kuckuck mit typisch frau, Schülermagazin ultra und Passion Pferde
kuckuck             mit                  typisch frau, Schülermagazin ultra und Passion Pferde  

typisch frau

Die Seite "typisch frau" ist 14 Jahre lang einmal wöchentlich im Südkurier erschienen. Dann wurde sie im September 2012 abgesetzt, angeblich weil "Themenseiten nicht in eine moderne Tageszeitung passen, Sport und Wirtschaft ausgenommen".  Daraufhin gab es eine überwältigende -  aber leider erfolglose  Frauen-Revolution im Schwarzwald-Baar-Kreis. Allein die Landfrauenverbände Donaueschingen und Villingen mit 3000 Mitgliedern stellten sich hinter "typisch frau" weil sie eine Plattform für uns Frauen im Kreisgebiet darstellte. In vier Wochen kamen 1000 Unterschriften zusammen, um "typisch frau" wieder ins Blatt zurückzuholen. Ganz herzlichen Dank an alle für dieses Zeichen der Zusammengehörigkeit! Aber der Protest prallte ab.  

 

Hier lebt wenigstens ein Teil von "typisch frau" weiter!

 

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Das Gefühl aus Kindertagen 

Plötzlich durchfährt einen dieser Gedankenblitz von oben nach unten und alles klärt sich in dieser Sekunde. Heute morgen laufe ich das erste Mal in meinen Barfußschuhen. Ja richtig gelesen. Auf den ersten Blick ein Widerspruch. Aber der Himmel wirkt blauer als sonst, die Sonnenstrahlen gehen durch bis auf die Seele und es richtig so wunderbar nach Wiesenblumen. Und dann durchschießt es einen wie ein Blitz vom Himmel. Mit dem Barfu0laufen kehrt dieses  Gefühl aus Kindertagen zurück!  Dieses unbeschwerte einfach in den Tag hineinlaufen, so leicht und unbesorgt. Damals, als es noch kein „Muss noch...“ gab. Wie das Gedicht in des kürzlich verstorbenen Bestseller-Autors Peter Härtling: Glück – Nichts mehr/ was dich treibt/ nichts mehr was dich hält/ Auf den Hügel hinauf/ und so lange nach innen singen/ bis die Stimme dich aufhebt/ und mitnimmt.

Wenn die roten Steinläuse liefen, flogen die Schuhe in den Schrank und dann ging es barfuß hinaus in Wald und Wiesen. Zuerst ging es über Steine eher im Schleichgang, aber im Herbst machten die auch nichts mehr aus. Heute braucht der neuzeitliche Mensch, der sich eben nicht nur über Wald und Wiese fortbewegt, dafür aber sogenannte Barfußschuhe. Sie sehen aus wie Socken, aber mit einer stabilen Plastiksohle unten, die vor Glasscherben, spitzen Gegenständen oder Insektenstichen schützt. Es gibt auf jeden Fall ein bisschen das Gefühl zurück, barfuß zu laufen.   Der Fuß rollt nicht mehr auf der Ferse ab, sondern setzt eher auf dem Ballen an, der Gang wird  leicht und geschmeidig. Und wenn Körper, Seele und Geist tatsächlich zusammen gehören.... Sabine Przewolka

P.S. Ganz unten steht in einer anderen Reportage, warum barfußlaufen so gesund ist und die Ferienzeit dafür genutzt werden sollte! Meine Barfßschuhe heißen "Leguano classic" in kastanienbraun und agavengrün und ich habe sie bei Claudia Eppler im Schuhhaus "Hoffmann" in Königsfeld gekauft. Super Beratung! Und sie hat sogar einen kleinen Barfuß-Pfad angelegt, um die speziellen Eigenschaften austesten zu können.  

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Zum Tod von Christina Nack

Da steht das absolute Traumpaar direkt vor unserer Nase und wir bemerken es gar nicht. So erinnert uns Christina Nack mit ihrem Buch „Angesetzt“ über Essig und Öl einfach mal daran, die Augen zu öffnen und diese wunderbaren  Dinge staunend wahrzunehmen, die nur ein paar Zentimeter vor uns stehen. Wir brauchen keine Sicht auf Weltwunder! Wir haben sie bei uns in der Küche! Und deshalb geht es in der Lesung von Christina Nack beim „typisch frau“-Event vor Jahren im Parkcafé Stern und Haus des Gastes in Königsfeld nicht einfach nur um Essig und Öl, sondern um diese faszinierenden Welten rund um diese Jahrtausende alte Nahrungs- und Würzmittel. Zum leider viel zu frühen Tod von der erst 58-jährigen Christina Nack, mit der ich mich wegen der Liebe zu gutem Journalismus,  Pferden, Tieren und Landwirtschaft verbunden fühle, hier meine Reportage über ihre Bücher!

 

Das „Traumpaar“ Essig und Öl steht bei jedem im Haushalt aber kaum jemand weiß genauer über diese Lebenselexiere bescheid. Vielmehr teilen sich die Menschen in zwei Extreme: Die einen nehmen die preisbewussten Billig-Varianten von Essig und Öl, die anderen achten auf höchste Qualität und bezahlen dementsprechende Preise. „Doch Qualitäts- und Preisbewusstsein müssen kein Widerspruch sein“, schreibt Christina Nack in ihrem Buch. Sie nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise über Essig und Öl und ermuntert zu Experimenten.

 

Wussten Sie, dass es Essig schon vor Beginn der Menschheit gab? Denn er ist, wie die Autorin als Extrakt ihres Buches festhält: „Die Sinngebung von Fruchtzucker“. Fruchtzucker aus Äpfeln, Himbeeren, Kirschen, ja auch aus Kartoffeln, Getreide oder Kokosmilch  wird zu Alkohol und dann zu Essig. Aber Essig ist kein „schlechter“ Wein – vielmehr will Wein zu Essig werden. Und das stellt dann ein Endprodukt dar. Und hier liegt der Sinn und Zweck für uns Menschen. Denn als es noch keine Kühlsysteme gab, konnte vitaminhaltiges Gemüse oder Obst zum Beispiel nur mit Essig haltbar gemacht werden. „Er ist das älteste Konservierungsmittel der Menschheit“, schreibt die Autorin. Dabei geht sein Nutzen noch weit darüber hinaus. Essig regt die Bauchspeicheldrüse und die Verdauung an, stimuliert Kreislauf und Stoffwechsel. Oder woher kommt sonst der Spruch „Sauer macht lustig?“ Und als Wickel gehört er als Klassiker zu den alten Hausmittelchen. 

 

Wussten Sie, dass der menschliche Körper täglich selbst 100 Gramm Essig pro Tag zur Aufarbeitung von Speisen produziert?  So wundert es nicht, dass die ersten Nachweise von Essig schon 8000 Jahre alt sind, vor 4000 Jahren galt er als beliebtes Erfrischungsgetränk oder als Heilmittel gegen alles, selbst den „bösen Blick“. Die eigentliche Arbeit erledigen dabei Mikroorganismen, die Sauerstoff atmen müssen, um Alkohol fressen zu müssen. So einfach erklärt die Autorin komplizierte Zusammenhänge. In Teil 2 ihres Buches über Öl eglingt ihr das auch mit den gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Hier profitieren die Leser eindeutig von Christina Nacks langjähriger Berufspraxis als Redakteurin. Sie betreibt ein Freies Pressebüro in Königsfeld. Ihr Fachbuch über Essig und Öl liest sich durch die überraschenden Details spannend und unterhaltsam. Und es gehört damit zu einem Muss für Koch-Fans.

Denn fristete Essig lange eher ein Schattendasein, so entdeckte ihn die Nouvelle cuisine für leichte, leckere und bekömmliche Gerichte. Heute gibt es in allen Ländern regelrechte Traditionen, wie die französischen Cornichons, die englischen Mixed Pickels und Sushi aus Japan. Für Essig wie den 12 Jahre gereiften Aceto Balsamico legen Kenner heute ganz viel Geld hin, aber es geht auch billiger. Christian Nack gibt darüber in ihrem Essig-Abc einen Überblick.

 

Das gleiche Abc machte sie auch über verschiedene aromatisierte Öle.

Wussten Sie, dass es etwa 40 Pflanzen gibt, aus denen Öl hergestellt werden kann? Alle Menschen, Tiere und auch Pflanzen brauchen Fette für ihr Leben. Deshalb gehört Öl auch zu den wichtigen Bestandteilen unseres Essens und zu den ältesten Lebensmittelns überhaupt. Der Olivenbaum galt nicht zu unrecht als Symbol für Frieden, Gesundheit und Reichtum. Wünschenswert ist ein hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Vorsicht geboten bei gesättigten, weil die den Cholesterinspiegel beeinflussen. Pflanzenöle enthalten viele lebenswichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Zusammen ergibt Essig und Öl ein phantastisches Traumpaar. Und deshalb widmet Christina Nack ihnen am Ende auch mehrere Seiten für Salatdressings,  köstliche Mixturen und leckere Rezepte. Ja sogar Hausmittelchen hält sie in dem knapp 100-Seiten-Werk fest und damit ist es auch ein perfektes Geschenk und Mitbringsel.

 

Einen kleinen Abstecher macht Christina Nack an diesem Abend auch noch in ihr gerade herausgekommenes Buch über „Weintrauben für den Hausgarten.“ Wer würde nicht gern im Herbst direkt an seiner Hauswand oder auf der Terasse selbst gehaltene Weintrauben naschen? Die passionierte Hobbygärtnerin gibt darin Einblick in das Ausssuchen  und Halten von Tafeltrauben. Geht nicht im Schwarzwald? Das stimmt nicht, denn mittlerweile gibt es perfekt auf Hochlagen abgestimmte und gegen Pilze geschützte Weintrauben-Sorten. Im Gartencenter Späth zwischen Villingen und Schwenningen gibt es sogar eine Auswahl von roten und weißen Trauben davon.

 

„Ich bin eine Bauerntochter“, erzählt Christina Nack über ihre Motive zu den beiden Büchern. Als Ausgleich zu ihrem eher geistigen Beruf geht sie gerne in den selbst angelegten Garten, legt Beete und auch Blumenrabatte an. In ihrer Kindheit und Jugendzeit half sie ihren Eltern in der ehemaligen großen Landwirtschaft. Der Österreichische Agrarverlag aus Wien rannte deshalb bei ihr offene Türen ein, als er wegen der Bücher bei ihr anfragte. „Ich will säen und auch ernten“, begründet sie ihre Liebe zur Gärtnerei. 

 

Christina Nacks Buch „Angesetzt – Essig und Öl selbst ansetzen und aromatisieren“ (ISBN 978-3-7040-2352-0) und „Weintrauben für den Hausgarten“ (ISBN 978-3-7040-2331-5) sind im Österreichischen Agrarverlag erschienen und über jeden Buchhandel zu bestellen.

 

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Älterwerden macht Spaß

Von Sabine Przewolka

 

Irgendwann platzte es einfach so aus mir heraus: „Sterben ist doch scheiße!“ Aber eigentlich ging es mir dabei nicht um das Ende des Lebens, sondern eigentlich generell ums Älterwerden. Die Antwort meiner 90-jährigen Mutter, die im Sterben lag, fiel für mich überraschend aus: „Och – warum?“ „Müsst nicht traurig sein – geht alles seinen Weg!“ tröstete sie uns noch, wenn wir vor ihrem Bett heulten wie die Schloss Hunde. Aber können wir das einfach so akzeptieren? Dass am Ende eines Lebens der langsame Verfall steht? Wenn die Haare weiß, die Haut faltig und die Figur aus dem Leim geht?  Versuchen wir nicht immer, besonders jung, frisch und topfit auszusehen?  Weil uns das der Markt und die Gesellschaft das so vorschreiben. Die Menschen in den Medien sehen gut aus, sind immer bestens gelaunt und kennen die Sorgen der über 50-jährigen nicht.

 

Und doch trifft uns das Problem, dass wir älter werden, jeden verfluchten Tag. Morgens humpeln wir aus dem Bett und blicken in ein verknittertes Gesicht im Spiegel. Dann könnten wir eigentlich schon nach dem Kaffee wieder zurück ins Bett fallen vor Müdigkeit. Altern ist doch scheiße!  Aber die einzige Möglichkeit, dem zu entgehen, ist jung zu sterben.  Oder sich einen riesen Spaß aus jeder Falte, jedem Wehwehchen oder grauem Haar zu machen. In dieser ganzen perfekten und schönen Welt gehört eine große Portion Mut dazu, der einbrechenden Optik und den schwindenden Kräften hoch erhobenen Hauptes gegenüber zu stehen und sich vielleicht sogar vor Lachen über sich selbst zu biegen. Ich finde das ehrlich gesagt viel sympathischer als die Haare zu färben und zum Schönheits-Chirurgen zu gehen.

 

Sterben muss ein schönes Gefühl sein. Der Franzose sagt nicht zu Unrecht zum Orgasmus „le petit mort“ – der kleine Tod. Eine Explosion von einem guten Gefühl. Die Seele wie in der Hängematte unter Palmen an einem schönen blauen Meer baumeln lassen. Nichts regt einem mehr auf, weil die Kraft dafür einfach fehlt. Eine der Hauptübungen im menschlichen Leben ist die Akzeptanz. Dass garantiert niemand aus diesem Leben kommt, ohne zu sterben.    

   

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"Müsst nicht traurig sein" - zum Tod von Rosemarie Przewolka

Von Sabine Przewolka 

 

Nach dem letzten Atemzug ihrer Oma Rosemarie Przewolka sagte Enkelin Lissy erstaunt: „Das war so was von unbedeutend!“ Wenn im Tod wirklich eine letzte Weisheit steckt, dann darin, dass das Ende wirklich eher wie ein hingehuschter Schlusspunkt wirkt, wenn das Leben vorher so viele positive Werte wie fürsorglicher Familiensinn, außergewöhnliche Hilfsbereitschaft und fröhliche Geselligkeit enthielt. Rosemarie Przewolka schlief am Samstagmorgen friedlich zu Hause im Kreise ihrer Familie wenige Monate vor ihrem 91. Geburtstag ein. Immer wieder munterte sie die Enkel auf: „Müsst nicht traurig sein - das geht alles seinen Weg!“ Und vielleicht deshalb trat sie mit einem zufriedenen Lächeln am Samstagmorgen ihre letzte Reise an.  

 

Beim Blick zurück auf dieses lange Leben konnte sich auch nur Frieden einstellen, denn es gelang ihr trotz schwerer Schicksalsschläge immer wieder, sich aufzurappeln und frohen Schrittes weiter zu gehen. Geboren in Basel, starb ihr Bruder mit acht Jahren, dann trennten sich die Eltern und sie kam ins Internat nach Königsfeld. Sie machte eine Ausbildung zur Krankengymnastin und lernte ihren ersten Ehemann Arnold Giebeler kennen. Dieser starb plötzlich und sie musste die achtjährige Tochter Christine in der Nachkriegszeit alleine durch bringen.  Dann trat ihr zweiter Mann Joachim Przewolka in ihr Leben. Er starb vor 20 Jahren. Und ihre Tochter Christine im Jahr 2007. Trotz dieser Todesfälle behielt sie aber immer ihre Frohnatur und besaß irgendwie ein geheimes Rezeptle, um jünger als ihr wahres Alter auszusehen. Ober lag es etwa an der großen Familie mit drei Töchtern, acht Enkeln und vier Urenkeln, die wie ein Jungbrunnen wirkten?

 

Der Name Przewolka ist in Villingen eng mit dem Tageszeitungs-Geschäft verbunden, weil Ehemann Joachim und Tochter Sabine beide als Redakteure arbeiteten. Rosemarie Przewolka gründete 1998 über die Sonderseite „typisch frau“ im Südkurier einen Frauentreff, der sich bis jetzt zweiwöchentlich im Kapuziner Hof zusammenfand und zeitweise bis zu 40 Frauen zum gemütlichen Plausch über Gott und die Welt anregte. Noch heute – Jahrzehnte nach ihrer Pensionierung - erinnern sich Patienten wegen ihrer menschlichen Art und fürsorgliche Pflege an eine Krankenschwester namens Rosemarie. Und im Villinger Stadtbild wird diese immer chic gekleidete Dame mit den eleganten Hüten jetzt auch fehlen. Sicherlich wird sie von den Vorangegangenen mit einem großen Strauß Schlüsselblümchen und Rosen empfangen - die liebte sie über alles.

 

 

Männlich ist sexy

 

 

Von  Sabine Przewolka

 

Er hört sich böse an. Nein. Nicht mein Mann Rainer. Der drückt mir eher still seinen Autoschlüssel in die Hand. Mein Familien-Van steht  zur Inspektion in der Werkstatt. Aber seine Blicke sagen alles: Fahr vorsichtig, mach‘ keine Delle in mein Auto, pass‘ auf beim Rückwärtsfahren... Und dann hüpft mein Herz, ich schwinge mich in seinen Mercedes und drehe den Schlüssel um. Er hört sich böse an, dieser 190-PS-Motor unter der schwefelgelben Motorhaube. Mercedes ist männlich. Und alles männliche finde ich sexy.  Ich fahre wie alle meine rund 5000 Facebook-Freundinnen, die sich „GS-Girls“ nennen,  ein Gelände-Motorrad, reite meine Pferde selbst ein – eines davon sieht aus wie Arnold Schwarzenegger auf vier Hufen, also wahrlich ein Ross für Ritter, um in den Krieg zu ziehen. Ich schieße auf regionalen Turnieren erfolgreich mit Pfeil und Bogen und leite eine Bogen- AG für Kinder. Und jetzt fahre ich Mercedes, weil ja irgendwie unsere drei Kinder von der Schule abgeholt werden, die Pferde im sieben Kilometer entfernt gelegenen Stall geritten werden müssen und eingekauft, Essen gekocht  – ach ja – die Arbeit als Journalistin nicht zu vergessen.  Der übliche Wahnsinn im Hamsterrad eben. 

 

Der Mercedes steht mir. Sagt übrigens auch mein Mann. Seit Jahrzehnten fährt er Krankenwagen, weil er für seinen Trial-Motorrad-Sport ein schnelles Transportmittel ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen suchte. Damals gab es nur einen schwachbrüstigen Bus oder  Anhänger-Fahren mit maximal 80 Stundenkilometern. Das Entdecken von Langsamkeit also. Oder als Alternative einen ausgemusterten Krankenwagen, in den bequem ein Trialmotorrad passt und der trotzdem über die Straßen flitzt. Erst einen W 123, dann W 124, W 210 und W 211 den E 280 CDI, ein Visser-Umbau Baujahr 2008. Die Leute gucken so. Deshalb wollen meine Teenager-Töchter auch immer mit Papas Notarztwagen in Überlänge nachts von einer Party abgeholt werden – das sieht cooler aus als eine Stretchlimousine!

 

Gut, es ist ein ehemaliger Krankenwagen in Knallgelb und er hört sich nicht nur böse an, er sieht mit seiner S-Klasse-Front auch ein bisschen Angst einflößend aus. Manche fahren rechts ran und lassen mich überholen, obwohl kein Blaulicht auf dem Dach zu sehen ist. Das tut gut. Wenn im Fernsehen „Germanys Next Topmodell“ läuft,  fühlt sich eine Frau ab einem gewissen Alter auf den Straßen in der Innenstadt so gut wie Luft. Eigentlich gar nicht da. Für jugendliche Schönheit gibt es irgendwann nicht mehr genug Makeup und oder Farbe fürs weiße Haar, die nicht aussieht wie ein schwarzer oder brauner Hut.

Dafür gibt es aber Autos wie diesen Mercedes, der die abgelaufene Zeit schwups wieder zurück dreht. Ich fühle mich plötzlich wieder wie eine Königin.

 

Okay, das liegt natürlich auch am Fahrkomfort. Fahren fühlt sich in diesem Mercedes an wie Reisen in einem Zug. Fast wie in einer Sänfte. Die Landschaft fliegt rechts und links vorbei ohne dass es rumpelt oder schaukelt. Der Fuß auf dem Gaspedal scheint die Kraft aus dem Motorraum quasi einzusaugen, nur durch leichtes Tippen wird der Körper durch den Schub in den Sitz gedrückt. Geschwindigkeit als Rausch erleben. Und sich trotzdem sicher wie in Abrahams Schoß fühlen. Schnell und sicher fahren unter einem guten Stern, der ja immer ganz vorne im Gesichtsfeld mitfährt. Das ist das Gefühl Mercedes und auch wir Frauen finden das einfach nur ge...nial! Wie Raumschiff Enterprise auf dem Weg zur nächsten Galaxie  schweben wir auf den Parkplatz vom Supermarkt – und landen mit der Überlänge von 5,5 Meter  auf dem Boden der Tatsachen. Ja, es gibt immer noch Unterschiede zwischen Mann und Frau, obwohl sich die Grenzen langsam aber sicher aufheben. Können Männer tatsächlich besser einparken als Frauen?!

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Och ist der süß! Igel-Babys retten gehört für Iris Müller zum Muss. Sie hat ein Herz für diese Stachelwesen und ein enormes Wissen.

