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Pferde mit Sonne im Gemüt

Von Sabine Przewolka

 

Die Sonne tragen diese spanischen Pferde in ihrem Herzen und irgendwie auch immer ein Lächeln im Gesicht. Beim „Tag des spanischen Pferdes“ am Sonntag im Andalusiergestüt „Sueno Nero“ in Aldingen begeisterten diese hochnoblen Pferde  so die rund 200 Besucher.  Gestüts-Eigentümerin  Andrea  Lurz und eine große Helferschar stellten an diesem Tag ein buntes abwechslungsreiches Programm mit Festbetrieb auf  die Beine. Seit wann sie Pferde liebt? „Schon immer!“ kommt die Antwort von Andrea Lurz ohne lange zu überlegen.  Freunde nennen sie „Andl“.  Und dabei lächelt sie vielsagend in sich hinein.  Schon als Kind träumte sie von diesem Glück der Erde. Und heute, Jahrzehnte später, blickt sie mit Freude auf ihre wahr gewordene Vision, dem Andalusiergestüt „Sueno Negro“  in der Bahnhofstraße 19 in Aldingen.

  Zusammen mit ihrem Mann Michael Lurz und ihrer Tochter Kim Müller schaut sie dort auf eine wunderschöne Stutenherde,  hochnoble Hengste und eine Schar  Pferdebegeisterte – ganz genauso wie sie. Ihr Traum trägt jetzt einen Namen und der heißt in Spanisch „schwarz“:  Sueno negro. Das liegt daran, dass sie bei ihrer Zucht gerne die seltene Farbe schwarz auswählt. Und natürlich ihr Vorzeige-Hengst „Dominante Salvatella“ diese chice schwarz-glänzende Jacke trägt. Ebenso aber auch Deckhengst „Quebranto“, ein seltener Champagner-Rappe. Dazu gesellt sich nun noch der Schwarzbraune „Financiero“, der unter Vivien Linzmeier erfolgreich im Turniersport geht. Weitaus mehr Wert legt Andl Lurz aber auf die inneren Werte der Pferde – sehr gut bei den Show-Nummern zu sehen beim „Tag des spanischen Pferdes“. Andl  und auch alle Andalusier-Fans  schätzen bei den spanischen Pferden ganz  besonders iIhre unerschrockene, außergewöhnlich  menschenbezogen, feinfühlige Art. Da kommt sie aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Dazu kommen  diese tänzerischen, imposanten Bewegungen. Die iberischen Pferde hält Andl Lurz daher für die perfekten Freizeitpartner, die sich auch im Turnier-Dressur-Sport einsetzen lassen. Das beweist zur Zeit  erfolgreich die Anja-Beran-Schülerin Vivien Linzmeier mit „Quebranto“.

Das Kind Andl träumt immer von einem Rappen. Sie kommt in Tuttlingen zur Welt, geht dort zur Schule und macht die Ausbildung zur Medzintechnikerin. Doch setzt sich 1994 erst ein kleines weißes Pferd wie ein kleines Samenkorn in ihr Herz und ließ die Liebe zu den spanischen Pferden in ihr Aufblühen. Die Schimmelstute heißt „Wirbelwind“, liebevoll „Wirbel“ gerufen, ist ein Andalusier und trägt beim Kauf noch unbemerkt ein Kind der Liebe in sich. Und schwups besitzt Andl  nach ein paar Monaten statt einem Pferd gleich zwei: Einen kleinen „Poquito“.  „Wirbel“ bekommt heute noch ihr Gnadenbrot bei Andl und ihrer Familie. Sie legt den Grundstein für das Leben der Familie Lurz, bei dem sich fast alles um die schönen, edlen spanischen Pferde dreht.

Andl bietet in ihrem Gestüt nicht nur Pferde mit ausgezeichneten Papieren (Pura Raza Espagnola, kurz P.R.E) für den begeisterten Dressurreiter  und als ideale Freizeitpartner an, sondern auch Beritt und Hilfe bei Problempferden sowie Rehabilitation nach Verletzungen. „Ganzheitlich“ umschreibt sie mit einem Wort ihr großes Wissen rund um Pferde, das sie sich mittlerweile angeeignet hat. Die Stärke der gelernten Tier-Psychologin und Tier-Homöopathin liegt in der Grundausbildung  von Pferden, damit ihre Besitzer gefahrlos mit ihnen umgehen können. Sie schätzt, dass sie schon rund 300 Pferden das Rüstzeug für einen harmonischen Umgang mit dem Menschen mitgegeben hat. In einem Programmpunkt stellte sie deshalb ihre Grundausbildung mit jungen Pferden vor und den Einsatz von Klebebändern aus der Physiotherapie als Hilfsmnittel. Im Gestüt gibt es regelmäßig Fortbildungs-Veranstaltungen mit namhaften Pferde-Profis. Einfach hin und wieder auf die Homepage „www.pre-gestuet.com“ schauen oder auf facebook „Andalusiergestüt Sueno Negro“  folgen. Und Andl weiß immer Rat, verfügt außerdem über viele seriöse Kontakte mit Pferde-Spezialisten, wenn es wirklich mal nicht mehr weiter geht.

Das besondere Plus liegt darin, dass sie die Pferde einfach liebt. Gerade bei Jungpferden schwärmt sie geradezu: „Man lernt unheimlich viel von jungen Pferden und mit jedem dazu.“ Das umschreibt sehr treffend, wie freundschaftlich sie mit den Jungpferden umgeht – gut zu sehen bei Tag des spanischen Pferdes. Eng arbeitet sie seit 2013 mit dem Gestüt Salvatella in Nord-Spanien zusammen, das ihr regelmäßig Jungpferde zur Verfügung stellt, damit sie sie einreitet.  Sie erkennt aber auch, dass die Zukunft der spanischen Pferde nur gesichert ist, wenn sie auch erfolgreich im Sport eingesetzt werden. Vivien Linzmeier reitet deshalb einen ihrer Hengste, „Financiero“, erfolgreich bei Turnieren bis Klasse L. Im Frühjahr soll seine Decksaison in Aldingen beginnen. Die beiden präsentierten mit viel Applaus am Sonntag wunderschöne Dressur-Lektionen. Die Anja-Beran-Schülerin überzeugt als elegante Reiterin mit dem elastischen  Rappen gerade alle Richter.  Warum scheint ein P.R.E auch interessant für Freizeitreiter? Einmal sehen sie alle sehr schön aus. Und weil eine der herausragenden Eigenschaften darin liegen, dass sie völlig unerschrocken reagieren. Egal ob es laut oder hektisch zugeht: Die Andalusier bewahren Ruhe mit ihrem sonnigen Gemüt.  

 

 

 

 

 

  

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Ein Fest der Pferde

Von Sabine Przewolka

 

Hier ein paar Highlights von meinem Foto-Shooting bei der Jubiläums-Galaschau "Fest der Pferde" zum 40-jährigen Bestehen der Immenhöfe in Donaueschingen-Pfohren mit Tausenden Zuschauern aus der Region. Die Kleinsten waren die Größten! Die Kinder mit ihren Ponys lieferten perfekt einstuierte Schaunummern ab!

Für Pferdefreunde ein Muss

Von Sabine Przewolka

 

Offenburg - Wenn ein Pferd so über die Koppel galoppiert, so mit wehender Mähne und leuchtenden Augen, ein Bild von Schönheit und Freiheit zugleich - ja da schlagen nicht nur die Herzen von Reitern - vor allem Mädchen und Frauen - höher, sondern auch von ganz „normalen“ Menschen. Und so bietet die Europamesse des Pferdes (kurz Eurocheval) in Offenburg von Mittwoch, 20. bis Sonntag 24. Juli (Öffnungzeiten und Preise siehe unten) an fünf Tagen nicht nur etwas für Pferde-Freaks, sondern eigentlich was für die ganze Familie. Denn hier gibt es die schönen Tiere nicht nur in allen Größen und Farben zu bestaunen, sondern auch alles andere rund um die wiehernden Vierbeiner. Ein kleines Paradies für alle Pferdefreunde! Einen Tag lang schauen und shopen!

 

Die Eurocheval öffnet alle zwei Jahre im Wechsel mit der Equitana in Essen die Türen. In diesem Jahr feiert sie in Offenburg  sogar das 40-jährige Jubiläum. Und eshalb gibt es für jeden Besucher ein Geschenk in der Form, dass die tägliche Topschau, also die bunten Schaubilder mit vielen vielen Pferden, nichts zusätzlich kostet!  Der einzige Unterschied zur Essener Weltmesse des Pferdes: Sie  ist im Umfang zwar größer, aber das Angebot in Offenburg deshalb nicht kleiner. Für die Pferdefreunde in der Region Schwarzwald-Baar und Rottweil ist ein Besuch in Offenburg deshalb attraktiv, weil er Informationen über alles in der Pferde-Branche bietet. Nur ein Tipp: Gehen Sie nicht auf Suche nach den billigsten Gerten oder Reithosen – die gibt es wirklich besser hier vor Ort im Reitsporthandel, wo in aller Ruhe anprobiert und notfalls auch umgetauscht werden kann.

