal bewusst nach 20 Jahren wahrgenommen.“ Denn eigentlich betrifft es nicht nur die Schulter-Muskeln, sondern den ganzen Rücken bis zur Hüfte, die dann aktiviert werden. Der Buchstabe „T“ drückt dies hervorragend aus und beschreibt eigentlich präzise, was dann im ganzen Oberkörper passiert. Bogenarm und der andere Oberarm bilden eine horizontale gerade Linie und die Wirbelsäule die vertikale – zusammen also ein T. Und jeder Bogenschütze erkennt sofort den Ausbildungsstand des Schützen, wenn sich dieses „T“ exakt bildet - oder eben nicht. Bestätigen Ausnahmen diese Regel?  Oder zeichnen sich Top-Schützen nicht immer durch ein akurates „T“ beim Schießen aus? Die Schulterblätter bewegen sich aufeinander zu, verharren ganz kurz in einer ziemlich energiesparenden Art, stabilisiert durch die harten Knochen. Und der Schütze holt mit seinem Körper in diesem Moment alle Leistung aus seinem Bogen heraus. Er befindet sich im absoluten Voll-Auszug.

An den Zinzendorfschulen in Königsfeld leite ich die AG Instinktives Bogenschießen mit bis zu 25 Teilnehmern und mache immer wieder eine interessante Entdeckung. Kinder und Jugendliche brauchen eine etwa viertelstündige Einweisung und dann geht es sofort über in die Praxis. Hier hören mir die Schüler aber kaum noch zu. Sie wollen nur noch den ersten Pfeil fliegen lassen! Schon nach etwa 20 Minuten entwickeln diese jungen Menschen, die ja noch viel mehr im Bauch leben als wir Erwachsenen, diese Rücken-Spannung wie von selbst. Ihr Unterbewusstsein korrigiert die Körperhaltung wie automatisch, um immer besser zu treffen. Ein noch größerer Aha-Effekt tritt ein wenig später ein. Die Anfänger treffen nämlich kaum die in fünf Metern Entfernung stehende Zielscheibe. Dann stelle ich Plastik-Wildschwein „Erna“ auf ein Rollbrett und ziehe mit einer Leine dieses bewegliche Ziel vor den Kindern her – ein ungleich viel schwierigere Aufgabe! Sobald aber das Denken aufhört, treffen die Kids! Diese erstaunten Blicke! Und dazu mein Standardsatz: „Seht ihr, das ist instinktives Bogenschießen, wenn ihr nichts dabei denkt, dann trefft ihr!“ Zu einer exakten Körperhaltung, die sich meiner Erfahrung nach instinktiv von selbst durch Versuch und Irrtum einstellt, muss die Konzentration - quasi das Jagdfieber - auch noch dazu kommen, dann erst passt es.  In der Bogen-AG kommt es mir vor allem darauf an, dass der Schuß einen schönen „Flow“ hat, dass es leicht und nicht verkrampft aussieht und dann stellt sich der Erfolg – ein Treffer - schon von selbst ein.      

Die gleiche Entdeckung machte ich auch beim Reiten. Meine Babys lagen gleich nach der Geburt auf dem Pferderücken, natürlich festgehalten durch Mutters Hände und  lächelten beseelt. Schließlich kannten sie die Geräusche und die Bewegungen, weil ich bis zur ersten Wehe mit ihnen zusammen im Sattel saß. Wenn die Babys mit etwa einem Jahr sitzen konnten, dann kamen sie natürlich sofort in den Sattel. Anfangs wackelten sie bedenklich hin und her, weil sie die Bewegungen rechts links, nach oben und unten gar nicht in ihren Körper aufnehmen konnten. Dann aber stellte sich innerhalb weniger Minuten wie bei den Bogen-AG-Kindern schnell eine aufrechte Oberkörper-Position ein und es kehrte augenblicklich Ruhe ein. Sie stabilisierten ihre Seiten völlig unterbewusst und so sitzt das Baby schön aufrecht wieder bequem, ohne dass der Kopf ständig vor und zurück wippt.  Auch beim exakten Reiten wie auch beim Bogenschießen gibt es keine Kompromisse. Reiter ohne stabilen Oberkörper (auch im „T“) kommen niemals in die höchste Klasse, weil sie viel zu ungenaue Befehle  aussenden.