Igel-Mama Iris

 

 

Von Sabine Przewolka

 

Jeder auch noch so kleine Igel bekommt bei ihr einen Namen wie „Bigabo“, die Abkürzung von „Biergarten Bochingen“, wo er ihr übergeben wurde. Oder „Frankenstein“ wegen seiner schweren Verletzungen im Kopfbereich. Iris Müller päppelt schon seit mehreren Jahren in Dornhan-Weiden  Igel gesund oder groß, die ohne die menschliche Hilfe jämmerlich eingehen würden. 59 Gramm wog das kleinste Igel-Baby, das Iris retten konnte. Mittlerweile sind es schätzungsweise über 70 Igel, die durch Iris Müller wieder in die freie Wildbahn entlassen wurden. Und das finanziert sie ganz allein aus ihrer eigenen Tasche - freut sich aber über jede Geld- oder Sachspende!

 

Die private Igelhilfe läuft über ihre Facebook-Seite „www.facebook.com/ Igelhilfe Dornhan“ oder ihre E-Mail-Adresse: igel-mutti@gmx.de. Bei Fundtieren informieren sie die Tierschutzvereine Oberndorf und Schwenningen auch  direkt. Denn mittlerweile gilt Iris Müller in der ganzen Region als Igel-Spezialistin und gibt ihr Wissen und hilfreiche Tipps auf ihrer Facebook-Seite und als Moderatorin und  in einem kleinen Internet-Forum weiter. Der größte Fehler: Auf keinen Fall darf Milch gegeben werden, da Igel laktose-intolerant sind und einen qualvollen Tod sterben.

 

Im Herbst geht es los mit diesen verwaisten und halb verhungerten Igel-Kindern, die Iris schon seit Kindertagen irgendwie in ihr Herz geschlossen hat. Sie erinnert sich noch gut anno 1993 an ein Theaterstück „Die Rache der Igel“ aus der Schule, von dem sie erst kürzlich wieder das T-Shirt gefunden hat: „Wahrscheinlich habe ich mit Kartoffeldruck den Igel vorne drauf gedruckt“, lacht sie. Und dann schleppt ihr Lebensgefährte einen durch einen Fadenmäher am Rücken schwer verletzten Igel an. Und so startete die private Igelhilfe. An der Wunde hatte bereits eine Fliege ihre Eier abgelegt und Iris sammelte mühsam die Maden ab. Aber sie brachte den Igel durch und dann kam einer nach dem anderen.

 

Wer bei Dauerfrost und Schnee einen Igel findet, auch einen erwachsenen, sollte ihn sofort zu einem Igelpfleger wie Iris Müller bringen, denn die Uhr tickt. Nur wenige Tierärzte kennen sich gut aus. Medikamente gegen Würmer und Flöhe können tödlich für den Igel ausgehen, wenn er das Medikament nicht verträgt. Aber auch das zu schnelle Aufwärmen kann durch einen Kreislaufkollaps tödlich enden. Bis Ende November sollte ein Igel-Jungtier 600 Gramm auf die Waage bringen. Zur Unterstützung im Garten eignet sich als Futter Katzen-, Feucht- und Trockenfutter, Rührei oder Rinderhackfleisch mit ein paar Tropfen Öl. Das im Handel angebotenen Igel-Futter ist viel teurer, enthält aber dasselbe wie Katzenfutter.

 

Iris Müller nennt sich zu Recht „Igel-Mutti“, weil zu ihr ganz viele Igel-Babys kommen, deren Mutter gestorben ist oder ihre Jungen verlassen hat, um sich selbst durchzubringen. Die Igelkinder krabbeln vor Hunger aus dem Nest und rufen durch lautes Zwitschern. Das sind für einen Igelpfleger wie Iris absolute Alarmsignale.  Ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Mutter wird nicht mehr zurückkommen und die Chance zu überleben sinkt für deren Babys mit jeder Stunde.  Zuerst sollten die Babys, meistens vier bis sechs pro Wurf, in einen Karton mit kuscheligen Handtüchern und einer warmen, aber nicht heißen Wärmflasche gelegt werden.

 

Igel-Mutti Iris Müller jedenfalls wünscht sich von ganzem Herzen mehr igelfreundliche Gärten mit natürlichen  Unterschlüpfen wie Holzstapel, Reisig- oder Laubhaufen und viel einheimischem Gebüsch und längerer Wiese, oder liegen gelassenes Fallobst. Auch  Igelhäuser oder Futter- und Wasserstellen machen den Igeln den Überlebenskampf viel leichter.

 

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Das Geheimnis der Wunschfigur 

 

Von Sabine Przewolka

 

Hinter jeder, aber auch wirklich jeder Frau steckt ein Geheimnis. Manchmal lüftet sich das ganze Blendwerk erst, wenn sie sich auszieht. Da erst zeigen sich die nackten Tatsachen. Petra Haller lächelt. Ihr gehört die Modell-Agentur „Sissis Erben“ (www.sissis-erben.de). Und zu historischen Gewändern gehören Korsetts als Muss dazu. Allein die schweren Reifröcke würden sonst die Hüften schmerzhaft einschnüren. Aber die Frauen in der Runde, die sie zu einem Plauder-Nachmittag über Korsetts eingeladen hat, tragen auch außerhalb von geschichtsträchtigen Events Korsetts. Manchmal kombiniert zu eleganter Abendmode, aber auch ganz frech als Hingucker zu Jeans. Denn dieses Gewand, das den Frauenkörper die Silhouette einer Sanduhr zwängt,  erlebt zurzeit eine regelrechte Renaissance – vor allem in der Gothik- und Steampunk-Kultur.

 

Warum wollen Frauen schön sein? Natürlich wegen der Männerwelt! Und die scheint auf Korsagen mit fast übertriebener Höflichkeit zu reagieren. Die werten Herren müssen das auch, weil sich Damen in Korsetts zum Beispiel kaum mehr bücken können. Fällt etwas herunter, dann kann sie es nur durch einen Trick im Ausfallschritt wieder aufheben – oder eben der Herr eilt ihr zu Hilfe. Und doch gibt es zwei Schubladen, in die Korsett-Trägern sofort gesteckt werden. Die eine: Nur eine Verrückte „quält“ sich so. Und die zweite Kategorie ordnet es komischen sexuellen Vorlieben zu. Aber im Liebesleben, das versichert Petra Haller, spielen Korsetts eigentlich keine Rolle.

 

Nur die feinen Damen leisteten sich früher Korsetts, Lieschen Müller vermochte diese nicht zu bezahlen. Und deshalb signalisierte eine Wespentaille schon von weitem einen gewissen vermögenden Status. Wahrscheinlich wünschten sich im Laufe der Jahrhunderte manche der feinen Damen aber eher weniger Geld, als die Marter des Korsetts. Das älteste wurde im Grab von der damaligen Stil-Ikone Eleonora von Toledo 1522 bis 1566 gefunden, verstärkt durch Fischbein und Metall. Heute gelingt es durch moderne Materialien die Qual wohl in Grenzen zu halten. Oder abzumildern mit eng anliegender und trotzdem formender Shapewear. Am Ende passt sich das Korsett der Figur seiner Trägerin an und kann deshalb auch nicht mehr ausgeliehen werden.

 Und doch reicht das Schönheitsideal der damaligen Zeit bei weitem nicht an das heutige heran. Damals galt eine Taille von 60 Zentimeter Umfang als schön, aber bei einer durchschnittlichen Größe von 160 Zentimeter. Heute müssen Models diese Taillenweite  auf einer Größe von 1,80 Meter besitzen.

 

Um die Jahrhundertwende erlitten die Frauen aber viele Totgeburten oder gebaren sogar missgebildete Babys. Als Ursache galten die Korsetts, die möglichst lange in der Schwangerschaft getragen wurden. Im Übrigen endeten damals viele Treppenstürze tödlich, weil sich die Rippen unweigerlich in die lebenswichtigen Organe bohrten. Es gab damals sogar regelrechte Schnür-Furchen in den Taillen. Aber dann begann 1914 der Erste Weltkrieg. Die Frauen legten die Korsetts nieder, weil sie oft die Handgriffe ihrer Männer erledigen mussten – die schließlich in den Krieg gezogen waren. Es gab kein Platz und keine Zeit mehr für schöne Figuren und damit auch Korsetts. Auch gab es keine Zofen mehr, denn ein Korsett kann eigentlich nur angezogen werden, wenn von hinten jemand die Schnüre anpasst. Erst 1933 tauchte es wieder auf und führte bis heute zu zwei Weltrekorden. Ethel Granger schaffte die schmalste Taille der Welt 33 cm Taillen-Umfang und Cathie Jung 38.

 

Das erotische Image erhielten die Korsetts im 21. Jahrhundert durch billige Pornofilmchen. Heute tragen sogar Männer Korsetts, um ihren Bauch flach zu machen. Oder aber im aufgebrezelten Drag-Queen-Milieu. Dabei gibt es drei Varianten, die den weiblichen Körper ohne Operation mit einer Wespentaille verschönern. Das Taillen-, Vollbrust- oder Halbbrust-Korsett. Hier allerdings könnten sich leicht unter den Achsel unschöne sogenannte „Achsel-Brötchen“ vor allem bei großer Oberweite bilden. Denn irgendwo muss die weggedrückte Haut ja hin. Aber durch die verschiedenen Variationen können sich die Frauen dann das vorteilhafteste für ihre Figur auswählen.

 

Petra Haller vertreibt die Korsett-Marke „Revanche de la femme“ (Homepage www.rdlf.de) mit qualitativ hochwertigen Korsetts, die mit verschiedenartigen Materialien einen möglichst angenehmen Tragekomfort bieten. Mit Stoffmustern und dem Rat einer erfahrenen Korsett-Trägerin kann sich dann jede Frau den Traum eines Wunschkörpers in allen Farben, Formen und Fasern erfüllen. Mehr unverbindliche Informationen ab 18 Uhr unter Telefon 07721/ 20 66 851.        

     

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Mensch oder Gegenstand?

 

Von Sabine Przewolka

 

Die Pantherin spricht leise - aber mit Wortgewalt. Die Sätze zerreißen die Stille im Raum. Sie bringt die Moleküle der Luft zum Schwingen, dann die Haut und schließlich unvermeidlich auch die Seele der Zuhörer.   Am Ende stehen fast alle auf, als Lilly Lindner -  ganz in schwarz gekleidet - in die Runde fragt, ob jemand schon den Schmerz gefühlt hat, als Mensch verschluckt zu werden. Das Thema dreht sich zwar um sexuelle Gewalt, aber der Missbrauch von Vertrauen und die Seelenqual von ganz vielen fängt oft viel früher an. Die Vergewaltigung des tiefsten inneren Ichs betrifft eigentlich jeden. Tagtäglich. Die nächsten öffentlichen Lesungen mit der beeindruckenden Autorin Lilly Lindner finden am

 

Dienstag, 10. November, ab 19.30 Uhr im Fidelisheim Villingen und am Mittwoch, 11. November, ab 19.30 Uhr in der Hochschule für Polizei in Schwenningen

 

statt. Der Eintritt ist immer frei – das ermöglichen die Lionsclubs Villingen

und Schwenningen durch ihre „Freizeit-Werkstatt“  und der Weiße Ring Schwarzwald-Baar-Kreis. Sie sehen die Lesungen ergänzend zum Angebot von anderen Vereinen und Institutionen gegen Sexuelle Gewalt.

 

 Immer wenn Lilly Lindner kurz Luft holt und jemand im selben Moment eine Stecknadel fallen ließe, würde sich das wie der Donner eines nahen Gewitters anhören. Lilly Lindner liest die Texte fließend auswendig aus ihren Romanen. Sie scheinen wie eingebrannt in ihre Seele. So treffen sie wie Blitze, stromschlagartig in die feingliedrigsten Antennen des Publikums. Unweigerlich kommt einem bei Lilly Lindner die Kurzgeschichte von Franz Kafka „Der Hungerkünstler“ in den Sinn. Knochig, dünn wie ein Strich steht sie da mit einem Katzenbuckel und zieht die Menschen doch mit ihrer Größe in den Bann. Wie in Kafkas Kurzgeschichte, in der in den Käfig des verstorbenen Hungerkünstlers ein vor Kraft strotzende Panther einzieht  „...und die Freude am Leben kam mit derart starker Glut aus seinem Rachen, dass es für Zuschauer nicht leicht war, ihr standzuhalten...“

Denn trotz des niederschmetternden Themas macht Lilly Lindner Mut mit ihren Gedanken, gibt einen Weg vor, von einem schwarzen Tuch auf ein weißes unbeschriebenes Blatt Papier zu stehen.

 

Zum Beispiel gegen die Angst vor der Einsamkeit: „..und wenn du ganz alleine bist gehört der Boden auf dem du stehst doch dir!“ Dieser Satz stammt aus ihrem autobiografischen Werk Roman „Bevor ich falle“ und eröffnete die Lesung in der Deutenbergschule in Schwenningen. Den Lilly Lindner liest in dieser Woche auch in Schulen im ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis, die sie über die Lionsclubs angefordert  haben.  Lindners Biografie in Kurzform: Mit sechs Jahren vergewaltigt sie der Nachbar, mit 13 wird sie magersüchtig und mit 17 von mehreren Männern entführt und brutal missbraucht. Sie denkt danach als sehr gute Schülerin, dass es etwas wichtigeres gibt, als Abitur zu machen – zum Beispiel zu sterben. Mit 21 prostituiert sie sich in einem  Edel-Bordell. Heute steht sie da mit ihren Mädchen-Zöpfen und redet mit samtweicher Stimme, weshalb sich das, was sie in literarisch höchst qualitätvollen Worten sagt, gerade noch ertragen lässt. Sie bringt es in einem Satz auf den Punkt: „Das Gegenteil von Widerstand ist Gegenstand.“

 

Während der Lesung läuft immer wieder Musik, zu der sie feinfühlig Szenen mit einem Mann einbaut. Mit Oliver Neitzel zeigt sie, wie schwer Berührungen für Menschen werden, die wegen ihrer Vergangenheit und dem begangenen  Missbrauch eigentlich verschwinden wollen. Sie wirft rote Wollknäuel in die Zuschauer, verteilt kleine Zettelchen mit Merksätzen und wirft rote Papierschnipsel in die Luft. Das Publikum ist also ganz schön gefordert. „Wer bringt uns dazu, aufrecht durchs Leben zu gehen? Wer verspricht uns das Glück, das längst in uns liegt?“ fragt Lilly in die Menge. Und dreht am Ende den Spieß um. Sie will keine Fragen aus dem Publikum, sondern stellt sie ihren Zuhörern, die als Antwort aufstehen sollen: „Wer weiß wie es sich anfühlt, unter Wasser zu atmen?“ Da stehen zwei auf. Die junge Frau hält schon die ganze Zeit schluchzend ein Kuscheltier im Arm. Lilly Lindners Schluss-Satz hallt in dieser Nacht noch lange nach: „Das nenne ich Courage, sich von einem Gegenstand in einen Menschen zurück zu verwandeln!“   

 

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Büchsenmacher-Meisterin Monika Matyja kann aus einem groben Holzblock einen eleganten Gewehrkolben machen - in ihrem Mönchweiler Geschäft zeigt sie beim Tag der offenen Türe am Samstag alle Facetten ihres Berufs. Foto: Sabine Przewolka

Waffen lieben und leben

Von Sabine Przewolka

 

Ihr Makeup sitzt perfekt. Und durch ihren  filmreifen  Augenaufschlag unterstreicht sie noch mit ganzen weiblichen Charme diesem Satz: „Ich finde Frauen haben einfach ein besseres Gefühl für schöne Waffen!“  Die Büchsenmacher-Meisterin Monika Matyja weiß genau, wovon sie spricht. Am Samstag, 24. Oktober,  eröffnet die bald 23-jährige in Mönchweiler bei einem  Sektempfang ihre eigene Waffenschmiede „Classic  Caliber“ in der Hindenburgstraße 7, 10 bis 18 Uhr, gleich am Ortseingang kurz nach dem „Netto“. Eine ungewöhnliche Frau mit einem noch ungewöhnlicheren Beruf – doch für sie kam nie etwas anderes in Frage.

Schon als 10-jährige ging sie mit ihrem Vater Marek am Wochenende „auf den Schießstand.“ Erst Luftgewehr, dann Tontauben-Schießen, mal Lang- und auch Kurzwaffen. Schießsport bedeutet für sie auch heute noch Entspannung. Die Konzentration auf den Punkt, das Achten auf den Atem und das Zusammensein mit ihrem Vater ließen beide zu einem unschlagbaren kameradschaftlichen Team werden.  Und ihr weibliches Naturell schwärmte schon immer davon, dass beim Schießsport immer alles glitzert und blinkt. Nach dem Realschul-Abschluss kam auf der Suche nach dem künftigen Beruf aus irgendeiner Ecke die Idee, warum nicht Büchsenmacherin? Danach gab es für Monika nichts anderes mehr. Sie schrieb genau eine Bewerbung – nämlich an das Staatliche Berufsbildungszentrum in Suhl hoch im Norden, die Büchsenmacher ausbildet. Und dann zog sie mit 16 Jahren aus, um sich diesen Traum zu erfüllen.

Heute hält sie stolz den Meisterbrief in Händen und freut sich ab Samstag auf Menschen, die sich ihr liebstes Sportgerät  bei ihr genau passend machen lassen wollen. Sei es durch eine besondere Form, Farbe oder irgendetwas anderes. Beim Tag der offenen Türe präsentiert sie die Bandbreite ihres Handwerks in Schaukästen. Über sie lassen sich auch nach Vorlage der vorgeschriebenen Dokumente Waffen bei verschiedenen Herstellern bestellen. Monika Matyja kann spezielle Gewehr-Schulterlagen formen, einen feineren Abzug einbauen, durch schmückendes Holz, Gold oder Gravuren etwas Einzigartiges schaffen. Das Gravieren macht Monika aber nicht selbst, sondern da gibt sie das gute Stück in andere Hände zum Bearbeiten weiter. So erhält das meisterliche Handwerksstück in enger Absprache mit den Besitzern eine ganz besondere Note. Insgeheim hofft sie jetzt durch ihre Waffenschmiede  „Classic Caliber“ auch auf mehr weibliche Kundschaft.

Monika Matyja behandelt ihre ganz bewusst aus purem Handwerk entstehenden Produkte dabei, als wären es alle ihre „Schätzchen“, ja fast liebevoll und sehr behutsam. Waffen stellen für sie nichts Schlechtes dar. Nur der Mensch dahinter kann damit Spaß beim Sport oder aber auch anderen Schlimmes antun. Bei ihrer Ausbildung setzte sie sich erst in einer reinen Männerwelt im Internat durch und auch durch die stahlharte Materie. Zunächst lernt der Büchsenmacher nämlich den richtigen Umgang mit Metall, ehe es ins richtige Handwerk geht. Bis heute zeigt sie sich wie aus der Pistole geschossen begeistert von dieser Art Technik. Zum Probeschießen geht sie auf Schießstände in der Umgebung, die Nachbarn brauchen deshalb keinen lauten Lärm fürchten.

Ihr Meisterstück fertigte sie für ihren Vater an, gleichzeitig Oberschützenmeister bei der Schießgemeinschaft Schwalbenhaag in Villingen. Ihre neue Waffenschmiede im Erdgeschoß ihres Elternhauses entspricht allen von den Behörden vorgeschriebenen Sicherheitsstandards, alle Waffen kommen tagsüber in den Geschäftsräumen in einbruchsichere Waffenschränke mit Sicherheitsglas und nachts in einen Safe. Ihren Erfolg bringt sie so auf den Punkt: „Ich habe dafür ein Feeling – Büchsenmachen muss man lieben und leben...“

 

 

 

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60 Frauen führen drei Tage Vollgas Benzingespräche

 

 

 

Von Sabine Przewolka

 

 

Richtig wütend reagieren die BMW-GS-Girls auf dieses spöttische Grinsen von Männern, wenn sie erfahren, dass sie Motorrad fahren. Was? Eine halbe Portion Mensch und dann auch noch eine Enduro? Die Gefühle peitschen schnell hoch bei den 60 Frauen, die so nach und nach bei der Firma Touratech in Niedereschach um die Ecke biegen. Bei dem Treffen explodierten sie fast schon. Aber im positiven Sinne. Voller Freude, guter Laune und Tatendrang nach den neu geknüpften Freundschaften gründete sich eine neue facebook-Gruppe für Enduro-Fahrerinnen in Europa, um sich künftig zu Ausfahrten, Events oder gemeinsamen Aktionen zu treffen. Ihr Name: BMW GS-Girls – Central Europe Outings. Neue weibliche Mitglieder mit BMW-Enduro herzlich willkommen! Denn bei „Touratech“ gab es nur strahlende Gesichter beim ersten deutschen Treffen „BMW GS Girls central Europe get together“ am Wochenende 18. bis 20. September.  Die Firma für Produkte rund ums Motorradreisen zeigte ein besonderes Herz für Frauen – nicht nur, weil sie sie über alle drei Tage bei Speisen und Getränken frei hielt.

 

Auf facebook bildete sich die Gruppe motorradfahrender Frauen mit der Vorliebe für BMW-Enduros um die Abenteuer-Fahrerin Jolandie Rust. Eine von ihnen, Marta Carrasco, fing die Idee auf, ein Treffen in Deutschland zu organisieren. Sie schrieb Ramona Schwarz an und rannte offene Türen ein. Selbst passionierte Weltenbummlerin und Ehefrau von Touratech-Gründer Herbert Schwarz, besitzt sie ein großes Herz für motorradfahrende Frauen. „Ich möchte Mut machen, dass Frauen ihre Träume verwirklichen, auf ihr Motorrad sitzen und einfach in die Welt fahren!“ sagt sie nachdenklich. Und 60 BMW-GS-Girls aus neun europäischen Ländern reisten an, darunter auch Männer, die in einer Beziehung zu einem GS-Girl stehen.