 

Aber vielleicht interessierten Sie sich schon immer für besondere Dinge, zum Beispiel goldene Pferdekopf-Haken mit schönen Gesichtern, Briefkästen mit hübschen Pferdchen drauf, Samt-Satteldecken mit eigenen Namenszügen, Pferdehänger in Übergröße oder einfach generell spezielleres Equipement: Dann sind sie auf der Eurocheval mit ihren insgesamt 400 Aussteller aus 13 Nationen, 500 Pferden  goldrichtig und vielleicht einer von den 40 000 erwarteten Besuchern. Und vielleicht nehmen Sie ja beim Billigen Jakob auch noch eine neue Hufbürste für 1 Euro mit…

 

Ab Mittwoch, 20. Juli bis Sonntag 24. Juli, geht es also auf dem Messegelände in Offenburg jeden Tag von 10 bis 18.30 Uhr rund. Die vielen Wanderreiter, die aufgrund eines Sternenritts nach Offenburg kommen,  geben der Veranstaltung immer einen besonderen Farbtupfer. In diesem Jahr sind bereits jetzt alle verfügbaren Boxen dafür ausgebucht, weil der Sternritt nach Offenburg als Highlight gilt. Mit einem spektakulären Fackelritt reiten die Wanderreiter am Freitag abend durch die Innenstadt ins Messegelände ein. Aber eigentlich kommen Freunde aller Reitdisziplinen hier voll auf ihre Kosten. Nachmittags gibt es in mehreren Schaubildern jede Menge Pferde zu bestaunen, sei es unter dem Sattel oder vor der Kutsche, an der Longierleine oder bei der Handarbeit. Auch da lohnt sich ein Hinschauen und Zeit nehmen. Höhepunkt ist die Galaschau mit rund 20 Programm-Nummern am Samstag (Erwachsene 26 Euro, Kinder 20) für die es momentan noch Karten gibt.  Und wer weiß? Vielleicht gefällt ja auch eines von rund 100 Verkaufspferden und nachher wird der Traum vom eigenen Hottehü endlich mal wahr.

 

Das Rahmenprogramm bietet einige Sahnehäubchen für ambitionierte Reiter, wie zum Beispiel ein Training mit Luuk Teinissen, der Problempferde und deren Korrektur vor Publikum vorstellt. Dabei gibt er Einblick in die Welt der Pferde und wie deren Sprache von Menschen auf der Grundlage von Vertrauen und Respekt besser verstanden werden kann.

 

Der Freizeitreiter-Bereich erfreut sich wachsender Beliebtheit und das Westernreiten ist schon längst nicht mehr von der Eurocheval wegzudenken und dehnt sich ebenfalls ständig aus. Die Eurocheval ist von Mittwoch 20. Juli bis Sonntag 24. Juli täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet. Infos unter Telefon 0781/ 92260 oder www.eurocheval.de. Tickets kosten für Erwachsene im Vorverkauf 12, ermäßigt 10 Euro und für Kinder 6 Euro (an der Kasse jeweils 3 Euro mehr). Die tägliche Top-Show - im Jubiläumsjahr wie schon vermerkt kostenlos - bietet auch etwas fürs Auge (siehe Fotos) ist aber als Augenweide für Pferdebegeisterte trotz Kaufrausch zu empfehlen.

 

 

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Stark mit Körper und  Seele

 

Von Sabine Przewolka

 

Diese Waldarbeiter auf vier Hufen können alles. Die kraftstrotzenden Holzrücke-Pferde von Forstwirt Daniel Schütz kommen immer dann zum Einsatz,  wenn mit Maschinen nichts mehr geht. Im Schwarzwald-Baar-Kreis und in der angrenzenden Region bietet der 24-jährige Forstunternehmer den Einsatz mit speziell ausgebildeten Rückepferden an und macht da eigentlich seinen Traum zum Beruf. Mit großem Respekt und Achtung begegnet er seinen Pferden, die bei der nicht ungefährlichen Arbeit im Wald immer hellwach mit Ohr und Auge auf seine ruhige Art, Befehle zu geben, reagieren. Das schwere Arbeiten liegt ihnen im Blut, mit ganzer Kraft stemmen sie sich ins Geschirr, brechen sogar ein und stehen wieder auf  und schleppen weit mehr als ihr Eigengewicht den steilen und morastigen Hang hinauf. Genau hier gehören die Rückepferde hin, um gefällte Bäume an die Stellen zu schleppen, die dann mit Forstmaschinen anzufahren sind. Sie leisten damit einen unschätzbaren Beitrag für ein intaktes Natursystem. Würden die gefällten Bäume einfach liegen gelassen, würde sich in der Rinde der Borkenkäfer vermehren und den übrigen Waldbestand angreifen und sogar zerstören.

Daniel Schütz und sein zwei- und vierbeiniges Team durchforsteten vor rund zwei Jahren den Fürstlich Fürstenbergischen Friedwald bei Friedenweiler, zurzeit befinden sie sich für Förster Sven Jager am Wittmannstalweg bei Bad Dürrheim im Einsatz und danach bei Matthias Breithaupt in  Obereschach-Schabenhausen. Überall da, wo Maschinen scheitern, stemmen sich die Kaltblutpferde von Daniel Schütz ins Geschirr und leisten Unglaubliches. Das Doppelte ihres Eigengewichts hängt da an der Zugwage und auf das Kommando „beide!“ ziehen Enzo und Buddy, die beiden schweren Rheinischen Kaltblüter, die Tanne mitsamt den Ästen einen steilen und morastigen Steilhang hinauf.  Die etwas leichteren Schwarzwälder Füchse wie Dirk und Valentin kommen für leichtere Stämme in schwierigerem Gelände zum Einsatz.  Insgesamt sechs Pferde verfügen über die notwendigen Eigenschaften, um für die Arbeit im Wald eingesetzt zu werden. Im Gegensatz zu Maschinen besitzen Pferde nämlich ein unglaubliches Gefühl für die Arbeit im Wald, mit sicherem Tritt gehen sie über Stock und Stein und ziehen genau im richtigen Moment mit genau dosierter Kraft an. 

Daniel Schütz wuchs von Kindesbeinen an mit der Pferdezucht seiner Eltern Arnold und Birgit im Ortsteil Sommertshausen bei VS-Obereschach  auf und deshalb  klappt das Zusammenspiel mit seinen vierbeinigen Waldarbeitern auch so hervorragend, weil auch er dafür das richtige Händchen und jahrzehntelanges vom Vater und Großvater weiter gegebenes Wissen  besitzt. Dazu kommt noch Forstmitarbeiter Martin Laufer, der ihn begleitet und mit der Motorsäge unterstützt. Denn immer wieder hängt sich ein Stamm fest. Und wenn mal gerade keine Arbeit im Wald ansteht, dann sind diese nervenstarken Arbeitspferde bei Festumzügen im Einsatz, vor Hochzeitskutschen, für Kindergeburtstage und heilpädagogisches Reiten. Auch die zweibeinigen Forstexperten  können alle anderen Baumfällarbeiten durchführen – nicht nur mit ihren Pferden, sondern natürlich auch mit Maschinen. Weitere Dienstleistungen sind Spezialbaumfällungen, Holzeinschlag und Privatwaldbetreuung, aber auch Mäh- und Mulcharbeiten mit einer Hangraupe und vieles mehr ... Infos unter Forstdienstleistungen Schütz 07721/ 40 6 444 , 

Handy 0173 – 524 0 2200173 – 524 0 220 oder Homepage www.forst-schuetz.de.

 

 

 

Pferde etwas Besonderes

Von Sabine Przewolka

Da beginnen seine Augen seltsam zu leuchten, wenn Hajo Böhm voller Begeisterung sagt: „Es gibt nichts Schöneres!“ Er meint damit, bei einem Umzug der Kavallerie als Kommandant der Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen mit zu machen. Das Volk jubelt einem zu, die Pferde lassen sich richtig bewundern, weil sie im heutigen Technologiezeitalter etwas Besonderes im Straßenbild darstellen. Vielleicht liegt darin ja der Reiz, den ganzen Aufwand mit frühem Aufstehen und blitzblank geputzten Pferden auf sich zu nehmen. Am Fasnets-Dienstag jedenfalls ritten 12 Kavalleristen in historischen Uniformen mit diesem Leuchten in den Augen beim Umzug mit. Die funkelnden Augen jedenfalls verraten, dass es auch über 1200 Jahre später noch ein Kick bedeutet, als Dragoner durch eine historische Innenstadt zu reiten und so an die Vergangenheit zu erinnern.

 1806 formierten erste Bürger Villingens, so steht es auf der Homepage der Bürgerwehr zu lesen, erstmals ein 26 Mann starkes, uniformiertes und berittenes Korps zu repräsentativen Zwecken zusammen, jedoch auch zu Wacht- und Streifendiensten. 1826 organisierte sich das ganze neu, um sich 1848 wieder aufzulösen. Dann flackerte die Kavallerie 1899 bei einem historischen Festug zum 900-jährigen Jubliläum der Stadt Villingen wieder auf. Aber erst 30 Jahre später gab es eine offizielle Wiedergründung der Villinger Bürger-Kavallerie. Seither gehört sie als fester Bestandteil bei Umzügen dazu. Die Kavallerie besteht zur Zeit aus Rittmeister Ernst Maier, Leutnant Alfred Strohmeier, einem Fähnrich, einem Wachtmeister, zwei Unteroffizieren und einer Mannschaft (jetzt mit Frauen). Kasper Naas sitzt als Ältester mit seinen 84 Jahren noch überraschend gut im Sattel. In der Kavallerie laufen aber nicht nur ältere Menschen wie selbstverständlich mit, sondern auch ältere Pferde, wie der 25-jährige „Why not“ (englisch übersetzt: Warum nicht?).