Wie aber kommt Ruhe in den ganzen Körper? Das Scharnier, um die Bewegungen des Pferdes auszugleichen, sitzt neben den seitlichen Muskeln, die den Oberkörper aufrichten, hauptsächlich in der Hüfte oder im Becken. Durch Dreh- und Kippbewegungen im Becken und das Durchschwingen bis in die Absätze lassen sich Trab und Galopp des Pferdes erst wie durch Stoßdämpfer an Fahrzeugen abfedern. Der Oberkörper bleibt dabei stabil, aber nicht starr, die Ellenbogengelenke liegen ganz locker am Oberkörper an, das Scharnier Ellenbogengelenk und die Unterarme federn ganz leicht nach vorn mit und damit bleiben die Hände schön ruhig. Sie können dann wie Telefondrähte über die Zügel die Sprache des Reiters ans empfindliche Pferdemaul weitergeben. Auch hier zeichnet sich der gute Reiter durch einen stabilen Oberkörper aus. Er sitzt zwar im Sattel, aber in Wirklichkeit ist es eher ein  Stehen - wie beim Bogenschießen. Ganz oft kippen auch langjährige Reiter  kurz unterhalb des Brustbeins auf und ab, weil sie eben nicht über eine gute Oberkörperhaltung verfügen. Und weil eine Anspannung natürlich anstrengt. Auch ein voll ausgezogener Bogen strengt ja an. Die Reiter-Hände schwingen deshalb auf und ab und ziehen bei jedem Tritt dem Pferd im Maul. Übersättigt mit so vielen Informationen reagiert das Tier deshalb stumpf und wirkt wie abgebremst. Hier bleibt der Reiter im bloßen Handwerk stecken, wird aber niemals die Kunst des Reitens erfahren, dieses Eins-werden von zwei Lebewesen mit völlig verschiedenen Körper-Dynamiken. „Gottseidank bewegt sich der Bogen nicht wie beim Reiten hin und her“, sagte ich oft zu meinen Bogenfreunden. 

 Einen Meilenstein weiter brachte mich nicht nur das Bogenschießen, sondern der Workshop von Richard Weis und der Lehre der Alexander-Technik. Bekannt vor allem beim Tanz- und Turnsport, lässt sie sich ebenfalls beim Reiten und auch  Bogenschießen anwenden. Weis räumte mit dem Märchen auf, dass Reiter besonders tief und mit all ihrem Gewicht in den Sattel einsitzen müssen, um die Bewegungen des Pferdes zu beeinflussen. Stimmt nicht! Der Haltungs-Guru aus Australien demonstrierte dies anschaulich, indem der 70-Kilo-Mann sich von einem Wohnzimmer-Sessel mit sechs Personen aufheben ließ. Einmal mit eigener Körper-Spannung und einmal ohne. Ohne Körperspannung scheiterten die sechs Personen fast!  Auch beim Bogenschießen kommt es zwar auf einen festen Stand an, aber er darf nicht schwer sein. Erst mit einer elastischen Oberkörperspannung lassen sich auch die Gliedmaßen schön leicht bewegen und der ganze Mensch letztlich Eins werden mit Pfeil und Bogen sowie dem Ziel. Und ein gutes Körperbewusstsein und eine präzise Kontrolle gehören genauso zum Bogensport wie auch zu gutem Reiten dazu.      

Beim Bogenschießen bildet auch eine akurate Körperhaltung das A und O, um in die höchsten Klassen zu kommen und letztlich die Kunst des Bogenschießens zu beherrschen. Nämlich dass der Pfeil ganz genau dahin fliegt, wo das Auge hinzielt. Auch hier benutzen Schützen auch oft das Scharnier Hüfte, beispielsweise bei Bergauf- oder Bergabschüssen, um die etwas andere Flugbahn des Pfeiles exakt auszugleichen. Viele spannen den Bogen mit stabilem Oberkörper auf, knicken dann in der Hüfte ein und brauchen so nicht auf einen Punkt höher oder tiefer zielen, um zu treffen. Apropos Kunst des Reitens. Lässt sich das Folgende nicht auch 1 : 1 aufs  Bogenschießen übertragen? Ein  Zitat aus „Vollendete Reitkunst“ von Udo Bürger: „ Absichtslos in unser Tun versunken, werden wir dem Augenblick entgegengeführt, in dem sich das Werk, das uns in ideellen Linien vorschwebt, wie von selbst vollbringt..., dann reitet ,Es‘  in uns.“ Der Kopf des Reiters und des Pferdes scheinen in diesem Glücksmoment wie schwerelos zu  schweben.