 

Die Firma Touratech mit ihrem Knowhow für Events und dem Herz für Frauen stellte für drei Tage ein vielseitiges Programm zusammen. Mit Blick auf Firmenbesichtigung, geführte Touren durch den schönsten Schwarzwald, ein Workshop übers kompakte und leichte Packen und Pizzabacken im Holzofen bei Ramona und Herbert zu Hause lässt es sich nur mit einem Wort so umschreiben: überwältigend. Höhepunkt: Das professionelle Offroad-Training mit Vater/ Sohn Günter und Dominique Essig von „enduroXevents“. Serpil, die Freundin von GS-Trophy-Finalist Jens Andris, schaffte es mit ihrem Motrrad auf Anhieb, auf das fahrende Motorrad aufzusteigen. Sie besitzt erst seit zwei Monaten dafür den Führerschein. Und die routinierte und weitgereiste Fahrerin Jessica Lejne legte dafür ihren „Yellow boy“, eine R 1100 GS, in die nasse Wiese. Ihr Freund Bart klebte der zierlichen Jess eine zweisprachige Liebeserklärung mit schwarzem Filzstift über den bulligen Tank: „I love you Babe.“ Bei den GS-Girls geht es irgendwie  ein bisschen anders zu.  Eine reißt nach der Übung beide Arme hoch und jubelt: "Jaa! Nach 15 Jahren habe ich es das erste Mal allein geschafft mein Motorrad aufzuheben!" Übrigens geben viele Frauen ihren Motorrädern schöne Namen wie „Aurelie“, „Rita“ oder „Sonnenkälble“.

 

Frauen fahren anders Motorrad als Männer. Vielleicht nehmen sie sich selbst nicht so ernst und erleben so die echte reine Freude, Motorrad zu fahren. Kathrin aus Neckarbischofsheim mit ihrem stolzen Gardemaß von 1,86 Meter fährt an allen Männern vorbei bei einem Treffen und parkt ihre R 1200 Rallye hangabwärts in die einzig freie Stelle. Klar, dass sie das Dickschiff alleine da gar nicht mehr herausschieben kann und ihr mindestens fünf Männer grinsend dabei helfen dürfen. Oder die kleinwüchsige Andresa aus der Nähe von Köln, die in eine F 800 verliebt ist, aber eine F 700 fährt, weil sie dafür zu kurze Beine hat. So viele Geschichtchen drehten sich rund ums Motorradfahren und ließen ein ganz, ganz tolles Gefühl entstehen: wir!

 

Und im Schulterschluss geht es jetzt hinein in diese Männerdomäne Endurofahren, weil Abenteuer-Reisen auch Frauen Spaß macht. Der Film von Ramona und Herbert Schwarz durch Neuseeland mit einem Gespann und einer Solomaschine machte deutlich, dass diesem Leben auch zwei kleine Kinder nicht im Wege stehen. Und auch hier ging es am Ende um das „wir“, denn Herbert und Ramona Schwarz planen im Frühjahr 2016 unter dem Titel „United people of adventure“ eine Motorradfahrt mit ausgesuchten Freunden quer durch Madagaska und die sogenannte Piratenküste und suchen dafür noch Neugierige, die dafür eine Woche Urlaub opfern. Mehr braucht es nicht, den Rest stellt und bezahlt Touratech (Ausschreibung auf der Homepage www.touratech.de). Für das Pizza-Essen aus dem Steinofen mit anschließendem Abenteuer-Filmabend am Samstagabend öffneten Ramona und Herbert Schwarz für die GS-Girls sogar ihr Privathaus. Ebenfalls eine außergewöhnliche Geste der Gastfreundschaft.

 

Ramona glaubt, dass ganz eigentlich viele Frauen von Motorradreisen durch wildes Land träumen und sich das nur nicht richtig zutrauen. Sie findet deshalb rein weibliche Treffen wie das der BMW-GS-Girls hilfreich, solche Ängste abzubauen. Oft fährt der Partner schon sehr lange Motorrad und die Frau fängt erst an und kann nicht mithalten. Männer reagieren dann oft ungeduldig - unter Frauen ist das aber gar nicht schlimm. Nicht so Jens Andris, zweiter bei der BMW-GS-Trophy. Er findet es toll, dass seine Freundin Serpil nicht bei ihm hinten drauf mitfährt, sondern sich jetzt auf zwei Maschinen im wahrsten Sinne des Wortes neue Horizonte erschließen. Voller Stolz beobachtete er beim Offroadtraining, dass seine Freundin alle Aufgaben sehr sportlich schafft. Und mit ihr auch alle anderen. Am Ende scheint es, als ob sie alle in den zwei Stunden mindestens zehn Zentimeter gewachsen sind.       

 

Und doch bleiben es Frauen, auch wenn sie sportlich auf dem Motorrad unterwegs sind. Wie wählen sie ein Motorrad aus? „Natürlich nach der Farbe!“ kommt da wie im Chor die ehrliche Antwort – „was denn sonst?“ Auch Gila Neugebauer schmunzelt da und streicht ihrem „Flip“ über den british-racing-grünen Tank. Sie sei ein bisschen „BMW-verrückt“ und deshalb habe sie sich in die umgebaute Maschine sofort verliebt, die sie aber wegen der Umbauten erst nicht zulassen konnte. Sie schraubt an ihren insgesamt vier Maschinen, darunter auch andere Fabrikate, am liebsten selbst herum. Auch sonst laufen über drei Tage Vollgas Benzingespräche an den Tischen. Die Frauen kennen sich richtig gut aus. Und immer wieder gibt es diese unvergesslichen Gefühlsmomente, wenn die Frauen ein  Freudentänzchen aufführen, wenn eine BMW so richtig losblubbert. Durch die Adern der GS-Frauen pulst nämlich nicht nur gute Laune, sondern wahrscheinlich auch ein bisschen Benzin.         

 

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Eine Enduro namens Mimi

 

 

Von BMW-GS-Girl Sabine Przewolka

 

Wenn Frauen heute Motorrad fahren, gilt das nicht mehr als etwas Besonderes. Aber wenn sie von einer Geländemaschine absteigen, schon. Am Wochenende, 18. bis 20. September, strömen etwa 60 Frauen mit ihren Enduros aus ganz Europa nach Niedereschach zu einem Treffen der BMW-GS-Girls. Motto: „Central Europe get together“.

 

Die Frauen aus allen Ländern Europas nennen ihre Maschine dann nicht einfach nur „GS“ – also für Gelände und Straße geeignet. Sondern sie geben ihren Enduros Namen wie „Aurelie“, „Mimi“, „Rita“, „Stella“ „Wildfire“ oder eine quittegelbe auch „Sonnenkälble“. Insofern bleiben diese Motorradfahrerinnen ganz offensichtlich weiter typische Frauen, obwohl sie sich in einer Männerdomäne bewegen. Weil Männer wohl nur ganz selten  ihren Motorrädern so hübsche Namen geben. Nur Frauen mit GS-BMW-Motorrädern kommen in die Facebook-Gruppe hinein, am  Treffen dürfen aber auch GS-Fahrerinnen mit anderen Marken als Gäste teilnehmen.  Auch Männer dürfen gönnerhaft mit - aber nur, wenn sie in einer Verbindung  mit einem BMW-GS-Girl stehen.

 

Vor etwa einem Jahr bildete sich auf Facebook um die Abenteuerin Jolandie Rust eine Gruppe namens „BMW GS-Girls“. Seither erfährt sie wachsenden Zulauf – bis heute etwa 1300 Mitglieder, verstreut über ganz  Europa. Sie tauschen auf dieser Internet-Plattform zum Beispiel sportliche Infos über die Damenklasse in der GS-Trophy aus, international  ihre Reiseerlebnisse oder auch einfach nur schöne Fotos und Erlebnisse. Viele kommen  Ende September nach Niedereschach zu diesem Treffen. Von ganz nah wie Rottweil, ganz  fern wie Amsterdam oder noch weiter. Teilnehmerinnen aus neun Nationen haben bereits ihr Kommen zugesagt.

 

 Fest steht aber schon das Programm. Das Veranstaltungs-Team „Touratech“ besitzt ja ausreichend Erfahrung mit derartigen Veranstaltungen und  stellt Zeltplätze zur Verfügung oder hilft bei der Quartiersuche. Am Freitag ab 15 Uhr ist eine Firmenbesichtigung geplant, danach ab 19 Uhr ein Barbecue.  Am Samstag steht zwischen 9 und 10.30 Uhr ein Offroad-Training in kleinen Gruppen auf dem Programm. Trainingsinhalt: Balance, Zusammenspiel von Gas, Bremse und Kupplung, Haltung auf dem Motorrad, Fahren im Stehen, Bremsen und Beschleunigen, verschiedene Kurventechniken, Motorrad aufstellen… Das Enduro Training machen Günter und Dominique Essig von „enduroXevents“.

 

Das Vater und Sohn Gespann veranstaltet seit mittlerweile acht Jahren Offroad Events und Enduro Lehrgänge. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem enduroXcup, der ersten und einzigen Endurocross Serie Deutschlands. Günter Essig ist 60 Jahre alt, von Beruf Architekt und Enduro Fahrer aus Leidenschaft, am liebsten ist er auf Tour im Süden Frankreichs unterwegs. Sein Sohn Dominque ist 29 Jahre alt und Magister der Sportwissenschaften. Er fährt am aktiv Extremenduro-Rennen und ist dreifacher Red Bull Romaniacs Finisher. Ab 11 Uhr folgt „on-road“ in insgesamt fünf Gruppen geführte Tour von den Guides Susanne Vielhauer, Chris Knöpfle, Birgit Wegener, Willi Spath, Erich Zimmermann, Bernd Pribil, Roland Bertiller, Klaus Schmälter, Armin Priester und Stefan Ziegler. Die Guides haben sich dafür ganz unterschiedliche Lieblingsstrecken durch den schönsten Schwarzwald ausgedacht mit jeweiliger Einkehr in einem gemütlichen und stilechten Gasthaus. Produkt-Manager Bernd Pribil gibt  ab 17.30 Uhr hilfreiche Tipps, was auf einer Abenteuerreise nie in den Gepäckkoffern fehlen darf. Die Gastgeber Ramona und Herbert Schwarz versprechen danach Pizza aus dem Holzofen und zeigen den englischsprachigen Film „whereeverwego“über ihre Familienreise mit Motorrädern durch Neuseeland. Und am Sonntag geht es dann wieder ab 10 Uhr zurück in die Heimatstädte.

 

 Die bereits angemeldeten Frauen fahren oft die leichteren GS-Maschinen von BMW wie die F 650 GS, aber durchaus auch Schlachtschiffe mit  mehr Hubraum. Ein GS-Girl schrieb in der Facebook-Gruppe unter das Foto ihrer neuen 1200er-Maschine: „Ich bin verliebt!“ Es sind halt schon ein bisschen andere Frauen.  Abenteurerin Jolandie Rust kommentierte augenzwinkernd unter ihr Foto bei einer Wasserdurchfahrt im wilden afrikanischen Busch: „Schlammbad  ist gut für deine  Haut...!“ 

 

Programm:

http://data.touratech.com/Programm_BMW_GS_Girls_FINAL_14%2008.pdf   

 

 

 Übersetzung in Englisch von meiner Tochter Lissy Michna:

Today it isn’t something special anymore to ride a bike as a woman. At last when you ride a GS-machine (Enduro), it is! The weekend from 18. to 20. September, women from the whole Europe travel with their Enduros to Niedereschach in Germany to a meeting from the “BMW-GS-Girls. Their topic is “Central Europe get together”.

The women of all countrys in Europe don’t call their bikes “GS” – like “Gelände”  and “Straße” – cross an street. They give them names like “Aurelie”, “Mimi”, “Rita”, “Stella”, “Wildfire”, or a yellow one “Sonnenkälble” (which means “sun-baby-calf”). So the women stay women-like, although they are in a men world, because the won’t give their bikes such nice names. Only women with GS-BMW-motorcyles get in the facebook-group. At the meeting women with  motorcycles from other marks also can come. At last men can come to the meeting too, when they stand in connection with a BMW-GS-girl.

One year ago, it forms a group  on facebook around the adventuress Jolandie Rust called “BMW-GS-Girls”. Since then it grows – at last with 1300 members in whole Europe. They share sportive infos about the women-class in the GS-Trophy, their international travel-experiences ore just the pictures and experiences on this platform. Many comes end of september to Niedereschach to the meeting. Some very close like Rottweil, others very far from Amsterdam or much far away. This moment the sign is going on. Women from nine nations planed to come.

The program is planed. The meeting-team “Touratech” have a lot experiences with meetings like that, give them places for their tents or help by searching quartiers. On friday  is planed a company-tour, after that a BBQ. On Saturday Offroad-Training in little groups from 9 to 10.30 o’ clock. This training integrates: Balance, connection to gas, brake und clutch, how to stay on the bike, drive in sand, stop and go, technics in corners, pickup the bike.

The Enduro-Training is leaded from Günter und Dominique Essig from “EnduroXevents”. Father and son making since eight years Offroad- events and Enduro-Trainings. The Topic is the “enduroXcup” the first and only enduro-cross-series in Germany. Günter Essig is 60 years old, his job is engenieer and eduro-driver with passion. He prefers this doing in South of France. His son Dominique is 29 years old and magister in science of sport. He drives active extreme Enduro races and for three times Redbull-Romaniacs-Finisher. From 11 o’clock follows an “on-road” tour performed by Susanne Vielhauer through the beautiful Black Forest. Product manager Bernd Pribil is giving helpful tips, what should not forgotten in the package at 17.30 o’clock.

The hosts Ramona and Herbert Schwarz promised Pizza from wood stove and present their english-languaged movie “whereverwego” about their family tour on motorcycles through New Zealand. On Sunday from 10 o’clock all get on their way back home.

The women already signed in often drive the lighter bikes from BMW like the F 650 GS, already it gives some with more cubic. One GS-girl wrote on facebook under the picture of their new 1200-bike: “I’m in love!” They are strange women. Adventuress Jolandie Rust commented below her photo at a waterdrift through the African wilderness: “Mud bath is good for your skin!”

Photo-Text: Ramona Schwarz is a member of the facebook-group “BMW-GS-Girls” and is host with their husband Herbert at the Europe-meeting on the terrain “Touratech” in Niedereschach.   

   

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Der Kürbishut von Monika Broghammer sticht aus der Menge hervor – zur Eröffnung der Ausstellung „Moden. Schwarzwälder und andere Hüte“ trug sie einen besonderen Hut - wie viele andere Besucher auch. Foto: S. Przewolka

Die Geschichte des Kürbishuts

 

Von Sabine Przewolka

 

Der Kürbishut sticht aus der Menge heraus. Monika Broghammer trägt ihn wie ein Symbol zur Vernissage der Ausstellung im Franziskaner: „Moden. Schwarzwälder und andere Hüte.“ Viele andere tragen an diesem Abend auch Hut und bringen so auch von außen ein buntes Leben ins Museum, wo es sonst ja eher ruhig und nachdenklich zugeht. Noch bis 16. August dauert die Hutausstellung im Franziskaner, wobei der  Kürbishut dort nicht zu bestaunen ist - allerdings viele andere seltene Exemplare.

 

 Für das Erlebnis Geschichte begeistert sich Kunsttherapeutin  Monika Broghammer  besonders, weil ihre Vorfahren aus der Strohhutfabrik Mauch in Dunningen stammen. Alles, was sie in Kellern und Dachstühlen noch aus dieser Familientradition fand, liegt momentan in den Schaufenstern des Franziskanermuseum am Durchgang des Riettores.

Der Kürbishut von Monika Broghammer erzählt seine eigene Geschichte, wie auch all die anderen besonderes Exemplare in der Hutausstellung mit Variationen des Bollenhutes, dem Strohzylinder und Schnotz. Sammler Oskar Spiegelhalder trug die Exemplare zusammen und  erlaubt so der Nachwelt einen umfassenden Blick auf ein altes Handwerk, mit dem schließlich ein weit bedeutenderes Handwerk im Schwarzwald finanziert wurde: Die Uhrmacherei. All dieses Wissen findet sich in der Ausstellung im Franziskaner wieder.

 

Aber zurück zum Kürbishut: Der Onkel von Monika Broghammers Großmutter war zur Zeit Spiegelhalders Missionar in Asien. Er sandte regelmäßig Postkarten und Gegenstände wie den Kürbishut zu seiner Schwester Katharina Heim nach Lindenberg ins Allgäu, aber auch Muscheln oder schöne Vogelfedern. Sie heiratete Pius Mauch, der mit seinen Geschwistern die Strohhutfabrik in Dunningen betrieb. Die Ehe hielt nicht lange, Pius ging zurück nach Dunningen und holte später seine Kinder alle in den Schwarzwald.  Irgendwie blieb der Kürbishut aber bei ihm hängen.

 

Kunsthistoriker Peter Grassmann macht in Museen Spezialführungen „Rund ums Stroh“ und die Besonderheit von Strohobjekten. Auch im Kürbishut befindet sich ganz besonders geflechtetes Reisstroh. Grassmann schätzt den Hut auf ein Alter von 130 Jahren wegen dieser damals typischen Flechtart. Einfache Reisbauern auf den Philippinen trugen ihn bei der Arbeit – heute ist er wegen seines Alters ein kleines Vermögen wert.  (prz)

 

 

 

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Sissis Frauentraum

Von Sabine Przewolka

 

Sie trägt modisch kurze rote Haare und dazu eine hippe Brille – aber das Outfit von Petra Haller stammt aus dem vorigen Jahrhundert. Und trotzdem strahlt die junge Dame einen unvergleichlichen Chic aus. Vielleicht fasziniert das Petra Haller an dieser Mode aus längst vergangenen Zeiten und steht deshalb auch im Foyer des Franziksanermuseums in VS-Villingen, um im Rahmen der Serie „Blickpunkt“ rund 20 Besuchern eine außergewöhnliche Sicht in die Vergangenheit  unserer Vorfahren zu gewähren. Welche Frau schwärmt nicht insgeheim von diesen rauschenden und wallenden Gewändern aus der Jahrhundertwende? Im Mittelpunkt steht an diesem Abend ein besonderes Assessoire, das bis heute noch nicht seinen Reiz für Frauen verloren hat: Der Florentiner-Hut, manchmal auch etwas frech „Wagenrad“ auf den Köpfen der Damenwelt genannt. Er scheint immer noch aktuell – es gibt ihn gerade für wenig Geld aus Papier bei h & m.

 

Der Florentiner von Petra Haller ist allerdings ein kleiner Schatz. Die Produktion dieser handgefertigten Hüte aus gewalztem Stroh wurde weltweit eingestellt. Deshalb befindet sich das wertvolle Stück jetzt auch in der Ausstellung „Moden. Schwarzwälder und andere Hüte“, die noch bis zum 16. August im Franzikaner-Museum zu bestaunen ist. Und Petra Haller traut sich jetzt kaum noch, das wertvolle Stück draußen zu tragen. Und so plaudert sie an diesem Abend von diesen faszinierenden Frauenhüten, indem sie einen kleinen, aus Stroh geflochtenen  Zylinder trägt. Auch das gehörte damals zu einem chicen Outfit, ebenso der „Chapeau Claque“, der faltbare Zylinder, den Rolf Reichert an diesem Abend vorführt. Der erstaunliche Klapp-Mechanismus funktioniert noch einwandfrei, obwohl der Hut schon über 100 Jahre alt ist. Auch andere Details erfahren die Besucher, wie zum Beispiel eingenähte Blusenärmel, um die Kostüme zu schonen oder weiße Handschuhe für die Herren als Hygieneschutz.

 

Petra Haller erfüllt sich diesen Traum vor 25 Jahren und schneidert sich selbst so ein Walle-Gewand, um es zunächst bei Umzügen zu Pferde zu tragen. Heute bietet sie in ihrer Model-Agentur „Sissis Erben“ diese schmückenden Auftritte an. Und rund 60 Frauen und Männer machen dann bei den 20 bis 30 Veranstaltungen im Jahr mit. Sie tragen dann nach historischen Vorlagen nachgeschneiderte Moden wie eine „Krenoline“, die ihre Mutter Marion Mesle an diesem Abend trägt. Auch bei  Veranstaltungen im Franziskaner-Museum sehen die Besucher häufig „Sissis Erben“ in historischen Gewändern etwa aus der Zeit um 1860 bis 1912. Werktags sitzt Petra Haller an der Rezeption der größten Krankenkasse im Schwarzwald-Baar-Kreis und trägt alles, was zur Zeit modern ist. Aber in ihrer Freizeit lebt sie ihren Traum, Sissis Gewänder auch vor staunenden Augen in der Öffentlichkeit auszuführen und so die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit immer wieder aufzufrischen. 