Und doch bangte die Kavallerie ums Überleben. Immer weniger Männer ließen sich aus dem Reitsport rekrutieren und dann noch die Auswahl, dass nicht jedes Pferd so einen Umzug problemlos mitmacht – dünnten das Feld im Laufe der Jahre zusehends aus. Da gab der Landesverband der Bürgerwehren endlich grünes Licht, dass nun auch Frauen bei der Kavallerie mitreiten dürfen. Und jetzt brechen Frauen in eine über 1200-jährige Männer-Domäne ein und retten sie! Wo gibt’s denn so was?  Erstmals ritten da bei den Fasnets-Umzügen 2015 Frauen mit. Denn im ganzen Land gab es dieselben Probleme: Immer weniger Männer und geeignete Pferde ließen sich für diese Schau bei Umzügen begeistern und die Gruppen dampften deshalb auf spärliche, ja fast lächerliche Zahlen zusammen. Bei der Villinger Kavallerie reiten jetzt – seit Frauen zugelassen sind - wieder mehrere Reihen beim Umzug mit, am Fasnets-Dienstag immerhin stattliche 12!

Kommandant Hajo Böhm und Rittmeister Ernst Maier freuen sich über die gute Handvoll Frauen, auf die die Kavallerie jetzt bei Umzügen zurückgreifen kann, darunter Nicole Dörfler, Martina Spendel, Barbara Mutschler,  Anja Schwer Und Silke Huber. Sie machen die Kavallerie auch im wahrsten Sinne des Wortes bunt mit zwei schwarz-weiß-gescheckten Pferden! Schon im dritten Jahrhundert vor Christus habe es kämpfende Frauen gegeben, rechtfertigt Ernst Maier die neuen Reiterinnen bei der Kavallerie. Dabei geht es aber weniger um den Einsatz bei Kriegen, sondern wirklich nur um repräsentative Auftritte bei historischen Umzügen.

 Dafür müssen sich die Pferde eignen, weil das Fluchttier normalerweise bei Getrommel und lautstarken Menschenmengen durchgehen würde und deshalb sich oder andere Menschen verletzten kann. Die Pferde der Kavallerie schreckt aber so gut wie nichts, sie marschieren mit Engelsmiene durch die engen Gassen mit lautstarken Närrischen. Wie Hajo Böhm versichert, sei durch vor- und umsichtigen Umgang mit Pferdeverstand noch nie etwas passiert. Ernst Maier überlässt es jedem Kavalleristen selbst, sein Pferd auf den Einsatz vorzubereiten, weil sie aus unterschiedlichen Ställen aus der ganzen Region stammen und sich ein gemeinschaftlicher Termin schwierig gestaltet. Vorsichtshalber geht dann aber beim ersten Einsatz aber auch noch eine Begleitperson am Boden mit, um notfalls noch in die Zügel greifen zu können oder beruhigend einzuwirken. Fast hätte die Kavallerie den nächsten Einsatz in Moskau gehabt, aber dieser Umzug wurde vor ein paar Tagen abgesagt. Die Villinger Kavallerie hätte in Moskau allerdings nicht die eigenen, sondern Polizeipferde vor Ort gesattelt.

 

 

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Das Einfachste beim guten Reiten oft das Schwerste

Von Sabine Przewolka

 

Jeder gute Reiter bringt einem etwas bei. Dorothee „Dorle“ Baumann-Pellny gehört zu diesen ganz seltenen Menschen, die dieses grandiose Wissen aus über 50 Jahren und auf dem Rücken von über 1000 Pferden nicht für sich behalten, sondern anderen weitergeben. Denn da sitzt nicht nur eine begnadete Reiterin auf diesen 1000 Pferdrücken. Sie kann auch noch sehr gut schreiben! Und so entstand ihr Buch „Stufen der Reitkunst“

(ISBN 978-3-487-08527-2, 32,80 Euro, 380 Seiten) und skizziert nicht nur ihr Leben im renommierten Institut Neindorff in Karlsruhe, sondern auch ihren ganzen bisherigen Werdegang  mit Pferden. Oder mit anderen Worten: Ein grandioser Glücksfall! Mag sein, dass ein paar Zeilen und Fotos etwas antiquiert im heutigen Reitsport wirken. Aber die klassische Reitlehre tut es ja auch in Zeiten, in denen immer mal wieder irgendeine eine Sau durch Dorf getrieben wird – um dann reumütig wieder auf diese Jahrhunderte alten klassischen Regeln zurückzukommen. Das Buch der Autorin bleibt ein Nachschlagewerk, denn sie gibt ehrlich darin zu: „Reiten lernt man immer noch nur durch Reiten – genauer durch Praxis, richtige Technik und gefühlvolles, überlegtes Handeln.“ Geduld und Zeit seien dabei die wichtigsten Faktoren. Aber genau diese ehrliche Art in jeder Zeile machen dieses Buch zu etwas Besonderen.

 

Überhaupt ist jede Zeile geprägt von dieser tiefen Liebe zu den Pferden. Noch heute, über 60-jährig, lebt die Autorin zusammen mit ihrem Mann und den Pferden unter einem Dach. Zwei Dinge braucht der gute Reiter: „Erstens einen ausgesprochen gut gymnastizierten und trainierten Körper, besonders aber eine verständnisvolle, empfindsame Seele.“ Und kritisch merkt sie an: „Oft bleiben Vorsätze auf der Strecke, richtig oder falsch verstandene Auffassung von Ausbildungsprinzipien oder Kunst. Als negatives Beispiel kann man hier das jahrzehntelange Ignorieren des korrekten Sitzes nennen.“ Sie fordert auf, weg von diesem Denken zu kommen: Mein Pferd muss bis zum Turnier dies und das können. Ziel sei es, „durch einen geschmeidigen Sitz und feine, unsichtbare Hilfen die vollkommene Harmonie zwischen Reiter und Pferd zustande kommen zu lassen.“ Und mein Pferd stelle ich erst auf einem Turnier vor, wenn es reif dafür ist. Sie träumt in ihrem Buch davon, dass die Reitkunst auch immer mehr im Sport verwirklicht wird. Denn. „Je mehr ehrliche Arbeit präsentiert wird, um so eher lernen die Menschen, das Richtige zu erkennen.“

 

Ihre eigene Ausbildung ist geprägt von hoher Disziplin und Prinzipien: Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade. Descende de mains et de jambes. Entlasse dein Pferd auf Ehrenwort von den Hand- und Schenkelhilfen, wenn es gut geht. Die treibenden Hilfen stehen haushoch über den verhaltenen. Die Ausbildung eines Pferdes erfolgt mit viel Geduld und ohne Überforderung. Wer gutes Reiten lernen will, sollte weiter diesen Spruch aus dem Reitinstitut in seinem Herzen tragen:

 

„Nur ein Reiter, der sich selbst nicht belügt, für sich selbst nicht immer Entschuldigungen sucht, sondern der in unbeirrbarer Passion und Liebe zum Pferd und zur Reitkunst steht, wird nach langer, mühevoller Arbeit seinem Ideal näher kommen. Die Erkenntnis eines Reiters, dass er nie ausgelernt hat, ist es, die ihn für sein Leben dieser Kunst verschreibt.“

 

Dorothee Baumann-Pellny kommt 1968 zum ersten Male zu einem Festabend ins Institut Neindorff, ist völlig überwältigt und nimmt ein Jahr später an einem Lehrgang teil. Ihre gesamte Ausbildung zur Reitlehrerin dauert zehn Jahre, 35 Jahre gehört sie dort praktisch zum Inventar und stellt ihr Können bei 1750 Auftritten mit Schulen über der Erde und im Damensattel im In- und Ausland vor. 2004 stirbt Egon von Neindorff und in diesem Jahr verlässt auch Dorothee Baumann-Pellny das Reitinstitut – um ihr Wissen in Kursen auch an andere weiter zu geben.

  

Eine gute Haltung, so Dorothee Baumann-Pellny, entwickle sich aus dem Inneren des Körpers. Sie erklärt haarklein die Lage des Beines. Was aber ist zuerst da? Verspannte Muskeln, die dreidimensionale Bewegungen ausgleichen müssen? Oder ein zu lascher Körper, der sich mangels richtiger Muskeln nicht anspannen kann? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich dazwischen und lässt sich vielleicht in diesem Satz am besten ausdrücken: Nur soviel Beinschluss am Sattel, dass der Reiter gut sitzt. Das Training soll vor allem die Losgelassenheit des Pferdes und des Reiters fördern und dabei trotzdem nicht überfordern.