 Ein aufrechter Oberkörper ließ den Menschen einst vor Jahrmillionen aus den Naturkreisläufen ausbrechen. Er richtete sich auf und lief leichten Fußes kilometerlang auf zwei Beinen statt auf vier Gliedmaßen. Der neuzeitliche Mensch bewegt sich viel zu wenig. Und dennoch schlummert sein jahrmillionenaltes Erbgut des aufrechten Ganges in jedem von uns, deshalb finden Kinder den Zugang auch so schnell. Liegt in einer guten Haltung - wenn der Mensch Rückgrat zeigt, genauer gesagt ehrlich durchs Leben geht – vielleicht der wahre Schlüssel für sein Glück?

 

 

 

Jagen mit und ohne Blutvergießen

Von Sabine Przewolka

 

Dieses Lodern in den Augen und dieses Leuchten. Alle Sinne hellwach. In jedem Menschen schlummert immer noch ein bisschen Jäger. Und Bogenschießen weckt diesen Instinkt wieder, auch wenn der Mensch in der heutigen Zivilisation eigentlich nur um die Ecke gehen muss, um sein Essen in der Kantine, beim Imbiss oder im Restaurant zu holen. Schon sehr lange braucht er es nicht mehr jagen. „Wie schön, wir können jagen, ohne eine  Tropfen Blut zu vergießen“, sage ich immer zu meinen Kindern und Jugendlichen in der Arbeitsgemeinschaft Bogenschießen an den Zinzendorfschulen Königsfeld, die ich leite. Und die Jugend von heute begeistert bei diesem Überangebot von Medien eigentlich nicht mehr vieles. Und doch taucht da dieser eine ganz besondere Blick auf, wenn ich nach dem Einschießen auf Scheiben mein Plastik-Wildschwein Erna auf ein Rollbrett stelle und vor den Schüler mit einer Schleppleine her ziehe.

Und siehe da! Vorher trafen die Pfeile kaum die  Scheibe und jetzt semmeln die Anfänger voll in die Mitte und jubeln! „Seht Ihr“, sage ich dann und dieser Satz wird später noch oft bei Treffern nachgeplappert „das ist Bogenschießen – nichts denken und dann trifft man.“ Hand aufs Herz: Wer öfter auf einem 3-D-Parcours unterwegs ist, sieht die Natur oder Tierfilme plötzlich bisschen mit anderen Augen. Mit denen des Jägers. Vielleicht erschrickt der ein oder andere über diesen aufflackernden Jagd-Instinkt bei sich selbst – aber gerade deshalb lohnt es, sich mit dieser letzten Konsequenz einmal in einem Vortrag mit Luis Hant als Referent auseinanderzusetzen. Der 39-jährige verheiratete Buchautor und Vater von zwei Kleinkindern erlaubt in seinem Buch und bei Vorträgen nämlich einen sehr seriösen Blick auf diese andere Welt des wirklichen Jagens, aus der das Bogenschießen ja eigentlich kommt. Und er bringt sein Publikum immer wieder zum Staunen, weil er mit ganz vielen falschen Ansichten aufräumt. Der nächste Vortrag findet in der Nähe von Freiburg statt, bei Interesse einfach per E-Mail anfragen unter bogenjaeger@arcor.de.

Luis Hunt, der in einem schönen Holzhaus am Rande des Schwarzwaldes mit seiner Familie lebt,  überrascht zum Beispiel mit diesen Sätzen: „Bogenjagd erfordert vor allem ein hohes Maß an Selbstdisziplin.“ Wer mit Pfeil und Bogen jagt, muss sich eingliedern in die Regeln der Natur, muss die Regeln lernen, sie verstehen und durch absolutes Entschleunigen auch optisch ein Teil von ihr werden. Das Gelingt nicht nur farblich durch Tarnkleider und Schminke im Gesicht. Sogar das penible Beseitigen des Körpergeruchs erscheint bei der Bogenjagd wie eine Art Philosophie. Und doch schreit das Wild dann auf, wenn der Wind plötzlich dreht und sie trotz geruchsdichter Spezialkleidung Wind von diesem Menschen abbekommen, der ihnen seit Jahrtausenden nach dem Leben trachtet. Solche Szenen aus dem Wald verdeutlichen plastisch, wie vorsichtig und respektvoll der Bogenjäger im Wald vorgeht.