 

 

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Kräuter-Porträts heißt das neueste Buch der Autorinnen Dagmar Schneider-Damm (rechts) und Meike Dörschuck. Bild: M. Mazanke

Natur oder Balkon als Apotheke 

 

 


Kräuter-Porträts heißt das neueste Buch der Fischbacher Heilpraktikerin und Autorin Dagmar Schneider-Damm. Es ist das dritte Werk, das sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Meike Dörschuck aus Sulzbach im Odenwald herausgibt. Im Hans-Nietsch-Verlag in Emmendingen waren zuvor bereits ihre Bücher Homöopathie-Porträts und Baum-Porträts erschienen. Kräuter-Porträts ist ein illustriertes, 212 Seiten starkes Handbuch über 25 weit verbreitete mitteleuropäische Heilpflanzen. Die Palette reicht vom Acker-Schachtelhalm über Gänseblümchen bis zum Weidenröschen. Das Werk basiert auf jahrelangen Recherchen und eigenen Erfahrungen der Autorinnen. Sie haben Überlieferungen der Volksmedizin, Naturheilkunde und Familienrezepte ausgewertet sowie Erkenntnisse der Homöopathie, der anthroposophischen Medizin und der Bachblütentherapie.

 

Der Leitfaden richtet sich zunächst an Laien, die in die Kräuterkunde eintauchen wollen und Tipps für die alltägliche Anwendung suchen. Sie erhalten naturheilkundliche und botanische Basisinformationen zu den Pflanzen. Sie erfahren einiges über ihre Geschichte und Mythologie und finden in dem Buch leicht umsetzbare Rezepte. Ein zentrales Anliegen der Autorinnen ist, den Respekt vor Pflanzen zu stärken und Vertrauen in die Heilkraft der Natur zu wecken. „Die Natur um uns herum bietet eine reichhaltige Apotheke für viele Beschwerden. Nicht umsonst heißt es: Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen“, sagt Dagmar Schneider-Damm. Schon der Gang durch den eigenen Garten oder ein Waldspaziergang bieten viele Gelegenheiten, Heilkräuter zu sammeln und sofort auszuprobieren. „Auf jedem Balkon oder auf der Fensterbank kann man sich ein kleines Kräuterbeet für den täglichen Bedarf anlegen“, rät die Heilpraktikerin und Reikimeisterin.

 

Therapeuten und Heilpraktiker finden zu jeder beschriebenen Pflanze weiterführende fachliche Hinweise aus der Homöopathie. Diese helfen ihnen, die Konstitution von Patienten – den homöopathischen Typ – genauer zu erkennen und den entsprechenden Heilpflanzen zuzuordnen. Die Autorinnen gehen von dem naturheilkundlichen Ansatz aus, dass sich Persönlichkeitstypen, Erscheinungsbild und Eigenschaften von Menschen bestimmten homöopathischen Mitteln und Heilpflanzen zuordnen lassen. Detailliert berichten die Autorinnen über die Inhaltsstoffe der Pflanzen wie ätherische Öle, Harze, Gerb- und Bitterstoffe und ihre Wirkung auf den Körper. Ein Thema ist die sogenannte Signatur der Kräuter, die Rückschlüsse auf ihre Anwendungsmöglichkeiten zulässt. So erinnert der Acker-Schachtelhalm an ein Skelett, zugleich ist er Heilmittel für Bewegungsapparat und Knochenbau.

 

Besondere Aufmerksamkeit widmen Dagmar Schneider-Damm und Meike Dörschuck der energetischen Bedeutung von Kräutern. So steht der Schachtelhalm dafür, dass man sich wieder aufrichtet, oder das Gänseblümchen für die Heilung verletzter Gefühle. Auch philosophische und historische Hintergründe haben sie zusammengetragen. Das Buch enthält einen Überblick über die bekannte Geschichte der Pflanzenheilkunde von 5000 vor Christus bis heute. Ein Kapitel widmet sich den Erkenntnissen des Naturwissenschaftlers Johann Wolfgang von Goethe und des Anthroposophen Rudolf Steiner.

 

Mit den bekannten Heilpflanzen stellt die Natur hochwirksame Mittel zur Verfügung, so Dagmar Schneider-Damm. Man kann sie auf verschiedene Weise aufbereiten, um körperliches und seelisches Unwohlsein und Krankheiten auf einfache Weise zu behandeln. „Kräuter sind nicht nur Quelle natürlicher Heilmittel, sondern auch Spender von Lebensenergie und wertvolle Begleiter auf dem Weg zur heilsamen Einswerdung mit allem Sein“, betont sie. Die Heilpraktikerin sagt: „Kräuter – Pflanzen überhaupt – zeigen uns eine phänomenale Überlebensstrategie. Sie sind anpassungsfähiger und intelligenter als wir erahnen.“ Das Buch solle auch dafür werben, die Heilkräfte der Natur vor diesem Hintergrund zu betrachten. Dagmar Schneider-Damm: „Es ist eine Einladung, natürlich zu leben, die Schätze der Natur zu genießen und eigene Erfahrungen mit ihnen zu sammeln.“

 

Von Meike Dörschuck gemalte Pflanzenporträts verdeutlichen die Charaktere der Kräuter. Sie helfen, die Pflanzen leichter zu erkennen. Ihre Kunstwerke sind von dem Gartenfreund und Impressionisten Claude Monet inspiriert. Das Buch enthält außerdem 32 Rezepte, die auf Meike Dörschucks Urgroßmutter Katharina Müller zurückgehen. Die Liste reicht von der Ampfersuppe bis zum Veilchensirup. Die Hebamme Katharina Müller hatte ihr Leben lang Heilkräuterwissen aus dem Odenwald gesammelt. Ein weiterer Aspekt der Kräuterkunde ist die von den Autorinnen entwickelte Methode der Quanten-Homöopathie. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der klassischen Homöopathie. „Die Quanten-Homöopathie arbeitet nur noch mit Informationen der Kräuter auf subatomarer und geistiger Ebene“, erklärt Dagmar Schneider-Damm. Man verwende gewissermaßen nur noch das vorgestellte Energiefeld einer Pflanze für therapeutische Zwecke. Dabei mache man sich Erkenntnisse der modernen Quantenphysik genauso zunutze wie Jahrtausende altes Heilwissen aus Asien und der Pazifik-Region.

 

In ihrem Seminarzentrum in Fischbach, einem 450 Jahre alten Schwarzwaldhof, gibt Dagmar Schneider-Damm auch Seminare zur Anwendung der Quanten-Heilung und Quanten-Homöopathie.

Die Autorinnen sind erfahrene Heilpraktikerinnen mit jeweils eigener Praxis, Homöopathinnen und Kräuterkundige. Weitere Spezialgebiet sind energetische Medizin (Reiki, TCM), Quantenheilung und geistige Heilmethoden. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, den Mitmenschen Wege zur ganzheitlicher Gesundheit und zum Einklang mit der kosmischen Ordnung aufzuzeigen. In diesem Sinne teilen sie Informationen über altes Heilwissen, bewusste Ernährung, spirituelle Entwicklung und natürliche Schönheit. In der Reikischule von Dagmar Schneider-Damm (www.reikischule-schwarzwald.de) bzw. in der Erdschwestern-Akademie (www.erdschwestern.de) können Interessenten an entsprechenden Seminaren und Treffen teilnehmen.

Über die Porträt-Reihe hinaus hat Dagmar Schneider-Damm als Co-Autorin, Ghostwriter und Redakteurin bereits 25 Buchprojekte betreut, die sich vor allem mit ganzheitlicher Heilwerdung, Energiearbeit, Persönlichkeitsentwicklung, antiker Weisheit und modernen Erfolgswegen befassen.


Informationen zum Buch
Kräuter-Porträts – Die Kraft der Kräuter naturheilkundlich und energetisch nutzen, von Dagmar Schneider-Damm und Meike Dörschuck, Hans-Nietsch-Verlag, 212 Seiten, ISBN 978-3-86264-259-5, 17,90 Euro.


Weitere Informationen
www.nietsch.de, www.erdschwestern.de, www.reikischule-schwarzwald.de


Kontakt
Dagmar Schneider-Damm, Heilpraktikerin, Reikimeisterin/-lehrerin
Bühlweg 3, 78078 Niedereschach-Fischbach, Telefon +49 (0)7725 449
E-Mail dagmar@erdschwestern.de, Internet www.erdschwestern.de

Meike Dörschuck, Heilpraktikerin
Margaritenstr. 6, 74842 Billigheim-Sulzbach, Telefon +49 (0)6265 95002
E-Mail meike@erdschwestern.de, Internet www.erdschwestern.de


 
Die Autorinnen

Dagmar Schneider-Damm (Jahrgang 1958)
Geboren in Heilbronn, aufgewachsen im Rhein-Main-Gebiet, seit 1986 gemeinsam mit Ehemann Bernward Damm im Schwarzwald zu Hause. Nach dem Abitur 1977 Studium der Politikwissenschaft, Publizistik, Amerikanistik. Nach dem Magisterexamen 1982 Ausbildung zur Redakteurin. Seit 1987 Tätigkeit als freie Journalistin, Autorin und Lektorin mit Schwerpunkt Gesundheit, Spiritualität und Lebenshilfe. In den vergangenen Jahren hat sie für verschiedene Verlage und Autoren 25 Buchprojekte redaktionell oder im Lektorat betreut. Sie ist außerdem mehrfache Literatur-Preisträgerin für Kurzgeschichten.

Seit 1990 wirkt Dagmar Schneider-Damm auch als Reiki-Lehrerin und -Meisterin (Aus- und Weiterbildungen unter anderem bei Phyllis Furumoto und Barbara Simonsohn). 1990 Gründung der Reikischule Schwarzwald mit regelmäßigen Kursen in Reiki und Quantenheilung. 1990 bis 1992 Ausbildung in Transpersonaler Psychologie bei Hans Endres und in Autogenem Training. 1994 bis 1996 Ausbildung zur Heilpraktikerin an der Paracelsus-Heilpraktikerschule in Villingen-Schwenningen. Weiterbildungen unter anderem in Emotionaler Balance Therapie/Omega Gesundheits-Coach bei Roy Martina, Schüssler Salze, Aromatherapie, Dorn-Breuss-Massage, Shiatsu, Biophotonen-Therapie. 2010 Ausbildung in Quantenheilung (Quantum Consciousness Transformation, QCT) bei Andrew Blake. Seit 2012 Ausbildung in russischen Heilmethoden bei direkten Schülern des Heilers Grigori Grabovoi.

Seit 1996 Heilpraktikerin in eigener Praxis in einem Schwarzwaldhof von 1570 mit uraltem Baumbestand, einem Heiligen Hain. Schwerpunkte sind Reiki, Quantenheilung, kosmische Heilmethoden, Homöopathie, Orthomolekularmedizin, ganzheitliche Gesundheitsberatung für Körper, Geist und Seele sowie Stoffwechselkuren.

Meike Dörschuck (Jahrgang 1969)
Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Petra Spohrer wuchs Meike Dörschuck behütet in einem Drei-Generationen-Haushalt in Mosbach auf. Eltern und Großeltern ließen den Zwillingen große Freiheiten, sodass sie bis zur Einschulung ohne Druck die Welt erkunden konnten. Meistens unterhielten sich die Mädchen auf telepathische Weise. Jede konnte die andere erfühlen. Diese Fähigkeit hilft Meike Dörschuck heute bei der therapeutischen Arbeit. In ihrem Leben haben die Familie und der Freundeskreis einen sehr hohen Stellenwert. 1992 erhielt sie die Fachhochschulreife. Mit ihrem Mann Michael Dörschuck hat Meike zwei wunderbare Kinder: Robin und Vivien. Sie unterstützten ihre Projekte von Anfang an.

Meike Dörschuck stammt aus einer alten Heilerfamilie aus Hohenlohe und dem Odenwald. Sieben Mitglieder der Spohrer-Familie waren Heilpraktiker oder Heilkundige. 1997 besuchte Meike Dörschuck die Paracelsus-Heilpraktikerschule in Heilbronn und Stuttgart. Danach absolvierte sie ein Praktikum bei der Kräuterkundigen und Phytotherapeutin Marlene Müller in Eberbach. Anschließend lernte sie bei Lars Kränzler Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit den Fachrichtungen Tuinamassage, Qigong, Akupunktur und Moxibustion.

Zu großem Dank verpflichtet fühlt sich Meike Dörschuck ihrem Cousin und Homöopathielehrer Wolfgang Spohrer, einem großen Heilkundigen, profunden Lehrmeister in Homöopathie und Systemaufstellungen sowie Reiki-Meister. Er vermittelte hervorragend komplexe Zusammenhänge in der Homöopathie. Mehrmals in der Woche wirkte Meike Dörschuck als Praktikantin in seiner Praxis mit und verfolgte Heilungserfolge. Außerdem besuchte sie zwei Jahre lang Wolfgang Spohrers Homöopathieschule im Kloster Bronnbach. Auch dort verknüpfte er geschickt Homöopathie und Systemaufstellungen.

In ihrer Naturheilpraxis in Mosbach bietet Meike Dörschuck seit 2004 unterschiedliche Heilungswege an, darunter Homöopathie, TCM und Tuinamassage, Pflanzenheilkunde und Systemaufstellungen. Vor einigen Jahren lernte sie die Quantenmedizin kennen und war sofort begeistert von der Methode. Die Verbindung von Homöopathie und Quantenmedizin entwickelte Meike Dörschuck gemeinsam mit Dagmar Schneider-Damm. Die beiden Heilpraktikerinnen haben festgestellt, dass sie nicht nur seelenverwandt sind, sondern vermutlich auch durch gemeinsame Ahnen aus dem württembergischen Hohenlohe verwandt sind.

 


 
 

 

 

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Bildtext: Rosemarie Przewolka aus Villingen feiert am Freitag, 1. Mai, ihren 90. Geburtstag. Mit dabei die acht Enkel, hier fünf davon: Von links Maxi, Laura, Moritz, Toni und Lissy. Foto: Sabine Przewolka

Flotte Oma mit 90

 

Von Sabine Przewolka

 

Zu ihrem 90. Geburtstag am Freitag, 1. Mai, ging Rosemarie Przewolka am Dienstag fröhlich in die Villinger Innenstadt und kaufte sich für das Familienfest in ihrer Lieblings-Boutique einen Blümchenrock und eine hübsche Bluse dazu. Im Straßenbild fällt sie als elegante und chice Frau auf, weil sie Wert auf ihr gepflegtes und modisches Äußeres legt. Und so glaubt ihr eigentlich keiner so richtig ihr Alter, wenn sie danach gefragt wird. Eigentlich kann sie es sich selbst nicht so richtig erklären, warum sie jünger wirkt, als ihr Pass Preis gibt. Wahrscheinlich liegt das an den acht Enkeln und vier Urenkeln, die sie bis vor ein paar Jahren mithalf, groß zu ziehen. Vielleicht wirkt aber auch eine große Familie wie ein Jungbrunnen auf Senioren?

Bei einem wunderbaren Tagesausflug nach Rheinfelden und Schönau-Tunau ging es mit der Familie kürzlich zurück an die Wurzeln ihrer glücklichen Kindheit. Hier wuchs die kleine Rosemarie im Hause ihrer Eltern und in  der Jagdhütte ihres Vaters auf. Ihr Leben verläuft danach in Höhen und Tiefen, die Eltern trennen sich nach dem Tod des Sohnes und Bruders Hans. Rosemarie kommt ins Internat nach Königsfeld, macht danach eine  Ausbildung in Krankengymnastik und lernt ihren ersten Mann Arnold Giebeler kennen. Er stirbt nach einem Skiunfall plötzlich, da ist die gemeinsame Tochter Christine gerade sechs Jahre alt. Danach lernt sie ihren zweiten Mann Joachim Przewolka kennen und heiratet ihn. Aus dieser Ehe gehen die Zwillinge Ulrike und Sabine hervor.

Der Name Przewolka ist in Villingen eng mit dem Tageszeitungs-Geschäft verbunden, weil Joachim und Sabine beide als Redakteure arbeiteten. Rosemarie Przewolka gründet über die Sonderseite „typisch frau“ vor über 15 Jahren einen Frauentreff, der bis heute noch zweiwöchentlich im „Kapuziner Hof“ zusammen kommt und von ihr moderiert wird. Auch ihren zweiten Mann und ihre erste Tochter Christine trug sie bereits zu Grabe. Es wohnt ein gutes, aber starkes Herz in ihr, das solche Schicksalsschläge aushält, ohne daran zu brechen. Oder die Familie fängt sie auf, wenn die Kräfte schwinden. Zum Geburtstag kommt der große Kreis wieder zusammen und feiert die bis heute flotte Oma. Und so passiert ein wundervolles Geben und Nehmen, das einen Menschen in Würde und bis heute weitgehend selbstbestimmt 90 Jahre alt werden lässt.

 

 

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Winziges Pflänzchen macht die Menschen überglücklich

Wie ein kleines Pflänzchen, nur ein paar winzige Blättchen am hauchdünnen Stengel, die Menschen in Entzücken und wahres Glück bringen kann! Beim „typisch frau“-Event während der Neueröffnung der Gärtnerei Ebert in Villingen am Samstag, 25. April, an der Vöhrenbacher Straße trugen rund 100 Menschen mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht diese gerade ausgekeimten Pfirsichbäumchen zu sich nach Hause an die warme Fensterwand oder ins Gewächshaus. Dieser Typ Pfirsichbaum übersteht zwar den Schwarzwälder Winter – aber so jung braucht er noch Pflege. Warum berührt die Geschichte über den winterharten Pfirsichbaum so viele Menschen hier in der Region? Vielleicht, weil er all diejenigen mit Lügen straft, die ihm das Überleben im eisigen Schwarzwald gar nicht zutrauen. Pflanzenexperten wissen nämlich, dass der Pfirsichbaum auch in südlichem Klima recht empfindlich reagiert.

 

Und erleben wir nicht alle immer wieder Situationen, in denen uns etwas nicht zugetraut wird? Wo auch wir Angst haben, etwas nicht zu schaffen? Und dan taucht plötzlich das Bild des zarten Pfirsichbäumchen mit seinen rosa Blüten auf und macht uns Mut. Der schafft es ja auch, wenn ihm der Wind eiskalt um die Nase weht – und das, obwohl ihm das ja niemand zutraut! Und wünschen wir uns dann nicht auch ähnlich dem kleinen Pfirisichbäumchen, dass wir dann die Fahne hoch halten und es den anderen dann gerade erst mit breitem Grinsen zeigen?

 

Aber auch die Geschichte dazu – vom Geben und Nehmen (siehe unten) – begeisterte die Leser.  Bei einem Ausflug der Landfrauen Villingen las eine Teilnehmerin im Bus den Text vor und so ließen es sich einige am Samstag nicht entgehen, bei der Neueröffnung der Gärtnerei Ebert so einen Schwarzwälder Pfirsichbaum-Setzling mitzunehmen. Zwei Landfrauen fuhren sogar während einer Goldenen Hochzeit vorbei, packten sechs Setzlinge ein – einen für das Jubelpaar und dazu noch die im „Büttel“ abgedruckte Geschichte und fuhren weiter zur Feier mit Mittagessen. Früher, so die Landfrauen im Bus, sei dieses Weitergeben von Pflanzen auf dem Dorf absolut üblich gewesen.  Eine ältere Frau in Mönchweiler sorgt so dafür, dass der winterharte Bergpfirsich auch andere Gartenfreunde beglückt.

 

Sogar extra aus Oberndorf kamen am Samstag die neuen Pfirsichbaum-Besitzer angefahren. Und Chefredakteurin Marion Peters vom „D’r Büttel“, die die ganze Geschichte druckte und ins Rollen brachte, schwärmte: „Wir machen aus Oberndorf eine Pfirsich-Stadt.“ Tatsächlich gibt es schon Pläne, im Sommer dort ein Pfirsichfest zu machen. Zur Zeit steht der Schwarzwälder Pfirsichbaum in meinem Garten, von dem die 100 Setzlinge stammen,  jedenfalls in voller Blüte. Die Bienen meines Nachbarn Heiner schräg gegenüber arbeiten fleißig, um die Blüten zu bestäuben und damit daraus bis zum Herbst süße Früchte werden. Ein herzliches Dankeschön an ihn, dass er mit seiner kleinen Imkerei im eigenen Garten so indirekt für diese herrlich aromatischen Pfirsiche sorgt. Im Herbst gehen die Kerne dann wieder an Gärtnermeister Hannes Wesely, der mit seinem von den Vätern vererbten grünen Daumen wieder Setzlinge daraus macht. Es sind noch einige wenige von der Ernte aus 2014 übrig.  

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Vom Geben und Nehmen und am Besten gleich Nachmachen

 

 

Pfirsichbaum übersteht Winterfröste – ein bisschen Urlaub mitten im Garten – Büttel-Aktion

 

Von Sabine Przewolka

 

Im Schwarzwald wachsen Pfirsichbäume und tragen sogar Früchte! Klarer Fall von „Zeitungsente“ aus der Fauna, denken Sie sich vielleicht? Nein, die reine Wahrheit! Und eine Geschichte, die nachdenklich stimmen soll zum Anfang  der Gartensaison. Durch Mönchweiler nahe der Doppelstadt Villingen-Schwenningen an den Ausläufern des Schwarzwaldes läuft eine ältere Frau und guckt so in die Gärten, was denn da so Schönes wächst. Und wenn sie dort jemanden erblickt, meistens weiblicher Natur, die sorgsam mit ihren  Pflanzen umgeht, dann fragt sie sie, ob sie denn einen Pfirsichbaum haben wolle. Sie pflegt damit einen Jahrtausende alten Brauch der Menschheit: Den des Gebens und Nehmens. Vor allem in kleinen Gemeinschaften ging es nämlich nicht darum, aus allem möglichst den größten eigenen Profit heraus zu schlagen. Es ging um die Freude, anderen etwas zu geben, ohne daraus irgendeinen Nutzen zu ziehen. Einfach nur für ein herzliches Dankeschön und um einem anderen damit eine Freude zu bereiten – was ja in Wahrheit auch einen Riesen-Gewinn bedeutet. Aber halt auf menschlicher Ebene.  Der Tausch von Pflanzen kommt wieder in Mode und damit ein vielleicht längst vergessenes Miteinander.