 

Statt kompliziert den Einsatz der äußeren Hilfen zu beschreiben, hätte sich die Autorin vielleicht besser auf die inneren konzentriert. Auch fehlt der Aspekt, dass beim Leichttraben mit derselben Kraft aufgestanden wird, mit der man sich auch wieder in den Sattel setzt. Ganz viele Reiter machen es sich da bequem und lassen sich wieder in den Sattel zurückplumpsen. Die Autorin gesteht in ihrem Buch, dass sich auch die wahre Zügelhilfe eigentlich nicht erklären lässt, sondern nur erleben. Dorothee Baumann versucht es trotzdem ganz treffend: „Ich halte dich nicht, ich führe dich nur. Sei leicht, kaue, rede mit mir und trage dich selbst.“

 

Das Buch beinhaltet aber nicht nur präzise Anleitungen zum Reiten von Lektionen, sondern auch eine Dokumentation der verschiedenen Pferde, die die Autorin in ihrem Leben begleitet haben. Durch das Kapitel Reiten im Damensattel hält Dorothee Baumann-Pellny auch noch ihr umfassendes ganz spezielles Wissen fest, das sie sich im Laufe der Jahre aneignete. Wer sich für das Thema Reiten im Damensattel interessiert, kommt an Dorothee Baumann-Pellny nicht vorbei.

 

Losgelassenheit sei die Basis der Dressur, das Vorwärts-Abwärts-Reiten dafür eine wichtige Grundlage und Schulung. Mit harten Worten wendet sich die Autorin gegen die sogenannte „Rollkur“ von Pferden oder Hyperflexion. Und dennoch bleibt ihr Blick offen für alles Neue: „Vieles in der Reiterei kann man aber nicht vollkommen beschreiben. Ein Reiter wird einfach nie auslernen und – es wird immer neue Fragen geben.“ Und doch bringt sie Dressurreiten auf den Punkt: „Richtige Versammlung entsteht allmählich und nur durch ehrliche Durchlässigkeit des Pferdes.“ Und doch hallen ihre abschließenden Worte lange nach und machen im Sattel auf des Pferdes Rücken nachdenklich: „Man muss lernen, dass auf das scheinbar Einfachste am meisten Wert gelegt werden muss und eben das oft das Schwerste ist.“      

   

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Werners Dressur-Kracher

Von Sabine Przewolka

 

Dass er einer der besten Dressurvererber Deutschlands beim Start ins Leben geholfen hatte, ahnte Werner Häfner noch nicht, als er das Rappfohlen mit Namen ,,Discotänzer“ in seinen Händen hielt. 18 Jahre später erhält er für seine kleine, aber sehr feine Dressurpferdezucht im württembergischen Bofsheim bei Osterburken den Titel ,,Züchter des Jahres 2005“ (Homepage unter ,,www.pferdezucht-haefner.de“). Und jetzt  spielte er wieder einen großen Erfolg mit seinem goldenen Händchen für Dressur-Kracher ein: Der chice Schimmel-Wallach „Fairplay H“ nominierte sich mit seiner Reiterin Ines Knoll für die Weltmeisterschaft der 5-jährigen Dressurpferde Anfang August in Verden und erzielte in dieser Welt-Elite einen beachtlichen 7. Platz. Vater des sympathischen und bewegungsstarken Pferdes ist – wie kann es anders sein – natürlich Disco-Tänzer! Die mütterliche Linie geht auf Fürst Hohenstein zurück. Der hübsche Schimmel überzeugte mit seinen schwungvollen Bewegungen und seiner hohen Rittigkeit nicht nur Bundestrainerin Monica Theodoresco, sondern auch die anderen beiden Richter bei seiner Nominierung (siehe Video unter https://www.youtube.com/watch?v=H35pwq1qJK4). Bei der WM in Verden katapultierte er sich mit seinem elastischem Trab und dem energisch gesprungenen Galopp nach vorne. Den Richtern ging er allerdings ein bisschen "zu brav". Typisch Disco! 

 

Zuchtleiter Gerd Gussmann überreichte die Ehre „Züchter des Jahres“ an Werner Häfner und seiner Frau Brigitte beim Galaabend des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg während des Championates in Tübingen. Sein Elitehengst ,,Discotänzer“, den er lange Jahre an das Landesgestüt Marbach verpachtet hatte und der in der Besamungsstation Offenhausen stand, gehörte damals mit einem Dressur-Index von 140 Punkten zu den fünf Prozent besten Dressurvererbern Deutschlands, wie Gussmann bei der Gala betonte.

 Die Familie Häfner startete ihre Pferdezucht 1967 mit dem Kauf eines Stutfohlens namens ,,Gitte“ (von Jerob/ Julmond). Die ganze Stutenfamilie gründet auf dieser Gitte. Und eine ihrer Töchter mit Namen ,,Gracia“ brachte 1987 diesen Ausnahme-Hengst ,,Discotänzer“ zur Welt. Zwei gekörte Söhne gehen auf ihn zurück, ,,Disco Hit“ und ,,Dartagnan“. ,,Disco Hit“ war Körungssieger 1999, württembergischer Championatssieger unter Horst Eulich, mehrfacher S-Dressursieger unter Lone Jörgensen. ,,Dartagnan“ war württembergischer Championatssieger und holte unter Peter Noe über 40 S-Siege. Er wurde daraufhin aufgrund seiner Leistung gekört. Aber auch Championatssieger machte er mit ,,Disco Boy“ (Sieg bei den sechsjährigen Dressurpferdebunter Jörg Schrödter, mehrere S-Siege unter Pieter van d. Raadt) und ,,Dancing Lady“ (Württemberger Championatssiegerstute). Außerdem Bundeschampionatsteilnehmer,  Siegerstuten von Staatsprämierungen, Maimarkt-Siegerstuten und sehr gute Auktionspferde.

Werner Häfners Pferde zeichnen sich nicht nur durch äußerst elegante Gangarten aus mit natürlichen Anlagen bis Grand Prix, sondern vor allem durch ,,klare“ Köpfe und enormen Leistungswillen. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass die jungen Pferde wirklich mit ,,Familienanschluß“ bei Häfners zur Welt kommen. Einen einwandfreien Charakter in Freundschaft zum Menschen hält Häfner für ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei den modernen Dressurpferden. Seine Ehrung nahm er als Ansporn für die Zukunft. Und siehe da! Mit Fairplay H  gelang ihm wieder so ein züchterischer Volltreffer!

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Astrid macht Fotos mit Gefühl

Astrid Höfler fotografiert am liebsten Pferde und Hunde in Bewegung - hier ein Schnappschuß mit ihrer Stute Chakira. Bild: privat

Von Sabine Przewolka

 

Das richtige Gefühl unterscheidet die Guten von den Besten. Es lässt sich nicht erlernen, weil es ganz tief aus dem Innern kommt. Und es lässt sich nicht kaufen. Astrid Höfler besitzt dieses Gefühl für den richtigen Moment und deshalb gehört sie zu den besten Fotografen hier in der Region. Sie bewegt sich dabei auf einem enorm schwierigen Segment: Der Tier- und Landschaftsfotografie. Menschen lassen sich dirigieren für ein schönes Foto –  Pferde und  Hunde nicht! Und als ob diese Schwierigkeit nicht ausreicht, setzt Astrid Höfler noch eins drauf: Sie liebt bewegte Bilder!

 Sie erinnert sich, dass sie schon als Kind mit jedem Fotoapparat herumknipste, den sie in die Finger bekam. Das hört sich jetzt nach heiler, bunter Kinderwelt an. Aber Astrid erlebte alles andere. Sie bricht mit 16 Jahren aus, schlägt sich durchs Leben, lernt Gutes und Schlechtes kennen. Dann mit 18 Jahren macht sie den Führerschein und fühlt sich endlich frei. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn als Berufskraftfahrerin arbeitet sie zunächst mit normalen PKW-Transportern für Speditionen. Dann macht sie 1995 den Lkw-Führerschein und fährt auf internationalen Strecken. Ihr Leben verläuft turbulent. Ihr großer Pluspunkt liegt darin, dass sie in problematischen Sitationen in Sekundenschnelle eine Lösung findet. Auch bei der Fotografie kommt es auf diesen einen entscheidenden Moment an.

Blitzschnell erkennt sie den wahren Kern in einem Bild, komponiert es mit jahrelangem Wissen und Können. Und daraus entstehen wunderschöne Fotografien von bewegten Tieren und ihren Menschen. 2002 kauft Astrid sich eine dreijährige Stute namens Shakira – eine „Black Beauty“. Ihr Ziel, dieses dreijährige Tier einmal reiten zu können, lässt sich nur mit Hilfe eines erfahrenen Berufsreiters verwirklichen. Zusammen mit Heiner Haas aus Villingen lernen beide, gefahrlos miteinander umzugehen. Denn durch einen schweren Reitunfall sitzt eine tiefe Angst in Astrid. Die kann sie ablegen und so beginnt eine dieser wundervollen Freundschaften zwischen Mensch und Tier, die auf beidseitigem Vertrauen basiert. Von ihrer Stute, die im Stall einer Freundin bei Locherhof steht,  macht Astrid jede Menge Fotos. Außerdem entstehen  unzählige Bilder von der kleinen Ponyherde ihrer Freundin Ursel Huber, die fest an ihr Talent glaubt und ihr immer wieder Mut macht, an sich zu glauben. Im Stand, in der Bewegung, in allen Lebenslagen. Sie lernt dabei in vielen langen Jahren, wie Pferde sich am besten fotografieren lassen, damit sie den Betrachter verzaubern. Natürlich schafft sie sich dafür auch eine professionelle Kamera an, die Nikon 300 S. Sieben Bilder in der Sekunde können den richtigen Moment, in dem alles stimmt, zwar unglaublich eingrenzen. Aber das allein reicht nicht aus. Wenn Astrid einem Foto dann durch ihr Gefühl noch Seele einhaucht, dann berührt das Bild auch den Betrachter.

