kuckuck mit typisch frau, Schülermagazin ultra und Passion Pferde
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Interessant für Familien

Hier können Familien hineinstöbern, die etwas unternehmen wollen und nicht so richtig wissen, was.

Einen Mordsspaß bereitet die Sommer-Rodelbahn in Gutach, nur gut eine ahlbe Autostunde vom Kreisgebiet entfernt und somit gut am Abend als Kurzausflug für die Kinder zu meistern. Bild: S. Przewolka

Im Rausch des Rodelns

Was  Eltern und Kinder beim Schlittenfahren so erleben können



 

Von Sabine Przewolka und Lissy Michna

 

Villingen-Schwenningen/
Mönchweiler - Tag der Rache. Wirf dein Mutterherz voraus und spring‘ hinterher! Aber genau das plumpst in diesem Moment auf dem Berg oberhalb von Gutach mehrere Etagen auf der 1000 Meter langen Sommerrodelbahn hinab ins Tal. Wurgs,  diese komischen Achterbahn-Kufen deuten auf nichts Gutes hin. Die kennt das Unterbewusstsein schon vom Europapark her. Genau das schaltet das rote Lämpchen an. Es verbindet diese Schienen automatisch mit Übelkeit im Bauchgefühl. Die Wägelchen fahren darauf viel zu schnell und scheinen immer kurz davor zu sein, zu Entgleisen. Aber da sitzt ja vor mir mein kleines Engelchen
– wenigstens sieht meine Tochter Lissy mit den langen weißen Haaren genauso aus. 12 Jahre alt, der Liebreiz in Person. Wenn da nicht dieses etwas dreckige Lachen wäre…
Sie sitzt vor mir und hält die Bremshebel in der Hand. Wem es auf der Bahn zu schnell wird, der kann damit die Fahrt der Rodelschlitten stoppen.

 

 Kommentar von Lissy: „Wir sind als Familie zur Rodelbahn nach Gutach gefahren. Meine Mutter stand immer auf einer Brücke, die über die Bahn ging und machte Fotos. Mein Vater fuhr ein paar Mal mit uns. Meine Mutter einmal, doch danach hatte sie keine Lust mehr, weil sie zu langsam für die hinteren war. Doch ich konnte sie überreden, nochmal mit mir zu fahren. Ich sagte ihr, dass sie es mir sagen soll, wenn ich zu schnell bin. Doch oben angekommen meint sie, das ich ruhig schnell machen kann. Also drücke ich den Gashebel ganz durch. Durch das schwerere Gewicht mit einem Erwachsenen
waren wir sogar noch schneller.“

 



Über 10 Jahre zurückgeblättert. Da hört Lissy dieses etwas „dreckige“ Lachen. Sie steht als Zweijährige in ihrem Schneeanzug oben am Schlittenhügel beim Sportplatz von Mönchweiler. Und Muttern sitzt auf diesem ziemlich schnellen Plastik-Bob und versucht ihr Kind zu überreden, mit hinunter zu sausen. Aber dem schwant Übles.
Es stampft mit dem Beinchen auf und sagt laut und deutlich „Nein!“ Doch ihre Mutter scheint das in dem Gejohle auf dem Schlittenhügel nicht gehört zu haben. Sie schnappt sich das Kind, packt es auf den Bob und schwups geht es mit Juchu hinab ins Tal. Das Kind schreit wie am Spieß. Aber der Bob lässt sich, wenn mal in Fahrt, nicht so einfach auf dem Steilstück anhalten. Es gibt nur die Alles-oder-nichts-Lösung. Und deshalb auch erst am Ende der Fahrt die Erkenntnis, wahrscheinlich einen groben Erziehungsfehler gemacht zu haben: „O mein Gott, ich glaube, ich habe mein Kind traumatisiert!“ Es wird mir nie mehr
in meinem Leben vertrauen und sich mit mir zusammen auf einen Schlitten setzen.    

 

…und genau mit demselben dreckigen Lachen stürzt sich meine kleine Elfe mit mir auf  dem Schlitten in die Tiefe. Die ersten paar Meter glaube ich noch fest daran, dass das Sensibelchen doch vor der ersten Kurve die Bremse ziehen wird. Rache ist Blutwurst. Durch Lissys Adern pulst der pure Geschwindgkeitsrausch. Sie lässt es laufen, geht vor mir sogar noch
in Duckstellung, um dem Wind noch weniger Widerstand zu bieten. In der Kurve zerren alle Fliehkräfte an mir und dem Wägelchen, ein Schrei kriecht aus dem tiefsten Inneren und schalt hinab ins Tal. Und nach ihm noch mindestens zehn  andere – in jeder Kurve einer. Zwar steht da mit Schildern „Hier bremsen“. Aber das scheint die kleine Wahnsinnige nicht zu lesen. Vor mir immer nur dieses glückseelige Lachen. Und kein Zug am Bremshebel! Unten hält das Wägelchen von alleine an.

Mir wackeln die Knie. Wie nach einem guten Film im Kino mit Happy End. Alle Helden haben den Showdown überlebt. In diesem Moment weiß ich, es war der Tag der Abrechnung. Jetzt sind wir quitt.



 

 

Info:
Die Sommerrodelbahn in Gutach ist 1150 Meter lang und auch bei leichtem Regen befahrbar, Infotelefon unter 0 78 31/ 965 580. Homepage www.sommerrodelbahn-gutach.de, Preise Erwachsene 1 Fahrt 2,50 Euro, Kinder 2 Euro, sechs Fahrten 12 Euro und 9 Euro. Geburtstagspaket ab zehn Personen: 5 Fahrten, eine Portion Pommes und ein
Getränkt für 8,50 Euro pro Kind, Geburtstagskind umsonst.

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