Zurück zu unserer netten Pfirsichbaum-Besitzerin aus Mönchweiler, die aber aus Bescheidenheit nicht genannt sein will. „Ja überlebt denn der Pfirischbaum überhaupt bei uns im Schwarzwald?“ fragt da die skeptische Blumenfreundin. Denn immerhin muss dieser eher im sonnigen  Mittelmeerraum angesiedelte Obstbaum auf 800 Metern Meereshöhe doch recht lange Monate klirrende Kälte aushalten. Und die Pfirsichbaum-Besitzerin erzählt von einem Nachbarn, der einst vor etlichen Jahren aus einer Baumschule in Bayern einen kleinen Berg-Pfirsichbaum nach Mönchweiler brachte und ihn in seinem Garten großzog. Er trug herrliche Früchte jedes Jahr und das überzeugte die Garten-Liebhaberin voll und ganz. So zog sie aus einem Kern ein kleines Bäumchen und fortan erntete sie im späten Herbst auch Pfirsiche in Mönchweiler, mit unvergleichlichem Aroma und herrlich süß.

Die Freude darüber behielt sie aber nicht für sich. Mit wachem Blick durchstreifte sie ihr Dorf auf der Suche nach weiteren schönen Plätzchen für diese robuste und gleichzeitig leckere Pfirsich-Sorte. Und so schenkte sie selbst gezogene Bäumchen her und freut sich, wenn sie wie der Ur-Baum auch die Winter unbeschadet überstehen, das erste Mal im Frühjahr zu blühen beginnen und schließlich die ersten Früchte tragen. Es entstehen immer nette Gespräche dabei, es wechselt auch mal ein Ableger von einer anderen Pflanze den Besitzer und schließlich ist Geben wirklich seeliger denn Nehmen. In diesem Sinne schauen Sie auch mal in Ihren Garten und fragen vielleicht einen Nachbarn, ob er nicht Interesse an einer Stockrose, Akelei, Margerite, Glockenblume oder Kräutern hat…?

 

 

Pfirsichbaum-Aktion

 

Haben Sie Interesse an einem winterharten Pfirsichbaum der Marke Mönchweiler? Hier gibt es aus Kernen gezogene Setzlinge zu kaufen: Bei der Eröffnung der Gärtnerei von Hansjörg Wesely in Villingen ab Samstag, 25. April, 9 bis 19 Uhr direkt an der Vöhrenbacher Straße beim neuen Lidl-Einkaufsmarkt  (gegenüber altes Kinder-Krankenhaus). Auf einem Restgelände der ehemaligen Gärtnerei Ebert – der Betrieb seines Großvaters -  entstand eine kleine, aber feine Gärtnerei der etwas anderen Art. Dort gibt es eben solche Raritäten , die einen Winter im Schwarzwald dennoch überleben. (prz)   

 

 

 

 

Von Frauen für Frauen - das kreative Team bei "Waschbär" in Freiburg entwirft die neuesten Trends. Bilder: S. Przewolka

Öko steht heute für schön

Es weht ein ganz besonderes Flair durch diesen Betrieb: Irgendwie „öko“. Das heißt, die Menschen lächeln hier bei ihrer Arbeit. Richtig gelesen. Nicht etwa Maschinen oder Computer tun hier ihren Job, sondern noch richtige Hände. Denn auch das gehört zum Konzept von „Waschbär“, dem größten Umweltversand in Deutschland mit Sitz in Freiburg, dem auch der bekannte „Vivanda“-Katalog und andere Bestellkataloge wie „Pranahaus“ angehören. „Waschbär“  achtet auf diese fünf Grundsätze: 1. fair, 2. innovativ, 3. ökologisch, 4. anspruchsvoll und 5. mitten im Leben. Barbara Engel leitet bei „Waschbär“ das Kommunikations- und Qualitätsmanagement. Der Name stammt noch aus der Gründerzeit von 1987. Damals fing es mit  „Waschbär“ in einer Garage an, wo ein Waschmittel-Baukasten nach den Wünschen der Kunden zusammengestellt und versandfertig gemacht wurde. Im Jahre 2001 übernahm Ernst Schütz das Unternehmen als Geschäftsführer und seither lebt es in frischem Aufwind.

 In nackten Zahlen pro Jahr ausgedrückt: Umsatz 40 Millionen Euro, 270 Mitarbeiter, 300 000 Aufträge, 640 000 Pakete, 450 000 Kataloge und damit Kunden – davon 90 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 48 Jahre! Barbara Engel bringt es auf den Punkt: „Wir bieten Menschen, umweltgerechte und gesundheitlich unbedenkliche Produkte für alle Lebensbereiche an - über Mode, Kochen, Putzen bis hin zu Sex-Artikeln…“ Sie begleitet die Modenschau und alle Waschbär- und Panda-Kataloge liegen dann mit Bestellscheinen aus, aber einen Verkaufsstand wird es (noch) nicht geben.

 

Es geht auch anders, das zeigt „Waschbär“ ganz deutlich. 40 000 Artikel warten im Freiburger 15000 Quadratmeter großen Lager auf den Versand zu den Kunden, die in vier Ländern leben. Die Pakete sind nach den Waschbär-Grundsätzen mit Papier verpackt und der auffälligen weißen Baumwollschnur. „Wir versenden CO2-neutral“, erläutert Barbara Engel weiter. Also alle giftigen Ausstösse durch den Versand werden in einer Art Bilanz zusammengefasst und dafür ein umweltgerechtes Projekt gefördert: Zum Beispiel Wiederaufforstung in Bhuttan, Windkraft in der Türkei und China oder  Solaranlagen in Sri Lanka.

 

Der Umweltversand Waschbär bringt jetzt in einer Art Pionier-Aktion Schuhe aus kontrolliert-biologischem Leder auf den Markt. Bequeme Pfade verlassen und etwas Neues ausprobieren, auch wenn dies erst einmal Mehraufwand bedeutet: genau diese Art von Engagement für mehr Nachhaltigkeit zeichnet den Umweltversand Waschbär aus. Aktuelles Beispiel sind zwei neue Naturlederschuhe, die Waschbär seit Mitte September im Sortiment hat. Ihr Leder stammt aus kontrolliert-biologischer Tierhaltung; ein Novum

auf dem europäischen Markt, denn zertifizierte Bio-Häute sind rar. Für Waschbär sind die beiden Modelle eines für Damen und eines für Herren nur ein erster Schritt: Wenn die Schuhe gut bei den Kundinnen und Kunden ankommen, möchte das Versandhaus nach und nach ein Schuhsortiment aus Bio-Leder aufbauen. Früher stand der Begriff „Öko“ für lila Latzhosen und rote Henna-Haare. Heute bedeutet er etwas anderes, eine bunte Vielfalt von hoher Qualität. „Öko“ sagt Barbara Engel, „ist heute schön.“

 

 

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Barbara Engel und Gert Bührer vom Freiburger Umweltversand "Waschbär" in Freiburg.
Der Gürtelhaken aus Spanien, der im Kelten-Grabhügel Magdalenenberg bei Villingen gefunden wurde. Ob er tatsächlich das Zeichen unvergänglicher Liebe ist? Bild: Stadtarchiv

Das Zeichen von echter Liebe

Dieser Gürtelhaken stammt aus dem Kelten-Fürstengrab bei Villingen, genannt Magdalenenberg und wurde dort etwa 600 vor Christus mit einer Frau im Grab Nummer 65 beerdigt. Isotonische Untersuchungen ergaben, dass er ursprünglich aus Süd-Spanien stammt. Die unten stehende erfundene Geschichte nimmt die historischen Eckdaten (siehe ganz am Ende) und macht daraus eine eine spannende Erzählung über das Leben der Kelten und ihr schönstes Fest, das am 21. Dezember als Winter-Sonnwende gefeiert wird. Aber freuen sich nicht auch die Menschen von heute, dass die Tage dann wieder länger werden und die Sonne länger scheint?  

 

 

Von Sabine Przewolka

 

 

Kyla streichelt sanft ihrem Mann Amael noch einmal über seine blonden Locken. „Pass’ auf dich auf!“ flüstert sie und ihre Stimme zittert dabei ein bisschen. So frisch rasiert gefiel er ihr immer am Besten. Seinen Umhang zupfte sie noch einmal für die Fibel aus Bronze zu recht, die ihn an der Schulter als Klammer zusammenhält. Sie will ihm nicht in seine tiefblauen Augen schauen, um nicht in Tränen auszubrechen. In dem Umhang aus grün-blauen Karostoff, eine Art Tracht und ein  regelrechtes Markenzeichen der ganzen Familie,  beginnen diese Augen immer regelrecht zu leuchten. Sein blonder Bart mit einem kleinen Rotstich sieht heute zwar aus wie nach dem Einfall von einem Rudel Wildschweine durch einen Getreideacker. Aber es gab doch mehr Sicht auf seine schönen markanten Gesichtszüge frei, als wenn er den Bart lang trägt. Immer wenn er auf Reisen geht, rasiert er sich nach Kelten-Art seinen Bart mit diesem runden scharfen Stein, schneidet sich vorsichtig ein Büschel nach dem anderen ab. Denn auf der Wanderschaft kommt er nicht mehr dazu. Der Abschied für ein paar Wochen steht nun kurz bevor. Amael nimmt seine Frau Kyla noch einmal fest in die Arme und blickt an ihr herunter. „Bring’ uns was mit!“ rufen seine beiden Kinder, die ihre Mutter etwas ängstlich an den Händen halten, weil sie die Sorgen der Eltern spüren. „Aber ja doch!“ antwortet er schnell und dann wendet er sich ab und läuft schnell los, weil ihm die Tränen in die Augen treten. Zu schwer fällt ihm der Abschied.

 

Seine Frau Kyla würde den kleinen Bauernhof und die Landwirtschaft mit den Kühen und einem Pferd jetzt im Frühsommer alleine bewirtschaften können.  Emmer, Dinkel, Gerste und Hirse waren ausgesäät, ebenso Saubohnen, Erbsen und Linsen. Alle Feldarbeit war getan, das Getreide muss nur noch wachsen und bis zur Ernte im Herbst spätestens aber zum Fest der Winter-Sonnenwende würde er wieder zurück sein. Im Garten wachsen jetzt Rüben, Rettich, Sellerie, Zwiebeln und Kohl neben Brennessel und Löwenzahn. Amael  plant deshalb jetzt die große Wanderschaft in Richtung Süden, bepackt mit einem Stoff, der alle Menschen zu dieser Zeit träumen ließ: Eisen. Mühsam an den Bachläufen von Brigach und Breg gefördert, schmiedet Amael sie kunstvoll zu Speer- und Pfeilspitzen. Nur allein mit der Landwirtschaft würde er die Familie nicht sicher genug ernähren können. Dürren oder Unwetter vernichteten immer wieder die Ernten. Der Handel mit Eisen erfordert zwar eine lange Wanderschaft in Richtung Marseille. Die Keltenstämme am Mittelmeer reißen sich aber förmlich um dieses harte Metall. Der Verkauf bringt hohe Gewinne – ja geradezu Reichtum.

 

 Mit seinem Pferd macht er sich deshalb zu seinem Bruder Matus auf.

Trauer befällt ihn jedes Mal, wenn er an das Schicksal seines Bruders denkt. Jahre vorher geht dieser frühmorgens wie immer auf die Jagd. Er läuft durch das Dorf, wo noch alle tief und fest schlafen. Bis auf einen. „Matus nimm’ mich mit!“ ruft es hinter ihm her. Artos, der jüngste Sohn des Kelten-Fürsten. „Du weißt doch, dass ich das nicht darf“, dreht sich Matus nach ihm um. „Aber ich habe heute doch Geburtstag“, bettelt der Junge „bitte, bitte, mach’ mir zum 14. Geburtstag mein schönstes Geschenk und lass’ mich mit!“ Das trifft  Matus voll in sein gutes Herz und er gibt nach: „Also komm’ halt mit du Nervensäge!“ In seinem Köcher klimpern die Pfeile bei jedem Schritt und neugierig fragt Artos: „Was für Pfeile sind denn das?“ „Aus Eisen“, antwortet Matus und wollte eigentlich gar nicht mehr verraten, „die probiere ich heute vielleicht mal aus.“ Über verschlungene Pfade schlängeln sich die beiden durchs Dickicht an einen Weiher mitten im Wald. Doch immer wenn Matus an ein Auerhuhn anlegt, flattert es im letzten Moment weg.

 

 Und so laufen die beiden ein bisschen von einander entfernt durch den Eichenwald, um noch mehr Fläche einsehen zu können. Plötzlich hört Matus einen Schrei – von Artos! Schnell rennt er in die Richtung und hört ein fürchterliches Gebrüll. Ein Bär! Jetzt nur keinen Fehler machen. Im vollen Lauf zieht seine alten Pfeile mit der Bronzespitze aus dem Köcher und legt den Bogen an, kommt auf eine Lichtung und sieht diesen riesigen Bär und vor ihm den leblosen Körper von Artos. Er zielt und schießt – aber die Pfeile dringen gar nicht richtig in den Bären ein. Der Bär rennt mit furchtbarem Gebrüll auf Matus zu und dieser entscheidet sich in diesem Moment, einen seiner Eisenpfeile anzulegen und abzuschießen. Er trifft den Bär genau ins Herz und einen halben Meter vor ihm bricht das Untier zusammen und haucht seinen letzten Atem aus.

 

Matus eilt sofort zu Artos, aber jede Hilfe kommt zu spät. Der Bär hat ihm wohl mit einem Prankenhieb das Genick gebrochen.  Beim Begräbnis des Jungen aus der Fürstenfamilie spielen sich traurige Szenen ab. Die Keltenfürstin legt eine kleine Goldspirale zu seinem Leichnam.  Eigentlich wollte sie ihm diese zum 14. Geburtstag schenken, praktisch als Glücksbringer. Jetzt soll er ihm wenigstens in seinem neuen Leben im Jenseits zur Seite stehen. Es ist Keltenbrauch, den Toten Schmuck und sogar ganze Pferdegespanne mit ins Grab zu geben.  Matus macht sich die größten Vorwürfe, den Jungen doch mit auf die Jagd genommen und so seinen Tod verschuldet zu haben. Die vorwurfsvollen Blicke im Dorf kann er nicht lange ertragen und macht sich auf Wanderschaft in Richtung Süden. Ein Druide erzählte ihm, dass es dort unten am Meer bei Marseille viel Sonne und andere Keltenstämme gibt. Genau das braucht er!

 

 Matus wandert von dort aber weiter nach Leucate zu einem kleinen Keltenstamm, der in ein paar Häusern direkt am Meer vom Fischfang und der Seefahrt lebt. Gibt es Liebe auf den ersten Blick? Als er Linda hier zum ersten Mal sieht mit der schwarzen Lockenmähne und den rehbraunen Augen, ist es um ihn geschehen. Sie stammt aus Südspanien aus der Kultur der Meseta und besucht gerade ihre Verwandten. Sie steht plötzlich vor Matus und hält ihm eine Gürtelschnalle entgegen: „Willst du ein schönes Mitbringsel kaufen?“ lächelt sie ihn an.

 

Sein Bruder Amael bekommt Jahre später am Rande des Schwarzwaldes erzählt, wo sein Bruder jetzt lebt – die Kelten in dieser Zeit der großen Wanderschaften vertrauen lieber auf das gesprochene, als auf das geschriebene Wort.  Und entwickeln eine hochpräzise Art, dem Anderen zuzuhören und das Gesagte weiterzugeben. Der Mond und die Sterne weisen Amael den Weg zu seinem Bruder und ein paar Wochen später trifft er bei ihm ein und nimmt ihn herzlich in die Arme. Die Geschäfte klappen dort unten hervorragend und im Reisegepäck nimmt Amael nicht nur eine hölzerne Rassel und eine hübsche Halskette für seine Kinder mit. Sein Bruder Matus und seine Frau Linda bestehen darauf: Extra für seine Frau Kyra bekommt Amael als Geschenk den so schön verzierten  Gürtelhaken aus Südspanien mit. 

 

Amaels Herz klopft wie wild, als er durch den hohen Schnee stapft und den kleinen Bauernhof endlich sieht. Seine Reise dauerte doch länger als erwartet, der Weg zurück zog sich für sein Gefühl bis ins Unendliche. Unwetter und lästige Wegelagerer verzögern sein Weiterkommen. Um den Gewinn nicht gleich wieder an Räuber zu verlieren, setzt Amael auf Sicherheit und umgeht alle menschlichen Siedlungen. Dann endlich kommt die geliebte Landschaft in Sicht, endlich wieder alles ganz bestens bekannt! Im Dorf kommt er an dem aufgetürmten Holzlager vorbei, das am 21. Dezember entzündet wird. Es markiert den für Bauern wichtigen Zeitpunkt, wenn die Tage wieder länger werden und das feiern die Kelten immer mit einem fröhlichen Fest, das sie Winter-Sonnenwende nennen. Es steht zugleich für Hoffnung und Neubeginn. 

  

Dann tritt Amael an seine Haustüre und sein Herz klopft wie wild. Wie Wirbelwinde fallen ihm seine Frau Kyra und die beiden Kinder gleichzeitig um den Hals und eine ganze Weile kann sich der Heimkehrer vor Fragen gar nicht mehr retten. Dann zieht er die Mitbringsel aus seiner Tasche, gibt sie zuerst seinen Kindern. Denn er will die Reaktion seiner Frau ganz genau beobachten, wenn er ihr die Gürtelschnalle übergibt. Und der kullern Freudentränen aus den wunderschönen Augen während sie dies Geschenk aus Spanien in den Händen hält und sofort an ihrem Gürtel befestigt. Die wellenartigen Linien sollen wohl das Meer darstellen. Kyra wird sie mit ins Grab nehmen. Weil es für sie ein Zeichen für einen Tag setzt, an dem sich alles änderte. Die Familie brauchte sich nicht mehr um Unwetter Sorgen machen, weil der florierende Handel die Miss-Ernten ausglich. Und schließlich sieht Kyra in der Gürtelschnalle auch noch etwas anderes Wichtiges: Das unverwüstliche Zeichen für eine große Liebe, die alle Zeit übersteht.

 

 

 

Eckdaten der Geschichte

 

Der Magdalenberg bei Villingen gehört mit rund 100 Metern Durchmesser zum größten Grabhügel in Mitteleuropa und liegt inmitten des Kerngebietes der Hallstattzeit. Am 14. September 2014 wurde dort ein Kelten-Lehrpfad (Startpunkt am Riettor/ Franziskanermuseum) eröffnet, der die Geschichte anschaulich darstellt. Neuerdings gibt es auch eine kostenlose App unter www.magdalenenberg.info. Das Fürstengrab wurde um 500 vor Christus das erste Mal erwähnt und gehörte etwa vier Kilometer Luftlinie entfernt zu einer Kelten-Siedlung „auf dem Kapf“ am heutigen Kirnacher Bahnhöfle  beim Groppertal. Der Magdalenenberg diente einem Fürst als Grabmal, der im Alter von 30 bis 40 Jahren 616 vor Christus bestattet wurde. Insgesamt wurden 127 Gräber dort nachgewiesen, in denen trotz Plünderung noch etliche Schmuckstücke gefunden wurden. Im Grab 65 zum Beispiel der Gürtelhaken, der durch hochtechnologische Isotopen-Analyse  aus Südspanien und der dortigen Meseta-Kultur stammen muss. Neue archäologische Erkenntnisse entdeckten, dass die Gräber genau den Sternenhimmel aus der Zeit 600 vor Christus widerspiegeln. Das Grab 65 stellt quasi die „Kniescheibe“ im Sternzeichen des Großen Bären dar. Im Grab 42 bei einem wohl knapp 14-jährigen Jungen befand sich eine kleine Goldspirale – der einzige Goldfund übrigens.

  

 Die Kelten schürften und verhütteten Eisen, Salz und bevorzugten bunte (Karo) Stoffe. Ein reger Handel mit Marseille (damals die griechische Kolonie Massilia) und große Wanderungen der Kelten sind nachgewiesen. Ein wahrer Strom von Gegenständen wie Tafelgeschirr und Gastgeschenke aus dem Mittelmeerraum erreichte im Gegenzug Südwestdeutschland. Die Stadt Leucate in Südfrankreich oberhalb der spanischen Grenze wurde 560 vor Christus von den Phokäern gegründet.

 

 Ursprünglich lebten die Kelten auf Bauernhöfen von Viehzucht und selbst hergestellten Werkzeugen. Ein paar Wenige bauten sich regelrechte Festungen und lebten so wie die keltischen „Eisenherren“ vom Magdalenenberg in Reichtum vom Handel, zum Beispiel mit Schmuck und Waffen. Am Magdalenenberg sind in den Jahren 1970 bis 1973 durch eine spektakuläre archäologische Ausgrabung alle noch vorhandenen Zeugen aus der Vergangenheit, zum Beispiel auch verzierte eiserne Dolche, gerettet worden und heute im Franziskanermuseum in Villingen anschaulich der Bevölkerung zugänglich gemacht. Der Keltenstamm vom „Kapf“ zog nach einem halben Jahrhundert weiter – wahrscheinlich ging das oberflächliche Eisenerz-Vorkommen an Brigach und Breg zu Ende.