Und doch schlagen zwei Herzen in der Brust von Astrid Höfler, deshalb steht auf Facebook auch ihr wahren Beruf, nämlich „Trucker-Fahrerin“. Heute fhrt sie nicht mehr im internationalen Fernverkehr, sondern Kipper im Nahverkehr. Und doch packt sie immer wieder das Fernweh, dann fliegt sie in andere Länder oder läuft auch mal durch die Schweiz auf dem Jakobusweg. Ihr Ruf als außergwöhnliche Tierfotografin spricht sich herum und so fotografierte sie zum Beispiel die Weltmeisterschaft der Rottweiler oder so spezielle Wünsche wie zwei Jagdhunde, die durchs Wasser springen. Ihr Talent liegt nicht nur darin, genau im richtigen Monet den Auslöser zu drücken. Sie sieht ihren Vorteil vor allem bei der Tierfotografie darin, dass sie nie die Nerven verliert, sondern ruhig bis in die Fingerspitzen bleibt. Dieses besonnene macht den Charme von Astrid Höfler aus und lässt so ein Foto-Shooting zu einem Riesen-Spaß für Mensch und Tier werden.

 

Kontakt über Facebook Astrid Höfler. 

   

Erst vor wenigen Tagen kam ein Quarter-Stutfohlen in der seltenen Farbe cremello auf der LG-Ranch in VS-Zollhäusle zur Welt. Züchter Loreto di Salvatore präsentiert es voller Stolz. Bilder: S. Przewolka

Reiten wie die Cowboys

Von Sabine Przewolka

 

Gibt es etwas Schöneres als einem frei über eine Wiese galoppierendem  Pferd mit wehender Mähne zuzuschauen? Wohl kaum. Deshalb blickt Loreto di Salvatore auch seinen Pferden hinterher: „Die haben einfach Spaß.“  365 Tage im Jahr leben seine Pferde ihre Freude auf den Wiesen und  unter freiem Himmel  – auf der LG-Ranch in VS-Zollhäusle. Das Ehepaar Loreto und Gabriela di Salvatore verwirklicht sich hier  ihren Lebenstraum einer eigenen Pferdezucht von amerikanischen Quarter Horses und lässt in ihrem Reitbetrieb auch ganz viele andere Menschen an der Faszination Westernreiten teilhaben. Jüngst bekam die Familie von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung die als Qualitätssiegel begehrten und seltenen fünf Sterne zuerkannt. Nicht nur wegen der vorbildlichen Pferdehaltung – die edlen Vierbeiner leben hier wirklich in einem Paradies. Sondern auch wegen ihrer großen fachlichen Kompetenz. Damit unterscheidet sie sich von allen anderen Western-Reitställen in der Region, wie zum Beispiel der Red Stone Ranch (www.red-stone-ranch.de) in Deißlingen.

 

Der kleine Unterschied liegt aber auch darin, dass hier die Reitschüler auf reinen Quarter Horses der besten amerikanischen Blutlinien Unterricht erhalten. Sie hören auf die Namen Lee, Missy, Nena, Flicka und Lena und beglücken nicht nur Anfänger, sondern auch anspruchsvollere Fortgeschrittene. So etwas gibt es sonst nirgends in Süddeutschland, wenn nicht gar auf ganzem deutschen Boden. Es zeigt aber auch diese Leidenschaft der Salvatores für die Pferderasse Quarter Horse. Da leuchten die Augen von Loreto und Gaby, wenn sie ihre kleine Pferdezucht präsentieren. Sie zeichnet sich durch ein sehr hohes Ziel aus. „Wir züchten Qualität“ beschreibt es Loreto in einem zentralen Satz. Die Salvatores achten dabei nicht nur auf ein perfektes Äußeres und reitfreundliche Proportionen ihrer Pferde, sondern dass sie auch im Kopf „sauber“ sind, also nervenstark und gutmütig im Umgang. Und so fühlen sich auf dem Rücken dieser Schulpferde auch Menschen endlich wieder wohl, die ganz schlimme Erlebnisse und sogar schmerzhafte Stürze hinter sich haben. Zur LG-Ranch kommen zu 90 Prozent Umsteiger oder Wiedereinsteiger von englischem Reiten.

Vielleicht lässt sich so der Boom zum Westernreiten erklären, der jetzt auch langsam die Region ergriffen hat. Längst reagierten auch die Pferdesportgeschäfte auf ihr Warenangebot und bieten Western-Artikel an. Der Ursprung des Westernreitens stammt aus Amerika, wo die Cowboys Pferde als Partner für ihre Arbeit in der Rinderherde einsetzten. Genau für diesen Einsatz kristallisierte sich die Pferderasse Quarter-Horse heraus: Ein williges, ausdauerndes,  mitdenkendes und mit feinsten Hilfen zu reitendes Pferd. Schließlich musste es sich einhändig führen  lassen, weil Cowboys in der anderen das Lasso hielten. Genau das Richtige also für den Freizeitreiter, der nach dem Arbeitsalltag keine Lust mehr auf  Stress hat. Natürlich begeistern sich auch Kinder und Jugendliche für das Westernreiten, weil es einfach auch cooler aussieht, mit Cowboy-Hut und –Stiefeln zu reiten. Kinder tragen allerdings einen Helm als Pflicht im Reitschulbetrieb.

Aber nicht nur das etwas andere Reit-Outfit zeichnet die Reitschule der Salvatores aus. Ihre kleine Quarterhorse-Zucht fällt auch durch begehrte seltene Farbschläge auf. Erst vor wenigen Tagen kam ein kleines Stutfohlen im Farbschlag cremello (helles Fell, schwarzes Langhaar mit breiter Blesse auf der Nase) zur Welt – ein Prachtfohlen mit typischen Quarter-Muskeln auf der Hinterhand  und wahrscheinlich die nächste Zuchtstute im Zollhäusle. Aber nicht immer erfüllen sich in einer Pferdezucht diese Träume. Loreto erzählt von seinem hoffnungsvollen Zuchthengst, der gerade fertig ausgebildet und auch mit einer selten dunklen Palomino-Farbe auf der Koppel wahrscheinlich an Herzversagen starb. Aber auch diese Rückschläge steckt die Familie weg – oder besser in den Koffer voller Erfahrungen, die sich im Laufe der Zeit so angesammelt haben. Hier punkteten die beiden bei der FN-Prädikat-Auswahl wegen ihrer hohen fachlichen Kompetenz.  Die Salvatores bringen ihre jahrelange Pferdeerfahrung  so auf den Punkt: „Wir haben einen großen Koffer an Knowhow!“

Davon profitieren nicht nur die Reitschüler. Ihnen wird nicht gesagt, mache dies und das – sondern auch erklärt, warum und wieso. Warum es wichtig ist, zum Beispiel das Pferd über den Rücken zu reiten und die Sprache mit den Tieren über Zügel, Schenkel und Rücken-hilfen immer möglichst  exakt ausgeführt werden sollte. Die Pferdebegeisterten verstehen so besser, warum sie mit einem sanften Zug am Zügel immer die gleiche Reaktion beim Pferd auslösen. Die Salvatores züchten auf Westerndressur, das sogenannte „Reining“ und bieten Schulunterricht für absolute Anfänger wie auch für den anspruchsvollen Reiter an. Sie beraten beim Pferdekauf und sie bringen Pferde in ihren vorbildlichen Ställen unter. „Das Pferd steht bei uns im Vordergrund“, beschreiben die beiden ihr Prinzip. Wer seinem Pferd also ein kleines Paradies bieten will, ist hier genau an der richtigen Adresse. Die Familie geht dabei offen mit anderen Reitweisen um, also auch der englischen. Basis ist lediglich, dass die Besitzer ihre Pferde möglichst artgerecht halten wollen und da steht an oberster Stelle eben ein ganzjähriger Koppelgang, was auch wieder eher selten in der Region ist. Genau den bieten die Salvatores aber auf ihrer rund 10 Hektar Koppel auch jedem Pensionspferd an. Ansonsten gehen sie aber auch problemlos auf jeden anderen Sonderwunsch ein, einfach mal zwanglos vorbeischauen und drüber reden.

Der reiche Erfahrungsschatz der Salvatores kann sich aber auch schon in den ersten Lebensstunden eines Pferdes positiv, ja sogar entscheidend auswirken. Ihre geräumige Abfohl-Box mit ständiger Video-Überwachung stellen sie gerne auch anderen Pferdebesitzern zur Verfügung, die ein Fohlen erwarten. So lassen sich nach der fast einjährigen Tragzeit unnötige Totgeburten vermeiden, weil vielleicht die menschliche Hilfe im entscheidenden Moment fehlte. Hier profitieren die Kunden auch vom  jahrelangen Umgang der Salvatores mit trächtigen Stuten und gerade geborenen Fohlen. Ihr Instinkt und das Fachwissen guter Tierärzte garantieren ein gesundes Fohlen und eine kraftvolle Mutterstute.