Kein Vergleich zum 3-D-Bogenschießen auf Jagdszenen ähnlich im Wald aufgestellte Plastiktiere! Und dann vor allem Geduld aufbringen. Bogenjäger von heute schleichen (pirschen) nicht durch den Wald, sondern nehmen tragbare Baumstände mit, die sie möglichst geräuscharm an Bäumen im Zeitlupen-Tempo in die Höhe heben. Dabei darf keinerlei Lärm entstehen, weil das Wild sonst sofort die Flucht ergreift und die Jagd zumindest für diesen Tag vorbei ist. Luis Hant beschreibt dies illuster in seinem Vortrag, hebt den Baumstand aus klapperndem Metall ganz langsam hoch, weil auch diese schnellen Bewegungen das Wild aufscheuchen könnten. Schon dieses Entdecken von Langsamkeit  erinnert irgendwie an meditative Übungen. Jagd mit Pfeil und Bogen findet langsam statt. In der Regel sitzt Luis bei Wind und Wetter drei Stunden auf das Wild an. Und schießt dann möglichst exakt. Mit rasiermesserscharfen Klingen und auf kürzesten Distanzen, maximal auf 20 Meter. Das meinte Luis mit „Selbstdiszipiln“. Der Bogenjäger wartet geduldig auf den besten Moment. Dann zieht er den Compound ganz langsam auf, zielt und lässt den Pfeil erst los, wenn er sich absolut sicher ist. Sonst lässt er den Pfeil nicht los. Luis Hant nimmt man ab, dass er  dem Tier das geringstmögliche Leiden zufügen will. Dabei plant er auch ein, dass sich das Wild instinktiv duckt, wenn es auch nur das leiseste Geräusch hört. Und jeder Pfeil zischt ein bisschen. Das Wild springt nach dem Einschuss optimaler Weise im Herz-Lunge-Bereich nur ein paar Meter weiter und stirbt in wenigen Sekunden an hohen inneren Blutungen. Oft reagieren die umstehenden Artgenossen gar nicht. Bogenjäger achten darauf, dass dem Wild so wenig wie möglich Schmerzen entstehen, deshalb schießen sie nur auf  Wild das wenige Meter von ihnen entfernt steht. 

Das meinte Luis Hant mit „ein hohes Maß an Selbstdisziplin“. Geschossen wir in der Regel mit durchschlagskräftigen Compound-Bögen. Luis schießt mit einem 70-Pfünder und Pfeilen mit vier speziellen rasiermesserscharfen Jagd-Klingen. Schon als Kind streifte er mit selbstgebastelten Langbögen durch die Wälder, entdeckt später die Compound-Bögen und erfährt eher durch Zufall, dass die Bogenjagd in Frankreich erlaubt ist. Dieses neue Ziel vor Augen, macht er 2008 den französischen Jagdschein. Seither geht er fast einmal die Woche zur Jagd in verschiedenen Revieren in Frankreich und verwertet das geschossene Wild in seiner Familie und Küche meist selbst. Von seinem Reh-Rücken schwärmen die Gäste in höchsten Tönen.

Sein Vortrag erlaubt den Blick auf dieses echte Jagen. Und der begeisterte Bogenschütze kann nachher getrost nach Hause gehen und entscheiden, ob er nicht doch lieber plaudernd durch den Wald läuft, innehält an Plastiktieren, die auch nach dem zweiten Pfeil und lauten Flüchen nicht davonlaufen und - vor  allem keine Blutspur hinterlassen.

 

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Das Magazin Traditionell Bogenschießen Nr. 72 ist da und bietet wieder tollen Lesestoff für uns Instinktiv-Bogenschützen - darunter auch ein Artikel über den Wintercup mit Bildern von den "Nobodys" und dem Odysseus-Schuß. Foto: S. Przewolka

Schwarzwälder Wintercup 2014

So sehen Siegertypen aus: Von links Peter Ryser (1. Platz Recurve), André Kühr (1. Compound) und Bernd Dürl aus Brigachtal (3. Bowhunter Recurve). Bild: S. Przewolka

 

 

Von Sabine Przewolka

 

Mit einer Rekord-Teilnehmerzahl von 169 ging der Wintercup 2014 beim Bogenclub Villingen-Schwenningen an den Start, dann folgten noch die zwei Turniere beim Parcours von Roland Volk bei Donaueschingen-Aufen und das Turnier beim SV Dornhan am vergangenen Wochenende mit Siegerehrung. Insgesamt drei Turniere bei zwei Vereinen und einem Parcoursbetreiber mit 3-D-Zielen in den Monaten Januar, Februar und März ergeben am Ende den jeweiligen Sieg oder Platz. In diesem Jahr schienen sich alle Veranstalter mit wunderschönen Schüssen überbieten zu wollen – eine Herausforderung, aber auch ein großer Spaß für alle Teilnehmer! Es gab nur Pflöcke für Erwachsene, Jugendliche und Kinder – also Compoundschützen standen an der selben Abschußstelle wie die Liebhaber von Langbögen. Dafür aber gab es keine Meter-Angaben! Und plötzlich schienen doch alle gleich zu sein!