 

Quellen: Archäologischer Vortrag von Dr. Julia Koch „Moderne Magdalenenberger – Mobilität, Technologietransfer und Migration gab es schon bei den frühen Kelten“, „Der Magdalenenberg bei Villingen“ – Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg von Konrad Spindler, „Der Sternenhimmel vom Magdaleneberg – ein Kalenderwerk der Hallstattzeit“ von Allard Mees, die Dauer-Ausstellung im Villinger Franziskaner und alle möglichen Hinweise aus dem Internet über Kelten, deren Leben und spezielle

Namen, sowie „Der grüne Reiseführer Languedoc-Roussillon“ von Michelin.

 

Winter-Sonnwendfeiern gibt es auch hier in der Region. In der Nacht von Samstag, 21. auf Sonntag, 21. Dezember, ab 18 Uhr feiert der Motorradclub Mönchweiler rund um die Alemannenhalle die Winter-Sonnenwende - den Tod des alten Jahres und die Geburt des neuen Jahres. Zehn Schwedenfeuer, 30 Fackeln und eine beheizte Schirm-Bar laden zum Verweilen ein.

           

      

        

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Askim Cil (rechts) spricht beim Treffpunkt Frau und Beruf über ihren Weg in die Selbstständigkeit als Friseurin - als Mutter von vier Kindern! Bild: S. Przewolka

3 Ks Kinder, Karriere, Kreativität


Unter dem Motto "Beratung - Information - Weiterbildung" findet am Donnerstag, 27. November von 8:45 Uhr bis 15 Uhr der 25. Treffpunkt Frau und Beruf im Management-Zentrum der Handwerkskammer Konstanz in Villingen statt. Der Tag richtet sich an Frauen, die sich umfassend und kompetent zu den Themen berufliche Orientierung, Qualifizierung, Wiedereinstieg, Bewerbung und Karriereplanung informieren wollen. Im Anschluss an Vorträge, Fragerunden und Workshops gibt es die Möglichkeit zum Check der Bewerbungsmappen. Für Tagungsmappe, Getränke und Imbiss wird eine Gebühr von fünf Euro erhoben.

Mit einem Impulsreferat am Vorabend, 26. November um 19 Uhr - eben-falls im Management-Zentrum - zum Thema "Einsteigen und Aufsteigen" gibt es diesmal ein zusätzliches, kostenfreies Angebot. Referentin ist Sibylle Friedrich vom Unternehmen Personal- und Talentmanagement aus Villingen-Schwenningen. Im Anschluss diskutieren erfolgreiche Frauen auf dem Podium über die Themen: Früher "Kinder, Küche, Kirche" - heute: "Kinder, Karriere, Kreativität". Eine Bankerin, eine Datenverarbeitungskauffrau, eine Friseurmeisterin und eine Steuergehilfin - die alle den Sprung in neue Aufgaben gewagt haben: Vier Frauen, die ihren eigenen Weg gegangen sind, treffen sich in der Podiumsrunde des Treffpunkt Frau und Beruf: Askim Cil, selbständige Friseurmeisterin aus Hüfingen (Reportage siehe unten), Nicole Huschauer, stellvertretende Geschäftsführerin des GVO Villingen-Schwenningen, Lisa Krüger, Personalleiterin von perbit Software GmbH Trossingen und Victoria Latzke, freiberufliche Grafikdesignerin aus Donaueschingen.

Diese Frauen kennen das tägliche Organisationschaos zwischen erfolgreicher Arbeit im Beruf und gleichzeitig Mutter sein. Sie alle stehen für ungewöhnliche Wege in ihre jetzige Tätigkeit und kreative Lösungen, Partner-schaften, Familien und Beruf zu vereinbaren. Wie diese Lösungen in der Realität umgesetzt werden und wo sich mit neuen Modellen und "Denkweisen" Chancen für Frauen verwirklichen lassen wird in der Podiumsrunde und dem Publikum diskutiert werden. Der Treffpunkt Frau und Beruf ist eine gemeinsame Veranstaltung von regionalen Beratungsstellen und Bildungsträgern. Veranstaltungsort: Management-Zentrum der Handwerkskammer Konstanz, Sebastian-Kneipp-Str. 60, 78048 Villingen-Schwenningen. Auskünfte und Anmeldung bei der Kontaktstelle Frau und Beruf, Telefon 07531 205-251. E-Mail: kontaktstelle@hwk-konstanz.de; Internet: www.frauundberuf-konstanz.de 


Tipp zur Kinderbetreuung: Tageselternverein TaPS e.V., Telefon: 07721 94687-42. E-Mail: regina.sutter@taps-ev.de

 

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Zweimal Liebe ergibt eine     einzigartige Unternehmerin

Von Sabine Przewolka

 

 

Hier geht es um das wunderbare Gefühl der Liebe. Es durchwebt die Lebensgeschichte von Askim Cil. Vor ein paar  Jahren berichtete „typisch frau“ über diese ungewöhnliche Türkin, die in Hüfingen aufwuchs und als Mutter von vier Kindern vor Arbeitsamt finanziell unterstützt eine Ausbildung zur Friseurin erfolgreich abschloss. Ihr Beispiel sollte anderen Frauen Mut machen, ihre Babypause zu nutzen und die wahren Talente quasi auf Staatskosten in einem Beruf zu verwirklichen. Heute erfüllt der starke Wille, aber auch ihr ausgeprägter Familiensinn von Askim Cil eine Vorbild-Funktion. Ihre Geschichte soll als Vorbild für andere Frauen dienen, weshalb sie auf dem Podium bei der Veranstaltung im Management-Zentrum sitzt (Näheres siehe oben). Sie übernahm in Hüfingen vor rund vier Jahren das alteingesessene Friseurgeschäft von Irmtraud Friedrich und verwirklichte bei ihrem Personal das, was sie selbst gerne in der Arbeitswelt vorgefunden hätte. Bei ihr arbeiten hauptsächlich Mütter mit Kindern!

 

Die blütenweiße Malteser-Hündin Susi kommt als Empfangs-Chefin immer wieder in den Laden, um die ehemalige Kundschaft zu begrüßen. Das Hundchen gehört Irmtraud Friedrich, die ihr Geschäft Askim Cil übergab. „Wir sind wie eine große Familie“, lachen die beiden und es spürbar, dass nicht nur ein Friseurgeschäft, sondern auch eine Freundschaft die beiden verbindet. Und auch Irmtraud Friedrich erzählt, dass sie immer mal wieder durch ihren ehemaligen Laden schauen muss, die ehemaligen Kunden begrüßen und einen kleinen  Plausch halten. Immerhin führte sie das Geschäft zusammen mit ihrem bereits verstorbenen Mann fast 45 Jahre lang. Sie folgte der Stimme ihres Herzens und übergab Askim Cil ihren Friseursalon zu einem Zeitpunkt, als auch ihre Kräfte immer mehr nachließen. „Sie ist wie eine Mama zu mir“, schmunzelt Askim.

 

Wo andere Geschäftsleute über fehlende Nachfolger klagen, funktionierte es hier völlig reibungslos – weil sich die Menschen gleich welcher Nationalität einfach auf Anhieb sympathisch fanden. Und genauso verhielt sich die Kundschaft. Wie würde die auf eine Türkin reagieren, die ein Traditionsgeschäft übernimmt? Diese bange Frage stellte sich auch Askim. Doch ihre Bedenken waren völlig fehl am Platze. Heute kommen in ihren „Salon Askim“ Kunden im Alter zwischen 1 und 99 Jahren. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags 8.30 bis 12 Uhr, 13.30 bis 18 Uhr, samstags 8 bis 13 Uhr. Zu den älteren gesellten sich viele jüngere und vor allem auch Männer. Das liegt nicht nur an dem für heutige Verhältnisse ungewöhnlichen Preis-Leistungs-Verhältnis. Den Trockenschnitt für Herren gibt es für 14 Euro, Waschen-Schneiden-Fönen mit Kopfmassage ab 18,50 Euro je nach Haarlänge. Kinder kosten ab 7 Euro.

 

Auch hier zeigt Askim Herz und Liebe, rechnet manchmal nicht mit einer Pauschale ab, sondern augenzwinkernd nach dem eigentlichen Aufwand. Der Friseursalon Askim in der Hauptstraße 21 in Hüfingen ist telefonisch unter 0771/ 61656 zu erreichen. Sogar die beliebten Fasnets-Utensilien der Vorgänger-Familie wird es hier in den nächsten Wochen auch wieder geben.

 

Es weht ein besonderer Wind hier durch, der sich auch im Umgang mit dem Personal widerspiegelt. „Hier erkennt niemand, wer die Chefin ist“, freut sich Askim „…nur der Kunde ist hier König“. Abends räumen alle zusammen auf und erledigen die Putzarbeiten. Die fröhliche Stimmung unter den Mitarbeitern und der ungewöhnliche Teamgeist scheint sich auch auf die Kundschaft zu übertragen, wirkt wie eine Oase mit viel Sonneschein. Askim: „Die fühlen sich hier richtig wohl“.  Auch hier verwirklicht Askim Cil ihre eigenen Erlebnisse. Nach ihrer Lehre im Salon „Hair-Life“ in Donaueschingen, über die wir berichteten, suchte sie ab 2008 verzweifelt eine Gesellen-Stelle. Aber als Mutter von vier Kindern bekam sie nur Absagen oder Angebote, die sie nicht annehmen konnte. Denn auf kurzfristigen Abruf kann keine Mutter arbeiten, nur feste Arbeitszeiten lassen sich bei einer Familie organisieren. Eher notgedrungen startete Askim deshalb zur Meisterschule durch, um ihr Wissen nicht brach liegen zu lassen und natürlich, um sich später einmal Selbstständig zu machen. Eine harte Zeit, auch für ihren Ehemann Cevher. Er fing die Zeiten zum Teil auch mit Urlaubstagen auf, in denen seine Frau als Mutter zu Hause ausfiel. Die beiden „meisterten“ dies mit Bravour. Die Kinder lernten als mit ihrer Mutter zusammen nachmittags nach der Schule oder nachts, wenn alle schliefen.

 

Nur wer seinen Beruf wirklich liebt, bringt so einen Eifer mit. Wiederum unterstützte das Arbeitsamt die Ausbildung zur Friseurmeisterin, die sie 2010 erfolgreich abschloss – und wieder praktisch auf der Straße stand. Wie durch ein Zufall führte sie der Weg ins Friseurgeschäft Friedrich, in dem gerade der Personalnotstand durch Krankschreibungen ausgebrochen war. Und sofort startete Askim durch, erst stundenweise. Und dann arbeitete sie dort fast in Vollzeit. Weil sie sich mit Irmtraud Friedrich so gut verstand, keimte denn auch nach und nach der Gedanke einer Geschäfts-Übergabe. Gesagt, getan.

 

Heute achtete Friseursalon-Eigentümerin Askim Cil darauf, dass vor allem Mütter mit Kindern bei ihr arbeiten! Elvira Probst mit drei Kindern hatte eigentlich schon aufgegeben, in ihrem Alter noch eine Stelle als Friseurin zu bekommen. Askim gab ihr eine Chance, weil sie vor rund 20 Jahren in ihrem Geschäft auch schon Ferienjobs machen durfte. Sevgi Erdogan hat zwei Kinder und Patrizia Barone eins. Natürlich ist die Kinderspiel-Ecke dementsprechend vielseitig.

 

Der menschliche Umgang ist Askim Cil wichtig, weil sie selbst zwar begeisterte Mutter von ihren vier Kindern Sümeyra, Aleyna, Sara und Ömer im Teenager-Alter ist – aber eben auch diese andere Liebe zum Beruf der Friseurin in sich spürte. Klar fiel es ihr anfangs schwer, die Kinder tagsüber in eine Betreuung zu geben. Aber hier spricht sie dem Luise-Scheppler-Kindergarten und der Luzian-Reich-Schule in Hüfingen durch die flexiblen Öffnungszeiten größtes Lob aus. Ohne diese Alternative hätte sie ihre Berufslaufbahn nie machen können. So ein Familienmensch tut auch in einer Geschäftswelt gut. „Ich bin keine Chefin, sondern ein Mensch“, beschreibt sich Askim selbst. 

 

Frau und Beruf

Die  Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) unterstützt finanziell die berufliche Weiterbildung in der Babypause. Informationen über die „Förderung beruflicher  Weiterbildung (kurz FbW) lohnen sich. Das betrifft vor allem Frauen, die wegen der Babypause länger als vier Jahre aus ihrem Beruf heraus sind oder auch Ungelernte mit einem Schulabschluss. Zum Beispiel werden Computerkurse  ganz gezahlt oder bezuschusst, eine Umschulung oder eine begonnenen Berufsausbildung zu Ende gebracht. Die zuständigen Berater in den Agenturen für Arbeit in Villingen, Schwenningen und Donaueschingen geben Auskunft (Telefon 01801-664466, oder E-Mail Villingen-Schwenningen.BCA@arbeitsagentur.de). Aber nur sinnvolle Berufswünsche mit Zukunftsaussichten werden gefördert.

 

 

    

   

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Beate Vollmer ist langjährige begeisterte Thermomix-Köchin, hier vor zehn Jahren in dem ligurischen Dörfchen Torrazza. Damals und bis heute arbeitet sie für die Herstellerfirma Vorwerk. Bild: S. Przewolka

Mit der kleinsten Küche der Welt sogar auf Reisen gehen

 

 

 

 

Von Sabine Przewolka

 

Nach dem Urlaub heißt eigentlich schon wieder vor dem Urlaub. Besitzen Sie auch eine Checkliste, was Sie auf jeden Fall mitnehmen? Beate Vollmer biegt da um die Ecke in diesem zauberhaften kleinen Dörflein mitten in Ligurien, eingebettet in Olivenberge.  Palmen stehen in Garten dieses netten Ferienhäuschens und ein Feigenbaum. Alle Früchte sind reif und warten nur darauf, in den Mündern dieser Schwarzwälder zu verschwinden, die so etwas Zuckersüßes neben ihren sauren Mostäpfeln und Johannisbeeren ja kaum kennen. ,,Könnte ich wohl ein paar Feigen zum Marmelade einkochen bekommen?“ fragt Beate und trifft auf staunenden Augen. Was, im Urlaub und diese Turbo-Hausfrau denkt nur an das eine – wie fülle ich mein Marmelade-Regal? Doch dann erzählt sie munter drauflos.

 Nein, sie sei absolut keine Turbo-Hausfrau. Aber ohne ihren ,,Thermomix“ fahre sie nicht in Urlaub – nur einmal habe sie die Küchenmaschine der Firma Vorwerk schweren Herzens daheim gelassen, weil sie nach China geflogen sei. Da habe er nicht ins Gepäck gepasst. Der ,,Thermomix“ mache das Kochen und Backen so etwas von einfach, da brauche es nur ein paar Gläser und neben dem Morgenfrühstück zerkleinere und koche dieses Wunderding in ein paar Minuten diese Marmelade ein. Und tatsächlich: Am anderen Morgen stellt Beate schmunzelnd ein Glas Feigenmarmelade auf den Tisch. Klarer Fall: Das weckt die Neugier. Zeit in der Küche sparen? Welche Frau springt da nicht auch sofort an?

Und Beate Vollmer ist nicht nur eine ungewöhnliche Frau, weil sie mit einer Küchenmaschine in Urlaub fährt. Sie kennt sich auch beim ,,Thermomix“ der Firma Vorwerk außergewöhnlich gut aus, gehörte lange Jahre zu den Repräsentantinnen, die das Gerät in sogenannten Partyrunden vorstellen und war Bezirksleiterin, die Frauen gezielt dafür ausbilden. Seit Juli 2011 ist sie für die Area Stuttgart verantwortlich.

Eher durch Zufall saß sie vor etwa zehn Jahren in einer dieser Hausfrauenrunden mit verschränkten Armen, um sich diesen ,,Schrott“ über eine Küchenmaschine anzuhören, die eigentlich alles kann. ,,Ich bin ein sehr kritischer Mensch“, meint Beate. Doch nach der Vorführung war sie absolut begeistert, weil sie sofort sah, wie viel Zeit sich damit im Küchenalltag einsparen lässt. ,,Ich habe noch nie vorher selbst Brot gebacken“, schwärmt sie, ,,ich koche eigentlich gar nicht so gerne.“ Aber da waren die Kinder klein und sie machte sich Gedanken, was sie denen jeden Tag zum Essen vorsetzt. Sie erkannte, dass sie das mit dem ,,Thermomix“ besser, schneller, leichter und gesünder schaffen könnte. Die Vorarbeiten zum Brotbacken schafft sie in fünf Minuten, dann rein damit in den Backofen. Und deshalb kommt der ,,Thermomix“ auch mit in den Urlaub, weil sie diesen Küchenhelfer auf gar keinen Fall dort missen will. Egal ob Rohkostsalate, Zabaione, Gemüsesuppen – der ,,Thermomix“ ist nämlich eine  Küchenmaschine, die kochen kann. Eigentlich sind es 12 Küchenmaschinen an einer einzigen Steckdose. Und als Tüpfelchen auf dem i können Speisen damit auch dampfgegart werden. Und das Ding reinigt sich sogar mit heißem Wasser selbst.

Der ,,Thermomix“ zerkleinert, mahlt, rührt, knetet, wiegt, gart und kocht in einem. Und das alles auf einem tellergroßem Platz, deshalb ist er auch echt urlaubstauglich. Und Vorwerk gibt dazu auch eine bequeme Transporttasche mit. Es lassen sich mit dem Thermomix die Brötchen fürs Frühstück machen samt Marmelade und Brotaufstrichen, Cremesuppen, Kartoffelgratin, heiße Schokolade, Fruchteis, Mixgetränke, Spaghetti mit Tomatensauce, Risotto, Pizza, in Dampf gegartes vitaminreiches Gemüse oder Fisch, und so weiter. Per digitaler Anzeige wird die Zeit eingestellt und die Stufen für mixen, rühren oder schlagen. Dafür braucht es einwenig Routine, aber da hilft ein Rezeptbuch. Und der neueste Thermomix (TM 5) begleitet einen sogar per Touchscreen durchs Rezept. Möhren zerkleinert der ,,Thermomix“ in drei Sekunden, Gouda reibt er in fünf Sekunden, Kaffee mahlt er in einer Minute, Zucker pulverisiert er in 20 Sekunden, Kräuter zerhackt er in drei Sekunden, Sahne rührt er in 40 Sekunden, Hefeteig knetet er in zwei Minuten, Mayonnaise emulgiert er in sieben Minuten.

 

Ganz am Anfang der Partyrunde, zugleich der Direktvertrieb des ,,Thermomix“, erfahren die Teilnehmer der Partyrunde den Preis. Der liegt laut aktueller Liste bei 1109 Euro, Organisatorinnen der Hausfrauenrunde erhalten 50 Euro Ermäßigung.   Der  eben herausgekommene ,,Thermomix TM 5“ von der Firma Vorwerk ist ein starker Mixer mit einem vierteiligen Flügelmesser, dessen Mixtopf erhitzt werden kann. Es gilt der firmenübliche gute Service. Der Thermomix lässt sich stufenlos von 100 bis 12 000 Umdrehungen einstellen und sogar eine Intervallschaltung für Teig. Der Energieverbrauch ist gering, er ist einfach zu reinigen und damit die ,,kleinste Küche der Welt“. Das teure Gerät lohnt sich, wenn es oft eingesetzt wird. Kontakt ist möglich über die Herstellerfirma Vorwerk. Sie vermittelt  Repräsentantinnen für die Partyrunden à la Tupper. Außerdem geben Sie Informationen, wie Frauen Repräsentantinnen für Vorwerk werden können.       

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Omas Sofa gerettet!

Omas Biedermeier-Sofa ist nach dem "Aufpolstern" wieder ein begehrter Liegeplatz für Mensch und Tier. Bild: S.Przewolka

Von Sabine Przewolka

 

Juchhu! Omas Sofa ist gerettet! Ja, ich bin eine sentimentale Suse. Es gibt Dinge, an denen ich sehr hänge, die eine Geschichte besitzen. Und ohne Geschichte besitzen wir Menschen ja schließlich auch keine Zukunft. Beispiel: Das Biedermeier-Sofa meiner Großmutter. Als sie starb, kam das Sofa und noch andere Möbel zu meiner Mutter. Aber das Sofa fand kein Platz bei ihr und so kam es vor knapp 20 Jahren in meinen Besitz. Seither rollten nicht nur drei Kinder, sondern auch mehrere Hunde, Katzen und anderes Getier darüber hinweg. Mit anderen Worten: Es sah ganz schön ramponiert aus. Die  Sprungfedern hingen durch die Haltegurte, weil eben doch ab und zu eines dieser Kinder trotz strengstem Verbot Trampolin gesprungen war. Lange Rede kurzer Sinn: Wer länger darauf saß,  holte sich einen schmerzhaften Becken-Schiefstand und stand nachher wirklich wie eine Oma davon auf. Es galt also, eine Entscheidung zu fällen.