Vielleicht wirkt das Westernreiten etwas fremd hierzulande. Aber tatsächlich basieren beide Reitstile auf derselben seit Jahhunderten vom Menschen entwickelten Klassischen Reitlehre. Denn mit Christoph Columbus kamen iberische Pferde, also aus Spanien und Portugal, über den Atlantik nach Amerika. Sie wurden nach Klassischer Reitlehre ausgebildet. In Amerika  kreuzten die Menschen  wild lebende Mustangs ein,  und entwickelten ihren Reitstil und die amerikanischen Pferderassen passend für die Arbeit mit Kühen. Und obwohl das Quarter Horse mit seiner Größe eher handlich aussieht, verraten seine Hinterhand-Muskeln doch Kraft ohne Ende. Es gibt kein anderes Pferd auf der Welt, dass solche Spurts hinlegen kann. Daher kommt auch ihr Name. Quaterhorses schaffen 400 Meter – eine Viertel Meile – in sage und schreibe 21 Sekunden.

          

Infokasten

Die LG-Ranch mitten im Stadtteil Zollhäusle zwischen Villingen und Schwenningen ist im Internet unter www.lg-ranch.com zu finden. Telefon 07721/ 99 12871, E-Mail info@lg-ranch.com. Auf dem Plan stehen verschiedene Kurse, zum Beispiel am 24. Mai Verladetraining. Ab September startet ein dreiteiliger Longekurs, geplant ist auch eine Prüfung Basispass Pferdekunde.

Westernpferde können Quarter Horses sein, aber auch jede andere Pferderasse. In den verschiedenen Turnierprüfungen finden sich deshalb nicht nur Quarter Horses, der „Mercedes“ unter den Westernpferden, sondern auch Araber und andere im Rechteck stehende Pferderassen mit kurzem Rücken.

Auf der LG-Ranch gibt es auch passende Westernsättel der bekannten Marke Jim Tayler, für die die Salvatores Maß nehmen und bestellen.

 

 

 

Die Familie Gaby, Guliana, Loreto und Natalia di Salvatore (von rechts) vor ihrem Lebenstraum, der LG-Ranch in VS-Zollhäusle. Bilder: S. Przewolka

Sternritt für Wanderreiter

Die Pferde von Wanderreitern schreckt bei der Eurocheval in Offenburg gar nichts! Bild: S. Przewolka
 

Offenburg:  - Die Eurocheval gilt als wichtiges Pferde-Event für Freizeitreiter im Sommer 2014. Die Europamesse des Pferdes in Offenburg vom 23. bis 27. Juli zieht Besucher aus ganz Deutschland und Europa an den Fuß des Schwarzwalds. Nicht einfach nur Besucher, sondern auch ein Teil dieser Messe sind die Wanderreiter, die auf Einladung der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. (VFD) am internationalen Sternritt zur Eurocheval teilnehmen. Zum 40-jährigen Bestehen der VFD Baden-Württemberg liegen schon "eine Menge Anmeldungen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz für den Sternritt vor", freut sich Martina Neuscheler. Die Vorsitzende des Landesverbands ist überzeugt, dass dieses Angebot Kult-Charakter hat: "Wer die Eurocheval einmal als Wanderreiter erlebt hat, der kommt wieder. Der jüngste Teilnehmer dieses Jahr ist übrigens 8 Monate alt und reist aus Messkirch an." Manche Wanderreiter seien schon in Ungarn, Wien, Rumänien und Tschechien gestartet, erzählt Neuscheler weiter.

Oft schon wochenlang vor Messebeginn trudeln die ersten Nachrichten der Pferdefreunde aus allen Himmelrichtungen ein, die sich mit der Kutsche oder in kleinen Gruppen im Sattel zu Pferde auf dem Weg in Deutschlands Südwesten gemacht haben. Ihr Magnet ist das Tipi-Lager auf dem großzügigen Freigelände der Messe Eurocheval. Der stimmungsvolle Fackelzug der Wanderreiter am Messefreitag durch die Innenstadt von Offenburg und die Gemeinschaft bilden ein emotionales Herzstück der Veranstaltung. Es erfordert keine Mitgliedschaft in der VFD-Baden-Württemberg, um am Sternritt der VFD teilnehmen zu können. Anmeldungen sind möglich online unter www.eurocheval.de, www.vfdnet.de und auch telefonisch bei der VFD-Geschäftsstelle unter FON +49 (0) 7554 989366.

 

Aktuell wird das Netz der Routen für Wanderreiter im benachbarten Elsass, im Heckengäu, in den Naturparken Südschwarzwald und Schwarzwald Mitte / Nord erweitert: "Mit dem Projekt des Ortenaukreises schaffen wir das lang vermisste Bindeglied zwischen Südschwarzwald und Nordschwarzwald", erläutert Andrea Wagner von Tour Konzept. Erarbeitet wird es in Kooperation mit dem Verein "Wanderreiter im Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord" mit dem Ziel, rechtzeitig zur Eurocheval die Serviceseiten zu präsentieren. Herzstück des Projekts sind die Unterkünfte vom Heulager bis zum Vier-Sterne-Wellness-Hotel und pferdefreundliche Gaststätten. Doch auch Tourenvorschläge sind auf der Online-Karte zum Download vorgesehen.

In dem Gebiet von über 7.500 Quadratkilometern sollen dann mehr als 80 Ziele und Vorschläge für Wanderreiter zur Verfügung stehen. Die Auswahl an Touren wird also künftig auf den letzten Metern vor dem Tipi-Lager der Eurocheval noch leichter mit www.wanderreiten-nordschwarzwald.de sowie www.wanderreiten-im-naturpark-suedschwarzwald.de. Einstimmen auf den euro cheval-Sommer vom 23. bis 27. Juli, mit hunderten von Pferden auf dem Messe-Freigelände Offenburg, frischem Pferdegeruch, Hufgeklapper und täglichen Präsentationen - dann aber live!!!

Marc de Broissia (rechts) der sehr gut Deutsch sprechende populäre Franzose gibt wieder Kurse bei Almut von Döllen (links) in St. Georgen-Stockwald. Bild: S. Przewolka

Schöner Umgang mit Pferden

Almut von Döllen betreibt in St. Georgen-Stockwald nicht nur einen Reitbertrieb der etwas anderen Art, sie bietet dort auch ausgewählte Kurse in Klassischer Reitlehre an, die das Leben mit Pferden leichter und schöner machen. Genaueres kann auf ihrer Seite www.reittherapie-stgeorgen.de nachgelesen werden. Bei Fragen einfach bei ihr direkt anrufen oder mailen! 

Marc de Broissia, der bekannte und sehr gut Deutsch sprechende Reitmeister aus Frankreich, kommt wieder nach St. Georgen am 26./27 April und am 30./31. August und gibt wieder einfühlsamen Unterricht in Klassischer DressurMacht mit oder schaut zu! Es lohnt sich immer sehr! 

Ulrike Dietmann ist auch wieder bei uns am 3./4. Mai, sowie vom 28. Mai bis 1. Juni. es freut mich, dass immer eine so unglaubliche Nachfrage nach diesen Tagen ist und bin auf die neuen Seminare gespannt.

Judith Mauss mit Bodenarbeit darf nicht fehlen ....Sie kommt am 14./15. Juni!

Am Samstag, dem 2. Februar  um 14.30h haben wir den Auftakt mit einem Vortrag von Hartmut Wohlgemuth zum Thema "Unsere Träume - Zwiesprache mit unserer Seele" (genauere Ausschreibung auf der Homepage).

Neue Termine folgen noch, einfach ab und zu auf der Homepage nachschauen!

Judith Mauss (zweite von rechts) gibt wieder Kurse in Bodenarbeit bei Almut von Döllen (2. von links) in St. Georgen-Stockwald. Bild: S. Przewolka

Ohne Sattel, Trense oder Strick


Der weltbekannte Pferdeflüsterer Jean-Francois Pignon bei der Eurocheval


Offenburg -  Kenner der Eurocheval - Europamesse des Pferdes wissen, dass die Galaschau am Samstagabend der Höhepunkt der internationalen Pferdemesse in Offenburg ist, die vom 23. bis 27. Juli Pferdefreunde aus ganz Europa in ihren Bann zieht. Wenn die Tribünen am 26. Juli voll besetzt sind, warten die Besucher ganz besonders auf ihn, den weltbekannten Pferdeartisten Jean-François Pignon. Mit seinem ersten Film "Danse avec lui" mit Mathilde Seigner wurde der Meister der Freiheitsdressur 2007 auf einen Schlag weltberühmt. Sein neuer Film "Gazelle", bei dem Pignon als Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler fungiert, zeigt die Lebensgeschichte des Pferdeflüsterers: In Montelimar in der Provence erlebt der stille Junge im Alter von zwölf Jahren die Nähe und das Vertrauen seines Stutfohlens Gazelle, das sein Vater einem Metzger abkaufte. Die Wunderheilung der Schimmelstute und das innige Einverständnis zwischen dem Jungen und seinem Tier legen den Grundstein für Kunststücke ohne Sattel, Trense und Strick. Als Jean-François seine Kenntnisse in der Stuntschule bei Georges Branche in Hermenonville perfektioniert, tritt er als Pferdeartist in immer faszinierenderen Shows auf. Es beginnt seine weltweite Karriere als einer der ganz Großen in der Freiheitsdressur. Ein einzelnes Tier, fünf Pferde oder eine ganze Herde - sie reagieren konzentriert auf den kleinsten Wink ihres Meisters, sogar auf große Entfernungen, scheinbar wie durch Zauberei. Zur Eurocheval bringt Pignon vierzehn Pferde mit.