Bei den Wintercups nehmen die Erstplatzierten immer einen leckeren Rollschinken mit nach Hause – auch hier lässt sich das Gefühl von Jagd so ein klein bisschen nachleben.  Für Bogenschützen aus der Region und den nahen Nachbarländern gehört der Wintercup zu einem Muss - weil in der turnierarmen Saison eines der wenigen sportlichen Vergnügen. Und in der kalten Luft geht jeder um so wärmer mit den anderen Sportfreunden um. Der Wintercup besitzt auch hier ein ganz besonderes Klima!

Der Villinger Bogenclub, federführend  Horst „Hotte“ Mager und Ralph Spickenbaum  stellten die 28 Tiere wieder ganz schön anspruchsvoll im Gelände auf der ehemaligen Schießanlage bei Pfaffenweiler auf.  Der Tunnel-Effekt in den Schieß-Schluchten ließ so manchen ein bisschen daneben liegen – und der Pfeil dann leider auch. Hervorrstechend dabei der nachempfundene Odyseus-Schuß durch die 12 Axt-Löchern, aber auch die Bergziege, deren Fell wie eins im verdorrten Gras erschien. Die Villinger prüfen die Bogenschützen immer ein bisschen mit langen Distanzen, was vor allem die Damenwelt mit schwächeren Bögen herausfordert. Aber egal ob Treffer oder nicht – alle gingen nachher mit einem Lächeln vom Platz.

Ein „Oje-oje“ kam aber auch wohl jedem der insgesamt 170 Teilnehmer mindestens einmal über die Lippen auf dem Parcours von Roland Volk zwischen Aufen und Wolterdingen. Roland Volk bringt die Bogensportler eben ganz gern  an die Grenzen ihres Könnens und fordert sie geradezu heraus – was ja den eigentlichen Spaß auch ausmacht:  Nie wirklich sicher zu sein, ob der Pfeil trifft. Und auch hier - wie auch beim ersten Turnier in Villingen und beim dritten in Dornhan - fehlte der Schnee zum richtigen Gefühl „Wintercup“. Dafür aber ging es durch einen fast herbstlich anmutenden Wald über Stock und Stein zu 28 Stationen, an denen Roland Volk das Können abrief. Dieses Mal prüfte er es besonders mit einem weit in der freien Wiese ohne Hintergrund  aufgestellten Plastik-Wolf, aber auch mit steilen Bergab-Schüssen, zum Beispiel 40 Meter auf einen Grizzly-Bären oder auch mal ganz nah mit einem kleinen schwarz-weißen Vogel. Im Kleinkaliber- Schützenverein Aufen gab es nach der anstrengenden Runde – übrigens auch bei den anderen zwei Veranstaltern  - ein wärmendes Gericht und ein gemütliches Beisammensein mit netten Gesprächen. Veranstalter wie auch Teilnehmer zeigten sich nachher jedenfalls hochzufrieden mit allen Turnieren.

Mitte März folgte dann das dritte Turnier in Dornhan  und  setzte mit den kniffligen Distanzen noch ein i-Tüpfelchen drauf. Die Tiere wirkten oft näher, als sie wirklich standen. Oder aber sie schienen weiter weg, aber durch die Bodenbeschaffenheit lösten sich die Distanzen wieder auf. Beim schwarzen Bären in einer tiefen Mulde zum Beispiel. So manchen Schützen brachte das bei der Punktehatz zur schieren Verzweiflung – vor allem beim Hirsch in etwa 70 Meter Entfernung mitten auf einer Wiese. 

Die Termine für den nächsten Wintercup 2015 stehen jedenfalls schon fest: 11. Januar Bogenclub Villingen-Schwenningen, 22. Februar Waldläufer Aufen, 15. März SV Dornhan. Alle Ergebnisse und Ausschreibung auf www.bcvs.de. 

 

Der Odysseusschuß durch 12 Axt-Löcher hindurch zählte zu den ungewöhnlichsten Schüssen beim Schwarzwälder Wintercup 2014. Bild: S. Przewolka

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