Da kam eine aufwändige Restaurierung bei einem Polsterfachbetrieb in Frage. Aber die Kosten dafür lagen im vierstelligen Bereich. Ein klares Nein! Für dieses Geld bekommt eine fünfköpfige Familie in Möbel-Häusern eine der modernsten und superbequemesten Liege-Landschaften  zwischen hier und Memphis Tennessy vor den Fernseher. Aber deshalb Omas gutes Stück einfach Wegwerfen? Sie machte darauf immer ihr Mittags-Schläfchen! Länger hielt man es auch ehrlich gesagt darauf nicht aus... Da fiel mein Blick auf eine Futon-Matraze in wunderschönem Erdton bei der Freiburger Firma Waschbär. Und siehe da – die Matraze passte zwar nicht auf den Zentimeter genau als neues Polster, aber pi mal Daumen doch irgendwie. Also für rund 130 Euro bestellt, das vielfältige Innenleben des Oma-Sofas ausgeräumt - der Tod für Milben- und Stauballergiker! - und Bretter statt Sprungfedern unten hineingelegt. Und siehe da! Jetzt stehen die Sofa-Benutzer sogar Schlange zum „Abliegen“ oder Hausaufgaben-machen und der Toni schläft jetzt sogar eine ganze Nacht darauf. Und die Moral von der Geschichte? Man sollte nie einen Menschen, ein Tier, eine Pflanze oder auch so was wie Omas Sofa einfach so aufgeben...        

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So wird aus Omas Sofa für wenig Geld wieder ein begehrter Schlafplatz... Bild: S. Przewolka

Scharfe Kritik an Ess-Kultur

Von Sabine Przewolka

 

Die Menschheit droht zu verrohen. Abende wie den von Hans Ulrich „Uli“ Lochar helfen, diesen unglückseligen Trend aufzuhalten. Für das Onlinemagazin „kuckuck“ sprach er äußerst unterhaltsam über das Thema „Gute Manieren – alles gut!“ im Ratskeller in Villingen. Wegen der starken Nachfrage wiederholt er den Vortrag nochmal im Herbst – wann genau, erfahren Sie unter www.kuckuck.biz. Anfragen für andere Vorträge, bei denen Uli Lochar als Referent engagiert werden soll,  per E-Mail unter kuckuckmail@gmx.net Denn wenn „menschlich“  für brutale Gewalt und nicht mehr für mitfühlendes Miteinander steht, dann geht es uns allen auch nicht mehr gut. Und das fängt heute schon bei den einfachsten Umgangsformen an – dem Grüßen. Lochar kritisiert, dass immer weniger Menschen freundlich mit anderen umgehen. Sogar das Grüßen scheint aus der Mode zu kommen. In launigen Worten schilderte er Begegnungen, in denen er diesen Gruß ganz bewusst beim Gegenüber einfordert und das so hartnäckig, dass es seiner Frau richtig peinlich ist. Aber Uli Lochar setzt da schon bei Kindern an. Und die reagieren auf seine direkte Ansprache prompt, dass sich die Menschen auch heute im Technologie-Zeitalter noch grüßen. Sie rufen ihm beim nächsten Mal schon von weitem „Hallo Herr Lochar!“ zu.

Zwar feiert Uli Lochar am gleichen Tag Geburtstag wie der Benimm-Papst Knigge. Genaue Richtlinien ließen sich auf der Homepage www.knigge.de nachlesen. Doch seine Art kommt so unterhaltsam wie ein Comedy-Abend rüber. Immer wieder schüttelten sich die Zuhörer vor Lachen, weil Lochar Schwanks aus seinem Leben als langjähriger Fachlehrer an der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe erzählte. Für seine Begriffe: „Die schönsten Berufe der Welt, weil sie mit Menschen zu tun haben und es Arbeit in der ganzen Welt gibt.“ Und ein hörbares Aufatmen ging durch die Reihen, als er eingestand, dass er sich Gedanken gemacht habe, was er an diesem Abend anzieht und habe sich für bequemes Outfit Marke „Uli Lochar“ entschieden. Hauptsache, ich fühle mich wohl, sei hier oberstes Prinzip – wenn es nicht um Eleganz für einen Empfang oder Opernbesuch geht. 

Oft hängt es an Kleinigkeiten, die einen höflichen Umgang miteinander ausmachen. Ein gemeinsames Essen mit den Kindern, die liebevolle Erinnerung daran, den Ellbogen nicht aufzustützen oder eben nicht bei Tisch zu rülpsen oder übelriechende Gerüche zu verbreiten. Und auch wenn Boris Becker das Messer in der Werbung ablecken würde, wäre das ein absolutes no-go beim Essen. Und zuprosten mit am Stiel gehaltenen Gläsern geht nur mit Wein und Sekt. Wohin mit der Serviette, mit im Zahn hängen gebliebenen Fleischresten oder Knorpeln? Uli Lochar gab darauf stets versiert Antwort. Aber auch klare Statements ab: „Ich finde es furchtbar, dass auf den Straßen so gefressen wird.“ Die Esskultur mit Kebab und Fastfood sei ebenso am Verrohen wie der freundliche Umgang unter den Menschen. Natürlich lässt sich Lochar gefallen, dass große Salatblätter oder Kartoffeln mit dem Messer zerkleinert werden. Das sei früher verpönt gewesen.

Der Vortrag fand regen Zuspruch, aber viele Interessierte kamen nicht wegen der Fußball-Weltmeisterschaft oder anderen Terminen. Aus diesem Grunde wollen wir den Vortrag im Herbst noch einmal wiederholen. Die Volkshochschule einer Umlandgemeinde will den Vortrag ebenfalls fürs nächste Jahr buchen.  

        

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Begeistertes Publikum bei Astral-Combo-Konzert

Von Sabine Przewolka

 

 

Diese Musik schubst jedes Blutkörperchen in den Adern der Zuhörer an und schwingt noch Tage nach dem Konzert der Astral-Combo nach. Immer wieder dreht sich der Ohrwurm an und gibt das gute Gefühl zurück, einen Abend voller innerer Vibration erlebt zu haben. Das liegt nicht nur an der Profi-Verstärker-Anlage, sondern vor allem auch an den neun Berufsmusikern, die sich schon seit 19 Jahren einmal im Jahr zu drei Konzerten in drei Städten treffen – darunter auch Villingen. Am Samstag füllte sich deshalb das „El Greco“ im Villinger Kurpark bis auf den letzten Stehplatz – weil die Astral-Combo in den vergangenen 19 Jahren eine immer größere Fangemeinde anlockt. „Ein Muss“ postete einer der Fans auf Facebook und auch dieses Mal kamen neue Gesichter, die nachher mit einem glückseligen Lächeln nach Hause gingen. Kommentar einer Besucherin auf Facebook: „Hammerhartes Konzert - genial - sofort wieder

 — großartig“.

Was die Faszination der Astral-Combo ausmacht, liegt wohl an diesen Wahnsinns-Spaß, den die Musiker und Sängerin Erin Perry dabei augenscheinlich haben. Sie scheinen sich dabei gegenseitig zu puschen und wirklich an die Grenzen ihres Könnens zu gehen. Vor allem in diesem Jahr übertrafen sich die einzelnen Musiker förmlich in grandiosen Soli – was wahre Beifallsstürme bei den Besuchern auslöste. Und noch etwas: Astral-Combo gibt jedem auch noch so bekannten Musikstück eine ganz besondere Note. Besonders fiel dies bei dem derzeit oft gehörten Superhit „Happy“ auf. Da zückte Uli Dieser – wegen ihm kommt die Combo nach Bad Saulgau und Markdorf auch nach Villingen - seine „Wanderklampfe“, also legte seine E-Gitarre weg und holte die klassische heraus. Und dann startete Astral-Combo als Chor und ihrer eigenen Art durch, bis es im Saal kein Halten mehr gab. Spätestens da schaltete das Unterbewusstein auf „Spaß haben“  um und die mitgebrachten Sorgen paralysierten sich in klitzeklein. Kein Wunder also, warum Besucher nachher solche begeisterten Kommentare schreiben.

Auf dem Programm standen einige neue Titel, zum Beispiel von:  Toto, Joss Stone, Jamiroquai und sogar das monumentale „Also sprach Zaratustra” von Richard Strauss. Aber auch Astral-„“Klassiker” von: Jan Delay, Johny Guitar Watson, Tom Jones, Huey Lewis, Ray Charles und so fort. Pulsierender Herzschlag der Band ist natürlich Sängerin Erin Perry, die mit ihrer Stimme bis zum Anschlag bei den Songs „If you want my love“, „When a man loves a woman“ oder „Purple rain“ ging. Immer wieder forderte die Astral-Combo dabei das Publikum, zum Beispiel mit „Bad Girls“  auf, mitzusingen und selbst Musik zu machen. Und genau für das stand dann auch der Titel der Astral-Combo-Tour 2014 mit einem Dankeschön ans treue und auch neue Publikum: „Superhelden wie ihr!“

      

Der sanfte Kampf gegen schmerzende Krampfadern

Dr. Christoph Jung eröffnet die "typisch frau"-Vortragsreihe mit dem Thema sanftes Entfernen von Krampfadern mit einer "intelligenten" Sonde (im Foto zu sehen). Bild: S. Przewolka

Von Sabine Przewolka

 

Dieser Mann gehört eigentlich nicht zu der Sorte, die sich von irgendetwas schnell begeistert zeigt. Aber bei dieser modernen Art, Krampfadern schonend und schnell zu beseitigen, beginnen die Augen von Dr. Christoph Jung zu leuchten. In seiner Praxisklinik am Eckweg in Villingen wendet er diese neue Therapieform schon seit einigen Jahren an und will vor allem Frauen diese Art vorstellen, Krampfadern auf leichtem und fast unblutigem Wege Ade zu sagen. Das nennt sich „Endovenöse Therapie“ und einige Krankenkassen übernehmen dafür die Kosten, zum Beispiel die AOK und die Bauern-Krankenkasse. Einfach  direkt  mal bei Ihrer  Kasse nachfragen. In Zusammenarbeit mit „typisch frau“ hielt der Krampfader-Spezialist im Ratskeller in Villingen dazu einen leicht verständlichen und mit Schaubildern und Videos bebilderten Vortrag. Auf Anfrage hält er den Vortrag auch nochmal! 

Auch Männer leiden  unter Krampfadern – der Prozentsatz liegt bei 30 Prozent zu 70 Prozent Frauen. Auch für die ist das Thema deshalb interessant. In der Praxisklinik von Dr. Jung können die Patienten schon gleich nach dem Eingriff wieder laufen und somit nach Hause gehen. Einen Tag später gehen sie oft auch schon ihrer gewohnten Arbeit nach. Wahrscheinlich leuchten deshalb die Augen von Dr. Jung so begeistert, wenn er von dieser modernen Art spricht, Krampfadern zu beseitigen. Er bietet die „Endovenöse Therapie“ durchweg ambulant an.

Dabei geht es nicht nur um den Begriff „schön“, sondern auch um Lebensqualität. Dr. Jung greift schon auf ein umfangreiches Praxis-Wissen zurück, operierte zuvor schon jahrzehntelang auf klassische Art. Krampfader-Beine ermüden schnell, sie schmerzen sogar oder kribbeln, Wadenkrämpfe bis hin zu offenen Beinen sind möglich. Für Frauen und Männer bedeutet der Eingriff daher ein Segen. Und kurze Röcke und Hosen lassen sich nachher auch wieder optisch problemlos und vor allem völlig schmerzfrei tragen.

Früher und auch immer noch heute geschieht das Entfernen von Krampfadern eher blutig unter anderem durch „Stripping“. Nach Skalpellschnitten wurde  mit chirurgischen Instrumenten  die  Vene dann aus dem Bein herausgezogen. Die Patienten fielen für mehrere Tage, wenn nicht gar Wochen aus. In den vergangenen 20 Jahren operierte Dr. Jung tausende Krampfadern auf  klassische Art und geht auf diese Möglichkeiten auch in seinem Vortrag noch genauer ein. Das muss aber nicht sein. Die Endovenöse Therapie erlaubt ein weitaus schonenderes Vorgehen. Dabei wird dem Patient/ der Patientin in örtlicher Betäubung oder in Narkose eine „intelligente“ Spezialsonde durch eine kleine Hautöffnung in die betroffene Vene eingeschoben und stets von einem Ultraschallgerät deren Lage überwacht. Unter kontrollierter Abgabe von Wärme durch Radiowellen verödet der Arzt die kranke Vene und das Blut sucht sich dann einen neuen Weg durch die gesunden Kanäle. Der Körper baut die Überreste innerhalb kurzer Zeit ab. Die meisten Menschen vertragen diese Methode problemlos. Dr. Christoph Jung sieht die Vorteile in der schnelleren Heilung und dass es zu nur geringer  Narbenbildung kommt. Schon zwei Wochen nach der Operation sieht das Bein schon völlig normal aus. Nach insgesamt einem halben Jahr, so die Praxis bei Dr. Jung, ist der Eingriff deshalb schon völlig vergessen. Die Patienten zeigen sich zu 98 Prozent zufrieden mit dieser Methode und würden sie Bekannten und der Familie jederzeit weiterempfehlen. 

Übrigens weiß der Arzt aus Erfahrung, dass Krampfadern jede/n treffen können. Jede zweite Frau, 30 Prozent der Männer und mehr als die Hälfte der 50-jährigen leiden daran. Es liegt an einer angeorenen Bindehaut-Schwäche und nicht an am Lebensstil! Egal ob viel Bewegung oder wenig, egal ob Mann oder Frau.  Die Ursache liegt in einer angeborenen Venenwand- und Bindegewebsschwäche.  Keine Rolle spielen wohl Sonne oder Wärme. Wenn durch diese Veranlagung  wenig Druck aufgebaut wird und die Bewegung der Beine durch Bürotätigkeiten mit langem Sitzen fehlt, bleibt mehr Blut in den Beinen zurück. Die Venen dehnen sich und die Venenklappen schließen nicht mehr richtig. Im Laufe der Jahre bleibt immer mehr Blut in den Beinvenen stehen. Krampfadern sehen nicht nur hässlich aus, sondern schädigen die Gesundheit auch beträchtlich. Das kann bis zu irreparablen Beinschäden führen. Im hohen Alter können lebensbedrohliche Blutungen sogar nach leichten Verletzungen passieren. In seinem Vortrag geht Dr. Jung auf alle Aspekte zu Krampfadern ein und stellt die moderne Therapie in allen Details und mit einer Powerpoint-Präsentation vor.  Natürlich beantwortet  er  im Anschluß auch noch die Fragen seiner Zuhörer.

Dieses Leuchten in den Augen von Dr. Jung taucht auch bei ganz wenigen anderen Themen auf. Zum Beispiel wenn er von gutem Kochen (er gehört dem Klub Kochender Männer Villingen an) und von seiner Klarinette spricht, mit der konzertant und bevorzugt gerne Jazz spielt. Für dieses Instrument wollte er in jungen Jahren auch eine Laufbahn als Berufsmusiker einschlagen. Ganz viele Frauen und Männer danken es ihm nach gelungenen Operationen, bei denen es ja auch auf Fingerfertigkeiten ankommt, dass er es nicht getan hat.   

 

Infos:

Venen transportieren bis zu 7000 Liter Blut täglich zum Herzen. Sie sind der wichtigste Blutspeicher im Herz-Kreislaufsystem! Holen Sie sich ärztlichen Rat bei Krampfadern, ziehenden und stechenden Schmerzen in den Beinen, geschwollenen Knöcheln, nächtlichen Wadenkrämpfen, müde und schwere Beine, Hautveränderungen und Juckreiz oder gar offenen Beinen. Weltweit wurden über 1 Million Patienten mit der Radiowellen-Therapie (VNUS-Closure Verfahren) behandelt. Kontakt über Praxisklinik Dr. Christoph Jung, Marie-Curie-Straße 10, VS-Villingen, Telefon 07721/ 406090, Sprechzeiten Montag bis Freitag 7.30 – 12 Uhr. Mo, Di, Do 14.30 – 18 Uhr.   Filialpraxis in Furtwangen, Lindenstraße 3, 07723/ 91 4532. In der AOK-Mitglieder-Broschüre stand bereits ein Interview mit Dr. Jung zur "Endovenösen Therapie" unter der Rubrik "AOK regional".

 

 

   

 

 

Wieder eins sein mit der Natur

Dagmar Schneider-Damm, hier vor ihrer Lieblings-Linde, brachte das Buch „Baumportraits“ heraus. Es dient als Ratgeber, wie die Kraft der Natur naturheilkundlich und energetisch genutzt werden kann. Foto: Sabine Przewolka

Von Sabine Przewolka

 

Der ganze Ärger fängt  ja eigentlich mit einem Baum an. Adam und Eva essen die Früchte vom Baum der Erkenntnis und fliegen hochkant aus dem Paradies. Ein Symbol für das, was den Menschen bis heute immer wieder aus der  Bahn wirft, sogar Katastrophen auslöst  und  krank macht: Wenn er zu sehr mit seinem Verstand denkt und dabei sein Gefühl vernachlässig. Das Buch „Baumportraits“ von Dagmar Schneider-Damm aus Niedereschach-Fischbach und Meike Dörschuck bei  Mosbach im Odenwald (Hans-Nietsch-Verlag, ISBN 978-3-86264-233-5, 220 Seiten, 17,90 Euro) kommt deshalb zur richtigen Zeit, um inne zu halten um sich zumindest an die paradiesischen Zustände zu erinnern, als der Mensch noch in der Einheit  der Natur lebte. Übrigens auch größter  Wunsch von Literatur-Nobelpreisträgerin Doris Lessing, 94 Jahre alt,   kurz vor ihrem Tod. Der Mensch solle liebevoller mit der Natur umgehen. Bücher wie „Baumprotraits“ pflastern diesen langen und mühsamen Weg zurück zu den Wurzeln. Es bietet sehr präzise einen Einblick in dieses Wunderwerk, in dem jedes Element in ein anderes wirkt und trotzdem  ein großartiges Ganzes entsteht. In dem der Mensch als eigentlich ausgestoßener Teil auch wieder Glück empfinden kann.

Das Buch vermittelt nicht nur wertvolle Erkenntnisse über Zusammenhänge in der Natur, zum Beispiel das Wunder der Fotosyntese, das Leben auf der Erde durch Sauerstoff-Produktion erst möglich macht. Das handliche Buch-Format  erlaubt es sogar, sich damit in eine Wiese oder in den Wald zu legen und darin zu schmökern. Die Autorinnen, übrigens beide praktizierende Homöopathinnen, ermutigen ihre Leser/innen sogar, sich unter einen Baum zu setzen und wieder einzutauchen in diese phantastische Natur. Hinein in die Rolle des staunenden Beobachters, der das Blau des Himmels, das Summen der Insekten und das Vogelgezwitscher in sich aufsaugt und so Kraft tankt für das anstrengende Leben in der Zivilisation und das triste Grau des Alltags. Gerade in der kalten Jahreszeit zeigt es sich, dass Bäume eigentlich das Bindeglied von der Erde in den Himmel darstellen. Ihr Astwerk fädelt sich wie feine Wurzeln in die Wolken ein – schauen Sie selbst!

Dagmar Schneider-Damm schreibt in ihrem Buch über die heilsame Wirkung der Natur auf Körper, Seele und Geist auf den Menschen. Sie lebt diese weise Erkenntnis jeden Tag selbst. Einmal pro Tag macht sie – oft zusammen mit ihrem Mann Bernward – einen etwa einstündigen flotten Spaziergang rund um ihren alten, geschichtsträchtigen und  renovierten Schwarzwald-Hof in Fischbach. Und manchmal dehnt sich der Ausflug auch über mehrere Stunden aus. Für beide der perfekte Ausgleich zu den Büro-Arbeiten, die sie ja meistens an einen Stuhl fesseln. Das Buch lebt von dieser wahren, fast täglich erlebten  Begeisterung für Flora und Fauna.  „Wir alle sind mit allem verbunden“ steht da in dem Buch zu lesen und dieser Satz hallt lange nach bei einem Spaziergang mit Dagmar durch die wundervollen Wälder und Wiesen.  Die heilsame Wirkung der wichtigsten Baumarten und sogar 38 Rezepte mit Baum-Essenzen und Tee-Mischungen trugen die beiden Autorinnen zusammen. Es dient als Ratgeber für den Laien ebenso wie für Gesundheitsexperten und enthält auch überlieferte und praxisorientierte Volksmedizin.

Seit 360 Millionen Jahren gibt es schon Bäume auf dieser Erde, sie überstehen Unwetter ebenso wie Katastrophen und liefern den überlebenswichtigen Sauerstoff als Basis für fast alles Leben. Der Mensch verliert immer mehr den Bezug zur Natur und das Buch will den inneren Helfer aktivieren, diese urwüchsigen Kräfte wieder neu zu entdecken und daraus zu schöpfen. Dagmars Lieblingsbaum steht direkt vor ihrem Haus. Sie ist eine uralte Sommerlinde. Sie steht unter besonderem Schutz und  trägt sogar einen Namen: „Paules Linde“. Baum-Riesen wie sie produzieren fast zwei Kilogramm Sauerstoff pro Stunde!

Die Autorinnen schreiben übrigens gerade an einem neuen Buch über Kräuter. Und sie gehen sogar noch einen Schritt weiter und bilden eine für alle offene Gemeinschaft mit Namen „Erdschwestern“ (www.erdschwester.de).  Sie teilen dort ihr Wissen über altes Heilwissen, Gesundheit, Ernährung, Spirituelles und natürliche Schönheit. In der Erdschwestern-Akademie können Interessierte an Seminaren und Treffen teilnehmen. So machen sich immer mehr Menschen auf den Weg zurück zur Natur. Vielleicht steht am Ende des Weges ja wieder so ein faszinierender Baum, der die Menschheitsgeschichte wieder entscheidend verändert...!