Es entstehen wunderschöne und manchmal sehr poetische Bilder, immer in einer spektakulären Show, die unbändige Lebensfreude und das tiefe Verständnis zwischen Mensch und Tier spiegelt.

Die Eurocheval - Europamesse des Pferdes gilt seit 1976 als Süddeutschlands größte Pferdemesse und findet in zweijährigem Turnus statt. Sie bietet Pferdefreunden fünf Tage Freude am Pferd mit einem internationalen Angebot von rund 400 Ausstellern, Rassepräsentationen, Top-Shows, Pferdeverkaufsschauen mit freiem Verkauf, hunderten von Pferden auf dem Gelände sowie einem breiten Rahmenprogramm und der renommierten Galaschau am Samstagabend, den 26. Juli. Mehr Infos unter www.eurocheval.de und Facebook.

Die etwas andere Art zu reiten

Kathrin Brunner-Schwer stammt aus der berühmten SABA-Familie und schreibt in Fachzeitschriften Anekdoten über Reitkunst. Bild: privat

 

Kathrin Brunner-Schwers lange Suche nach ihrem inneren Gefühl


Von Sabine Przewolka

 

Ein Gefühl ganz tief in ihrem Innern sagte eigentlich schon immer, was sie wirklich wollte. Doch es sollte Jahrzehnte dauern, bis Kathrin Brunner-Schwer das herausfindet. In dieser Geschichte geht es zwar um Pferde, aber auch um den Weg einer Frau, die das Korsett aus Tradition und verstaubtem Zeitgeist abstreift. Um ihr eigenes Ding zu machen. Anders als ihre Väter und Großväter.  Nämlich einen partnerschaftlichen und freundlichen Umgang mit Pferden. In einer Ausgabe des  Bookazins „Feine Hilfen“ schreibt sie eine Anekdote, quasi ein Schlaglicht,  über diesen feinfühligen  Umgang mit diesen edlen Geschöpfen - die auf klassischer Reitkunst basiert.  Brunner-Schwer? Der Name klingt nach einem großen Namen in der Unterhaltungselektronik  im Raum Villingen. Ja, sie entstammt dieser berühmten Familie, die einst das Firmen-Imperium „SABA“ aufbaute. Ihr Vater Hermann Brunner-Schwer war in den 60er-Jahren kaufmännischer Geschäftsführer zusammen mit seinem Bruder Hans Georg. Sie ist sein ältestes Kind. Schon damals schlägt ihr Herz für Pferde. Erblich fast schon festgelegt. Ihr Großvater lässt auf dem Firmenareal eine Reithalle und Stallungen bauen und dort stehen immer fünf bis sechs Pferde zum Reiten. Aber was du von den Väter geerbt, muss nicht wie Zement an dir hängen bleiben. Es kann abgeschüttelt und neue Blüten treiben. Noch schönere. 

Da tauchte es schon immer wieder auf, dieses tiefe innere Bauchgefühl. Wenn ihr Großvater nach alter Kavallerie-Schule und militärischem Drill sie stundenlang ohne Steigbügel  herumtraben ließ. Es  gab im SABA-Reitstall einen Pferdepfleger namens „Herr Böttcher“, der diese edlen Geschöpfe ganz anders betrachtete. Auf Augenhöhe, sehr liebevoll. „Er hat bei mir den Grundstein gelegt für meine spätere Suche“, erzählt Kathrin Brunner-Schwer. Einen wichtigen Meilenstein bei dieser Suche erreicht sie, als sie auf den Portugiesen Gonçalo Oliveira trifft, den Enkel des „größten Reitmeisters des 20. Jahrhunderts“ Nuno Oliveira. Von seinem Großvater handelt die Anekdote im Magazin „Feine Hilfen“.  Kathrin und Gonçalo werden ein Paar, gründen eine Lusitano-Zucht in Deutschland, betreiben eine Reitanlage und bringen diese etwas andere Art zu reiten, nach Regeln Jahrhunderte alter Reitkunst, unter die Leute. Heute sind die beiden „wie große Schwester und Bruder“, leben aber nicht mehr zusammen. Kathrin Brunner-Schwer arbeitet als Autorin und lebt jetzt zwischen Rastatt und Karlsruhe, zusammen mit ihrem Lusitano, einem Vollblutaraber und dessen Fohlen. Nicht zu vergessen „Doudou“, der kleine Esel, den sie vor einem Tierquäler gerettet hat und der ab Mai 2014 in der SWR Schwarzwaldserie „Die Fallers“ mitspielt. Denn Kathrin Brunner-Schwer ist deren Pressesprecherin.

Aus der Zeit, als sie einen engen Kontakt zur Familie Oliveira hatte, weiß sie Hunderte von Anekdoten über das Reiten und den Umgang mit Pferden. Eine, die im Magazin „Feine Hilfen“ steht, berührt gewissenhafte Reiter nach dem Lesen immer wieder. Dann nämlich, wenn sie diese schwierigste Lektion für Pferde selbst reiten. In der Anekdote geht es darum, dass eine Abordnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zur Anlage von Nuno Oliveira reist, um dem großen Meister bei der Arbeit zuzuschauen. Der begrüßt die Zuschauer höflich und präsentiert vor allem junge Pferde, erzählt über deren Herkunft und Charaktermerkmale. Am Ende lässt er ein fortgeschrittenes Pferd hereinführen, sitzt in aller Seelenruhe auf und reitet diese schwierigste aller Lektionen: Eine gerade Linie auf der Mittellinie entlang im Schritt.  „Das ist die schwierigste Lektion, die man zu Pferde ausführen kann“, wandte er sich zu der etwas verblüfften Delegation. „Es liegt am Sitz. Es geht um Balance und darum, das Pferd so wenig wie möglich zu stören und dennoch richtig zu begleiten, damit es gerade ist.“ 

 

     

Ausnahmehengste live

Offenburg: - Den 6. Februar 2014 sollten sich die Freunde der Sportpferdezucht schon fest vormerken. Denn zum Auftakt der siebten Auflage des internationalen Hallen-Springturniers BadenClassics CSI 2* ist wieder Züchtertag in Offenburg auf dem Messegelände. Bereits im vergangenen Jahr fand die große Hengstpräsentation des Gestüts Grenzland, das in Eimeldingen an der Schweizer Grenze beheimatet ist, großen Zuspruch. Sportpferdezüchter aus ganz Süddeutschland und dem angrenzenden Ausland nutzen die Gelegenheit, um sich rechtzeitig vor der bevorstehenden Decksaison über passende Vatertiere für ihre Zucht zu informieren.

Das Gestüt Grenzland wartet mit drei absoluten Weltklasse-Hengsten auf: Colore, Embassy II und Magnus Romeo werden zwar in Offenburg in den 2-Sterne-Prüfungen nicht am Start sein, um etwas Erholung zwischen ihren anspruchsvollen Einsätzen in aller Welt zu haben. Die begehrten Stars des Gestüts Grenzland sind aber persönlich mit dabei bei der großen Hengstschau am Donnerstagabend. Unter ihrem Reiter Hans-Dieter Dreher haben sie im Jahr 2013 nicht nur Große Preise auf den bedeutendsten Turnieren der Welt gewonnen, sondern sie haben den derzeit in der Weltrangliste auf Platz 20 rangierenden Baden-Württemberger auch zu je einem Nationenpreissieg mit der deutschen Mannschaft geführt. Damit ist „Hansi“ Dreher der einzige Springreiter Deutschlands, wenn nicht gar weltweit, der mit drei verschiedenen Deckhengsten in der Saison 2013 einen Nationenpreis gewinnen konnte: Embassy II holte Gold in Rotterdam, Magnus Romeo war in Hickstead siegreich und Colore war im kanadischen Calgary Teil der Erfolgsmannschaft. 

 

Auf Gestüt Grenzland sind jedoch nicht nur diese drei Ausnahmesportler beheimatet. Zahlreiche weitere Hengstpersönlichkeiten, die bereits auf nationalem und internationalem Parkett glänzen konnten, sind in den südbadischen Stallungen auch in den großen Parcours zu Hause.

Am Donnerstag starten die BadenClassics 2014 ab 11 Uhr mit einer Springprüfung für 7- und 8-jährige Nachwuchspferde. Außerdem finden die ersten Qualifikationen für die Mittlere und Große Tour statt. Nach der Hengstschau treten um 21 Uhr die Amateure aus der Region zu ihrer ersten Springprüfung der Klasse L an. Wer am Donnerstag schon einmal internationale Turnierluft schnuppern will, bezahlt am Eröffnungstag nur 5 € Eintritt.

 

Alle Infos zum Programm, Teilnehmern und Eintrittspreisen unter www.baden-classics.de.