 

 

 

Nur wenn es den Bienen gut geht, geht es auch den Menschen gut. Katharina Königsberger macht auf diesen wichtigen Zusammenhang aufmerksam. Die EU verbot jetzt drei für Bienen gefährliche Pestizide. Bild: S. Przewolka

EU macht wichtigen Schritt gegen das Bienensterben

Von Sabine Przewolka

 

Ein wichtiger Schritt gegen das geheimnisvolle Bienensterben ist seit dem gesterigen Sonntag in Kraft. Die Europäische Union hat den Einsatz von drei Pestiziden verboten, die im Verdacht stehen, Bienenvölker zu töten. Die drei umstrittenen Nervengifte, sogenannte Neonicotinoide, dürfen in der Landwirtschaft nicht mehr eingesetzt werden. Damit wird Saatgut vorbehandelt und gleichzeitig machen sie Bienen orientierungslos. Das Thema geht uns alle an! Nur wenn es den Bienen, Hummeln und Schmetterlingen in einer blumenreichen Landschaft gut geht, dann blühen auch wir Menschen auf. Kaum jemand sieht jedoch den Zusammenhang zwischen diesen nützlichen Insekten und unserem eigenen Wohlbefinden.

In ihrem Vortrag während eines „typisch frau“-Events ging Dr. Katharina Königsberger auf das empfindliche Zusammenspiel von intakter Natur am Beispiel Honigbienen und Lebensqualität bei uns Menschen ein. Ihr zur Seite stand Bienenexperte Bernd Möller. Weniger Blumen auf Wiesen und Feldern und damit geschwächte Bienen lassen auch unsere Lebensmittel am Ende der Nahrungskette an wertvollen Inhaltsstoffen verarmen. Die Referentin gab einen interessanten Einblick in einen Völkerstaat voller Insekten, der ganz viele Parallelen zu uns Menschen besitzt und sogar für unsere Gesundheit sorgt. Trotz Natur in Not gibt es aber keinen Grund zur Panik: Jeder kann selbst etwas verändern, indem er einfach ein paar Blumenkästen aufstellt.

Bienen gelten heute eher als stachelbewehrte Störenfriede beim Kaffeetrinken auf der Terrasse oder Capuccino-Schlürfen im Café. Nach einem Vortrag mit Katharina Königsberger sehen Sie diese Insekten allerdings mit ganz anderen Augen. Denn schon Albert Einstein sagte einmal: „Wenn es keine Bienen mehr gibt, stirbt auch der Mensch innerhalb von wenigen Jahren aus.“ Und genau das liegt Katharina Königsberger in ihrem Vortrag am Herzen. Denn jeder kann - nicht nur die EU -  etwas in seinem Garten oder auch nur auf seinem Balkon oder Fensterbrett etwas dazu tun, damit es Bienen, Hummeln und Schmetterlingen in unserer technisierten und blumenleeren Welt wieder etwas besser geht.

Den Bienen ging es vergangenen Winter ganz schlecht, extrem viele Völker starben, weil sie einmal gegen gefährliche Milben keine Abwehrkräfte mehr besaßen. Das liegt daran, dass es ihnen im Frühjahr bei breit blühenden Rapsfeldern zwar gut geht, aber im Juni sinkt die Zahl die Blumen in Wiesen und Feldern rapide ab. Die Bienen verhungern dann regelrecht, weil die Artenvielfalt dramatisch in den vergangenen Jahren abnahm.

Die Bauern gehen immer mehr dazu über, für Bio-Gasanlagen oder ihre Wiesen zu Silage zu verarbeiten. Blühende Wiesen gibt es deshalb immer seltener, denn das Grünland wird mehrmals im Jahr abgemäht. Katharina Königsberger will diese Art der Landwirtschaft nicht verteufeln. Aber für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sinkt dadurch das Nahrungsangebot drastisch. Ihr Appell richtet sich vielmehr an uns Stadtmenschen, durch Wildblumen-Teppiche oder blütenreiche Blumenkästen diesen Mangel abzupuffern. Beim „typisch frau“-Event hielt deshalb Gärtnermeister Hansjörg Senn extra angelegte Blumenkästen bereit, die nur noch angegossen werden müssen und im Frühsommer dann wundervoll zu blühen beginnen.

Katharina Königsberger sieht darin schon ein großes Ziel, den Sinn für mehr Blumen und Blüten in unserem Leben zu schärfen. Eigentlich sollte im Garten das ganze Jahr etwas blühen – und das wirkt sich auch positiv auf unsere Seele aus, nicht nur auf den Hunger von Insekten. Wer weiter gehen will, kann sich auch gerne einen Hobby-Bienenkasten bei sich auf dem Balkon hinstellen oder an eine andere sonnige Stelle im Garten. „Aber die stechen doch!“ mögen sich jetzt manche denken. Stimmt nicht. Im Laufe der Menschheit gelang es besonders sanfte Bienen zu züchten. Deshalb zogen auch bei der Familie Königsberger Bienen auf dem obersten Balkon ihres Hauses ein. Die drei Kinder wünschten sich unbedingt Haustiere und ihre Eltern meinten, wenn dann nur ein Bienenvolk! Früher waren Bienen ein absoluter Selbstläufer. Sie brauchten den Menschen ungefähr 25 Millionen Jahre gar nicht – so lange gibt es die Gattung der Bienen schon – um zu überleben. Heute geht es fast nicht mehr ohne den Einsatz von außen.

Die Gedanken gehen weiter. Denn wenn Kühe Gras ohne Blüten und deren Vielfalt von Inhaltstoffen bekommen, dann geben sie auch eine um viele Inhaltsstoffe ärmere Milch. Bei glücklichen Kühen, die Blumenwiesen zu fressen bekommen, sind beispielsweise die wertvollen Omega-3-Fette wesentlich erhöht gegenüber Grünland-Rindern. Und aus dieser Milch wird dann wieder Käse hergestellt… Katharina Königsberger: „Die Armut in der Landschaft wirkt sich auch auf die Qualität unseres Essens aus.“ Die Regierung erkannte das Problem schon und fördert spezielle Blühstreifen oder das Stilllegen von Ackerland. Katharina Königsberger geht dann noch auf die heilende Wirkung von Honig und anderen Bienenprodukten ein. Wussten Sie, dass Honig auch „die Milch des Alterns“ genannt wird. Honig wirkt gegen alle Alterserscheinungen und sogar Alzheimer, heilt sogar Wunden ab. Propolis, die Kittmasse in den Bienenwaben, gilt sogar als natürliches Antibiotikum.

Das Netzwerk Blühende Landschaft setzt sich dafür ein, das die Landschaften wieder blühen – auch für uns Menschen. Es macht auf die Notlage von wichtigen Insekten aufmerksam, entwickelt mit Verantwortlichen Konzepte und sammelt Mitgliedschaften für Projekte und Öffentlichkeitsarbeit. Homepage www.bluehende-landschaft.de.

Bildtext: Ein Bienenvolk reagiert genauso empfindlich wie der Mensch auf eine veränderte und blumenarme Umwelt. Dr. Katharina Königsberger macht auf diese Zusammenhänge in ihrem Vortrag beim „typisch frau“-Event aufmerksam.     

Im neuen Lidl weht ein Blumenduft

Von Sabine Przewolka

 

Das Herz krampft. Aber es tut nicht weh. Eigenartig fühlt sich das an, den neuen Lidl in Villingen anzusteuern. Heiter und wehmütig zugleich. Einmal die Vorfreude auf Konsum. Und zum anderen kommen Kindheitserlebnisse hoch. Vorher stand da die Gärtnerei Ebert und wir Nachbarskinder gingen dort ein und aus. Das Ende einer Familien-Ära. Bei "typisch frau"-Events  fehlte Blumen Ebert mit Hansjörg Wesely eigentlich auch nie.  

Früher gab es nur ein paar Gärtnereien. Heute gibt es Pflanzen und Sträuße in jedem Discounter. Schwer, da mitzuhalten. Richtig gespenstisch wirkt der nahe Krankenhausparkplatz. Früher kam dort einen freier Platz einem Lottogewinn gleich. Heute gähnende Leere. Noch nicht einmal ein Parkscheinautomat da. Die Zeiten ändern sich eben. Wer in den Spiegel schaut, sieht es auch in seinem Gesicht. Bald keimt hier ein neues Wohngebiet hoch und bietet Wohn- und Lebensraum für ganz viele Menschen. Und für die Familien ist der neue "Lidl" in Villingen an dieser Stelle Gold wert. Und natürlich auch für die, die in die Stadteile Pfaffenweiler oder Tannheim fahren.

Mit gemischten Gefühlen geht es also in den neuen "Lidl" rein. Und siehe da! Auffallend freundlich gehen die Menschen hier miteinander um, ja richtig höflich. Ein bisschen Gärtnerei Ebert steht also nicht nur hinter dem neuen Lidl, sondern weht wie ein herrlich duftender Blumenstrauß auch durch das neue Ladengeschäft hindurch. Und hier jetzt eine freudige Nachricht: Hansjörg Wesely, dessen Vorfahren Ebert und Senn die Gärtnerei Jahrzehnte führten, plant fürs Frühjahr das Eröffnen einer kleinen neuen Gärtnerei. Hier wird es sicherlich wieder diese Kleinodien für Blumenfreunde geben, die wir alle so lieben! Ganz klar wird es dazu auch immer eine kleine Geschichte geben, wo und wann Hansjörg einen Ableger von dieser besonderen Geraniensorte aus einem Italienurlaub mitgenommen und für unseren rauen Schwarzwald vervielfältigt hat. Wir halten Sie auf "kuckuck" auf dem Laufenden!          


Hansjörg Wesely machte als Blumen Ebert gerne bei "typisch frau"-Aktionen mit wie zum Beispiel das Verschenken von 100 Hauswurzen. Bild: S. Przewolka

Zum heutigen Tag der Putzfrau

Von Sabine Przewolka

 

Putzen macht philosophisch: Immer beim Fensterputzen fällt mir der Satz des französischen Philosophen Albert Camus ein: "Man muss sich Sysiphos als einen glücklichen Menschen vorstellen." Der traurige Held aus der griechischen Mythologie, der als Strafe jeden Tag einen Felsblock den Berg hinaufrollt und knapp am Gipfel rollt er ihm wieder hinunter. Sysiphos Geschichte steht für eine tägliche, aber sinnlose Arbeit. Beim nächsten Regen sieht das Fenster genau gleich wie vorher aus.

 

Putzen macht tolerant: Mein Sohn, im Sternzeichen Fische geboren, verwechselt das Wohnzimmer mit einem Aquarium. Dort wirft er im hohen Bogen Bonbon-Papierchen herum wie Fische, die im Wasser Blasen blubbern lassen. Er meint wohl, artengerechte Haltung fängt schon im Wohnzimmer an. Und die Bonbonpapierchen lösen sich wie die Blubberblasen der Fische im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf. Die doofe Mama hebt sie ja im Vorbeilaufen wieder auf!

 

Putzen macht erfinderisch:  Was sich die Menschen nicht alles einfallen lassen, um das Putzen einfacher zu machen. Hier der Sauger-Roboter, dort das streifenfreie Mikrofaser-Wischtuch und ein Sauger, der noch nicht einmal schlafende Tiger weckt. Nur wenn Spüli aus ist, gibt es kein Ersatz.

 

Egal welche Vorzüge jetzt noch auf den Tisch kommen:

 

Putzen macht mich einfach nur aggressiv!

 

 

Barfußlaufen ist gesund - nicht nur für Kinder! Versuchen Sie es auch! Bild: S. Przewolka

Freiheit für die Füße!

Von Sabine Przewolka

 

Schauen Sie mal an sich herunter. Ja, ganz tief da unten, ganz am anderen Ende, sehen Sie dort nicht ihre Füße? Nein? Die stecken in Schuhen drin? Na, dann werfen Sie sie mal im hohen Bogen in die Landschaft und laufen barfuss. Lassen Sie mal Licht und Luft an ihre Füße, die sie tagtäglich durchs Leben tragen. Denen gehört einfach auch mal Urlaub von einengenden Schuhwerk oder Plastikschlappen: Freiheit für die Füße in den Ferien! Für dieses kleine Abenteuer in unserer zivilisierten Welt brauchen Sie nichts zu bezahlen und im Urlaub gibt es sowieso keine Tabus wie Anzug- und Krawattenzwang. Eines sei allerdings vorsichtshalber gleich gesagt: Barfuss laufen macht süchtig!

Denn so ein kleiner Neandertaler steckt in jedem von uns. Und deshalb laufen nicht nur unsere Kinder im Sommer am liebsten ohne Schuhe herum. Auch bei uns Erwachsenen erwacht schnell wieder der Urzeitmensch.

Wieso? Im Internet gibt es regelrechte Barfuss-Fans und die wissen, dass das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers Grundlage jeder Entspannungstechnik ist. Und das Barfusslaufen sei ,,der Ausgleich zur Kopflastigkeit der Zivilisation“. Also dann trabt der Stadtindianer also auf seinen von festem Schuhwerk verpäppelten Sohlen los und schreit beim ersten Steinchen schon Aua. Aber nicht gleich aufgeben, denn genau darin liegt auch der tiefe Sinn und Zweck, warum barfuss laufen so gesund ist: Mit Schuhen setzt der Mensch oft zu hart mit der Ferse auf. Barfussläufer stimulieren dagegen mit federnden Tritt – es könnte ja ein Steinchen unter den Sohle liegen -  die gesamten Fußzonenreflexe. Und eifrige Leser/innen der Seite ,,typisch frau“ wissen ja, dass sich in der Fußsohle der sitzende Mensch widerspiegelt und alle Körperteile so auf wundersame Weise massiert und aktiviert werden. Genau diese Fußzonen steuern auch das übrige Gehen, also von Bein bis Kopf.

Nicht nur Sebastian Kneipp betrachtete das Barfusslaufen deshalb als Gesundheitsvorsorge. Barfußläufer sind selten erkältet und nur eine halbe Stunde barfuss laufen auf kühlem Grund reicht anscheinend, um die ganze Nacht beim Schlafen warme Füsse zu haben.

Barfusslaufende Völker haben besonders gesunde Füsse und Fehlstellungen bilden sich nachweislich unter möglichst viel barfuss laufen zurück. Dadurch werden nicht nur Dutzende von Muskeln, Sehnen und Gelenke trainiert. Wenn die Fußmuskulatur gekräftigt wird, verbessert sich auch die gesamte Statik des übrigen Körpers. Barfuss laufen verhindert deshalb auch Rückenschmerzen, weil der natürliche Bewegungsablauf wieder aktiviert wird. Der unebene Untergrund erzieht zu rücken- und gelenkschonender Laufweise. Schließlich wird bei Venenleiden sogar empfohlen, möglichst oft auf Schuhwerk zu verzichten. Durch die richtige Abrollbewegung des befreiten Fusses setzt sich die Blutpumpe in der Wade in Gang. Auch Menschen, die unter Fußpilz leiden, können sich etwas Gutes tun, wenn sie Luft an die befallene Haut lassen. Fußpilz kann nun mal in trockener Haut nicht leben. Und durch Socken und Schuhe ist die Hautatmung nun mal erschwert.

Eine gut eingelaufene Hornhaut ist geschützt vor Verletzungen durch scharfkantige Steine. Trotzdem braucht keiner zu einem Fakir werden und über ein Stoppelfeld galoppieren. Auch sollten Frostbeulen und Brandblasen vermieden werden. Wer Angst vor Glasscherben hat, der kann ja nur zu Hause auf das Schuhwerk verzichten oder die Ferienzeit mal nutzen, um in einen der zahlreichen Barfußparks in Deutschland gehen. Der nächstgelegene ist im nördlichen Schwarzwald in Hallwangen-Dornstetten bei Horb. Einfach von der Autobahn bei Horb abfahren und in Richtung Freudenstadt weiter, an Dornstetten vorbei nach Hallwangen. Gleich am Ortseingang geht die Beschilderung los.

140 000 Barfussläufer verzeichnet dieser Barfusspark pro Jahr, Sie sind also nicht unter sich! Dann geht es über die 2,5 Kilometer lange Wegestrecke nicht nur mit unterschiedlichen Bodenbelägen, sondern auch lustige Herausforderungen fürs Balancegefühl und Zehengriff. Am besten dürfte den Kindern allerdings der tolle Wasserspielplatz gefallen! Der Eintritt ist frei, es wird nur eine Parkgebühr erhoben. Der Barfusspark ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und dann garantiert frei von Glasscherben und anderen verletzungsträchtigen Gegenständen. Nähere Infos unter Touristinfo Dornstetten, Telefon 07443/ 962030.

Hanne Marquardts Leben sind die Füße, nicht nur weil sie im Sternzeichen Fische geboren wurde. Sie baute in Königsfeld-Burgberg ein europa- wenn nicht gar weltweit einzigartiges Institut für Fußzonenreflex-Therapie aus. Und im Winter lässt sie ihre Schüler/innen auch mal eine Barfussrunde durch den verschneiten Garten drehen. In ihrer Autobiografie ,,Unterm Dach der Füße“ schreibt sie von den ersten Erfahrungen als Kind, als sie sich die Füsse in den noch warmen Kuhfladdern am Wegesrand aufwärmte. So weit braucht das Abenteuer  Barfusslaufen aber nicht gehen. Hanne Marquardts Buch endet damit, dass sie sich freut, am Strand ganz alleine eine Wanderung zu machen und genüsslich den goldgelben Sand durch ihre Zehen rieseln zu lassen, wie sie es als Kind mit den Kuhfladdere getan hatte. Viel Spaß mit diesem Tipp!

Sabine Przewolka

Bildtext: Barfußlaufen ist gesund – nicht nur für Kindern, sondern auch für Erwachsene. Bild: S. Przewolka

 

  

Der B-Punkt

Es gibt so verschiedene Punkte bei uns Frauen, über die sich vor allem Männer ganz genau auskennen. Aber mal Hand aufs Herz: Wer kennt den B-Punkt? Vor allem im Urlaub spüren ihn so viele von uns, die Männer entdecken in manchmal als eine ganz neue Seite an ihren Frauen. Und er ähnelt von den Geräuschen her jedenfalls dem so viel bekannteren G-Punkt. Stöhnen, Ah-Rufe, Seufzen, Booaaah, jaa, jaa, jaaaaa - wenn nicht sogar ein kräftiger Hiiiiiilfe-Schrei! Das ganze Programm also. G-Punkt?
Ja, den kennen natürlich alle.

Laut ,,Sex-Buch für Frauen“, das leider ausverkauft ist, ,,haben Forscher in den vergangenen 15 Jahren bestimmte hochsensible Punkte in der weiblichen Scheide entdeckt" (hört, hört!). Manche Frauen können diese Punkte bei sich nicht finden, andere erklären, dass sie mit Sicherheit zum Orgasmus führen. Beim A-Punkt handelt es sich um eine ziemlich neue Entdeckung. Der Punkt befindet sich in der Mitte zwischen G-Punkt und Muntermund… Der G-Punkt wurde zuerst von Ernst Grafenberg 1944 entdeckt (na klar, kann ja nur ein Mann sein) und in einem Besteller des Jahres 1982 erneut. Es handet sich um einen bohnenförmigen Bereich etwa fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt… Der U-Punkt befindet sich etwa 2,5 Zentimeter vom Scheideneingang entfernt und wird oft mit dem G-Punkt verwechselt…“

A-G-U-Punkte – aber den  B-Punkt hat bis jetzt noch kein Forscher entdeckt. Das ist ganz allein unser, den kennen
eben nur wir Frauen. Und zwar jede. Erkennbar durch Hechelatmung, erhöhten Blutdruckwerten, verstärktem Puls und Gefühlen bis unter die Haarwurzel. Täuschend echt, wie schon erwähnt. Aber doch nicht ehrlich mit Lustgefühlen verbunden. Gerade in den Sommermonaten können ihn aber auch die Männer unschwer bei uns Frauen entdecken. An Baggerseen, am Meer oder in Bergbächen. In Thermalbädern bleibt der B-Punkt allerdings versteckt. Dieses Gekreische gibt es nur in kaltem Wasser.

Ja, genau wenn die Wasseroberfläche schon langsam an den Beinen nach oben gewandert ist und dann über die Bikinizone wandert und schwups, vielleicht so eine böse Welle den B-Punkt erreicht. Die landverbundene Badenerin redet nicht in Kürzeln wie die Städterin. Sie redet nicht vom B-Punkt sondern sagt: ,,Am Schlimmsten ist der Bauchnäbele-Punkt. Wenn ich da drüber bin, ist der Rest kein Problem.“ Warum der B-Punkt so empfindlich ist – keine Ahnung, vielleicht weil kaltes Wasser da die Mitte des Körpers trifft oder wie auch immer. Meine Schwester jedenfalls meint zu meiner Philosophie über den B-Punkt: ,,Alles Quatsch. Kaltes Wasser kommt gar nicht bis zu meinem B-Punkt, das teste ich mit meinem C-Punkt."

 

 Pardon, falsch geschrieben. Zeh meinte sie
natürlich.

 

Sabine Przewolka  

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