 

 

 

St. Martin mit echten Pferden wie hier in Mönchweiler mit Irene Steigerwalds - vorne - unerschütterlichen Connemaras finden in der ganzen Region statt. Die Pferden brauchen Nerven wie Drahtseile. Die Stute vorn ist erst dreijährig! Foto: S. Przewolka

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

St. Martin zu Pferde

 

Pferde für den St. Martins-Ritt  brauchen Nerven wie Drahtseile. Hinter ihnen läuft die Blasmusik-Kapelle und überall wackeln komische Lichter und springen Kinder umher. Die Connemara-Züchterin Irene Steigerwald in Mönchweiler finden das toll. Sie lieben Menschen und deshalb stellen sie sich gerne ins Rampenlicht und machen im größten Getümmel mit - genau solchen Pferde bereichern den St. Martins-Ritt! Beim Umzug in Mönchweiler liefen gleich zwei Pferdchen mit, davon eines erst drei Jahre alt, was in Menschenalter umgerechte ein Kind mit 9 Jahren wäre. Aber auch diese Connemara-Stute fand den Zirkus um sie herum toll. Vor allem, weil es dafür jede Menge Äpfel zum Auffressen gab. Beide Pferdchen stehen übrigens zum Verkauf! Nährere Infos unter Handy 0176-94245804. 

Der 33-jährige Diskant inmitten seiner glücklichen Besitzerinnen Jana Ibscher (rechts) und Kerstin Hanusa. Bild: S. Przewolka

Unser Freund fürs Leben

 Von Sabine Przewolka

 

Die haselnußbraunen Augen in diesem Pferdegesicht strahlen so viel Gutes aus. Es blitzt aber auch ein bisschen jugendlicher Schalk heraus. Auf jeden Fall scheint der dunkelbraune Wallach mit Namen „Diskant“, der tagsüber auf einer Weide am Mönchweiler Friedhof steht,  alles zu wissen. Wer weiß, vielleicht kann er sogar „lesen und schreiben“, wie Pferdeleute die besonders klugen Hottehüs  gerne bezeichnen. Ganz sicher aber  kennt er seine beiden Besitzerinnen Kerstin Hanusa und Jana Ibscher ganz genau. Er begleitet sie schon so viele Jahre, über ihre Kindheit hinweg ins Erwachsenenalter, über schwere Zeiten und auch die wirklich schönen. Und deshalb wollen die beiden ihm mit dieser Geschichte über eine ganz besondere Freundschaft auch eine Art Denkmal aus Dankbarkeit setzen - und zwar so lange er noch lebt. Und auch da bildet „Diskant“ eine absolute Ausnahme. Denn er zählt immerhin schon fast 33 Jahre! Ein wirklich hohes Alter für ein Pferd, die normalerweise schon ab 20 Jahre auf die ewigen Weidegründe übergehen.

Blättern wir zuerst zurück. Kerstin und Jana schwärmen  wie viele andere Mädchen  nicht nur von Pferden und vom Reiten, sondern sie leben auch ihren Traum. Sie kennen sich, weil sie beide in Mönchweiler wohnen. Sie gehen seit der fünften Klasse auch in dies selbe Klasse, nämlich in die Fünfte im Hoptbühl-Gymnasium Villingen. Und nachmittags geht es dann oft in den Reitstall nach Mönchweiler. Sie lernen beide reiten auf Schulpony „Andy“, dann bekommen sie ein Pflegepferd namens „Makuba“. Die beiden 13-14-jährigen wünschen sich schon zu dieser Zeit aber nichts sehnlicher als ein eigenes Pferd. Und plötzlich rückt dieser Traum in greifbare Nähe. Denn sie kommen über ein anderes Pferd in den Pensions-Stall von Karl Lehmann am Ortseingang von Mönchweiler. Hier bleiben die monatlichen Kosten für ein Pferd auf dem Boden, die gesunde Haltung mit viel Weidegang braucht so gut wie keinen Tierarzt. In das große „Dankeschön“ an Diskant binden Kerstin und Jana deshalb ausdrücklich auch das an Familie Lehmann ein. Nur mit diesem Team ließ sich der Traum vom eigenen Pferd über alle Lebenshürden hinweg wie Ausbildung und Umzug in andere Städte weiter leben.

Da steht er also, dieser damals schon 17-jährige Diskant und schaut herunter auf seine beiden 14-jährigen Mädels. „Kauft den, von dem könnt ihr noch was lernen“, empfiehlt der erfahrene Pferdemann Karl Lehmann. Diskant ging früher auf Turnieren in M-Dressuren erfolgreich. Die Mädchen  drehen jeden Pfennig und jede Mark um, rechnen hier und da und kommen zu dem Schluss: Zu zweit  kriegen wir das hin. Kerstin trägt Zeitschriften aus und macht andere Nebenjobs, lässt sich Geld schenken zu jedem Geburtstag. Und Jana führt ihren Vater in den Pferdestall, um ihm Diskant zu zeigen. Die beiden beschließen, dass das Pferd für Jana der geeignete Seelentröster sein könnte. Denn ihre Mutter lebt zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Sie starb zuvor an einer unheilbaren Krankheit.  Die beiden wissen an diesem entscheidenden Tag im Pferdestall noch nicht, dass Diskant nur ein halbes Jahr später auch entscheidend dazu beiträgt,  den plötzlichen Tod des Vaters zu verkraften. Er stirbt, die Ursache bleibt bis heute rätselhaft,  innerhalb weniger Stunden, nachdem er ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Und hier fängt mit der Geschichte um das Pferd Diskant auch der Blick in die Tiefe an, genauer gesagt, was ehrlicher Familiensinn ausmacht. Denn Mädchen kümmern sich um Pferde nicht nur gerne, weil sie das wunderbare Gefühl erleben, scheinbar schwerelos getragen zu werden. Sie trainieren gleichzeitig, tägliche Verantwortung und Pflege zu übernehmen. Wie in einer Familie. Und nur eine Familie kann dieses Chaos auffangen, wenn eine 14-jährige innerhalb kürzester Zeit beide Eltern verliert. Ihre Schwester Anja Laskus lebt zu diesem Zeitpunkt schon in Wuppertal und arbeitet dort als Ärztin. Sie ist 16 Jahre älter als ihre Schwester Jana. Sie beschließt, den Job und ihr neues Heim in Wuppertal aufzugeben und nach Mönchweiler zurück zu kommen, damit ihre Schwester wenigstens ihr gewohntes Umfeld im Elternhaus behält und natürlich auch ihr Pferd „Diskant“ und mit ihm ihre besten Freundin Kerstin.

Jana und Kerstin überstehen mit „Diskant“ die Weltkrisen, in denen sich Teenager eben in dieser Zeit einfach befinden. Wie oft umarmten sie wohl seinen Kopf und heulten  sich ihren Liebeskummer an ihm aus? Und mit seinen treuen braunen Haselnuss-Augen begleitete er die beiden bei ihren Ausritten. Die eine im Sattel des Pferdes, die andere auf dem Fahrrad unterwegs und plaudernd über Gott und die schreckliche Welt. „Aber nachher war der Kopf frei“, lachen die beiden. „Diskant  hat uns aus der Kindheit ins Erwachsen-Sein getragen“, bringen sie es auf den Punkt. In schwierigen Zeiten gab er ihnen Stütze und Halt, gerade durch das täglich „Muss-noch-in-den-Stall“. Ob sich der Wallach wohl ab und zu mal Ohrstöpsel wünschte? Wahrscheinlich nicht. Während die beiden jungen Frauen von Höhen und Tiefen in ihrer Jugendzeit erzählen, schaut „Diskant“ mit seinen braunen Augen in die Ferne. Er hört gerne zu. Fühlt sich wichtig. Auch heute noch.

Denn die Schulzeit endet. Nur einmal bleiben Kerstin und Jana zu Hause und entschuldigen ihr Fehlen damit, weil „Diskant“ eine Kolik hatte und geführt werden musste. „Eine dümmere Ausrede hat sie noch nie gehört“, meinte die Lehrerin. Unwissende! Wegen etwas anderem hätten die beiden auch nicht die Schule sausen lassen. Beide gehen nach dem Abitur zum Studieren von Erziehungswissenschaften an die Pädagogische Hochschule nach Freiburg. „Diskant“ bleibt in Mönchweiler, Kerstin und Jana wollen ihm einen Umzug mit 22 Jahren nicht zumuten. Und bei der Familie  Lehmann wissen sie ihn bestens aufgehoben, auch wenn die Ausritte jetzt nur noch am Wochenende stattfinden. Das wirkt sich auf die menschlichen Beziehungen aus. Die Lebenspartner und der Freundeskreis von Kerstin und Jana müssen akzeptieren, dass das Wochenende mit ganz wenigen Ausnahmen „Diskant“ gehört.           

 Kerstin beendet ihre Ausbildung 2006, Jana 2009. Am Wochenende kommen sie immer noch wegen „Diskant“ nach Mönchweiler. Janas Freund Matthias kommt damit gut zurecht, geht in dieser Zeit auf Seen surfen. Kerstins kaufte sich noch ein anderes Pferd, ein etwas schmäleres Abziehbildchen von „Diskant“, auch in der Farbe schwarzbraun, weil ganz natürlich jedes Leben endlich ist. Auch das von Diskant - dessen sind sich beide Besitzerinnen bewusst, auch wenn er für sein Alter wirklich noch rund und gesund aussieht. Kerstins Zweitpferd „Leon“ soll diese Zeit erträglicher machen. Aber „Diskant“ ist nicht ersetzbar, auch wenn Ausritte mit ihm nur noch ganz gemütlich verlaufen. Kerstin und Jana sagen es in einem Satz: „Diskant ist unser Freund fürs Leben.“  

 

     

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