kuckuck mit typisch frau, Schülermagazin ultra und Passion Pferde
kuckuck             mit                  typisch frau, Schülermagazin ultra und Passion Pferde  

Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

Franz Kafka

 

 

Frauen
schauen anders

 

 

 

Ihre Hände eins mit Mutter Erde. Sie sehen aus wie alte
Lederhandschuhe, gegerbt von Sonne, Wasser und Wind. Oder wie die kahlen,
knorrigen Wurzeln der alten Schwarzwald-Tanne vor dem Bauernhof, die sich aus
dem kargen Boden sprengen. Diese rauen Hände fassen die Gemüse-Setzlinge im
Frühjahr erstaunlich zärtlich an, graben ihnen ein kleines Loch und drücken sie
fest. Anna Haas steht in ihrem Garten mit einer Wollmütze tief im Gesicht, den
Schal mit zwei Knoten festgebunden, die graue Schürze reicht bis zu
dreckverkrusteten Knien. Die jungen Blattspitzen kämmen aus dem Morgentau
lauter Wassertropfen, die in der Sonne in allen Regenbogenfarben wie 1000
Diamanten funkeln. Annas dunkle Augen verraten hintersinnigen Humor. Dunkel
sind sie wie die wetterzerzausten Wälder um ihren Hof zwischen Unterkirnach und
St. Georgen, in dem sie schon seit fast 90 Jahren lebt. Eine lange Zeit - nur
auf einem Flecken, mitten in der urwüchsigen 
Natur, weit weg vom Dorf oder der Stadt.

Die Setzlinge wachsen los und
im Sommer, wenn sich die Felder gelb wie Gold im Wind bewegen, ernähren sie die
Anna. Genauso wie die Schar Hühner, die sie hält und die ihr ein und alles
sind. So wie der Kobisen-Hof, in dem sie schon seit ihrer Geburt lebt und
arbeitet. Hier steht die Zeit still, wohl über Jahrhunderte. Wer das Vertrauen
der Schwarzwälderin erwirbt, die Fremden gegenüber erst scheu reagiert, der
kann sich staunend in die völlig durch Ruß geschwärzte Küche setzen, ein
Speckvesper genießen – und natürlich ein Schnäpsle. Und nebenan bullert dann
der Kachelofen - regelmäßig wie ein Herzschlag. Anna füttert ihn hin und wieder
gedankenverloren mit einem Holzscheid.

Dann setzt die Anna ihre
Mütze ab und plaudert unerwartet gewandt über das Weltgeschehen. ,,Wenn die
Menschen nicht Frieden mit sich schließen, hassen sie und führen Krieg”, sagt sie weise. Aus der Zeitung weiß
sie genau Bescheid über die Politik. Ihr kann keiner etwas vormachen. Seit ihr
Augenlicht nachlässt, hört sie Radio. Schon ein paar Jahre lang brennt
elektrisches Licht in ihrem Hof. Irgendwann einmal wurde in dieses enge Tal mit
den wenigen Häusern Strom verlegt. Der einzige Luxus. Mehr gibt es nicht. Aus
der Einöde fällt ihr Blick dann auf das
Geschehen rund um den ganzen Erdball. ,,Ich bin nicht arm dran”, wehrt sich die
Einsiedlerin, wenn die Besucher sie bedauern, ,,ich bin steinreich.”

Männer hatte Anna nie: ,,Die sterben doch nur weg.” Wie ihre
beiden Brüder. Sie kamen beide nicht aus dem Krieg zurück. Der Kobisen-Hof
erlebte Höhen und Tiefen. Er zählte zu den größten Besitztümern in weitem
Umkreis. Aber es gab auch schattige Nächte. Zum Beispiel wenige Tage vor Ende
des Zweiten Weltkrieges. Plündernde Soldaten kamen an die Türe. Annas Schwester
Regina stellte sich ihnen mit der
Mistgabel in den Weg, um die einzige Kuh im Stall zu verteidigen. Die Soldaten
schoßen die wütende Bäurin einfach tot.

Anna und ihr Bruder Wilhelm leben zuletzt allein im Kobisenhof,
beide kinderlos. Am meisten mögen die beiden den Herbst, wenn von der großen
Linde vor dem Haus die bunten Blätter in das Dunkelgrün der Wiesen wehen. Anna
nennt ihren Bruder nur ,,der Bauer” oder ,,der Chef”. Und trotzdem macht sie
den ganzen Tag, was sie will. Dann stirbt auch er und sie wohnt ganz alleine
mit ihrer Hühnerschar und einer getigerten Katze in ihrem Haus, wo die
Holztreppen in den düsteren Gängen so herrlich knarren und der kalte Sturm am
Dachfirst rüttelt. Sie lacht wie eine Hexe, laut und schrill, wenn Besucher vor
diesen Geräuschen erschaudern. Für sie ist es reinste Musik, wohlbekannt von
Kindheit an. Und ihr ist noch nie etwas Schlimmes in diesem Haus geschehen.

Eines Tages im November, die
ersten Schneeflocken sanken vor den kleinen Holzfenstern schon nass und schwer
nieder wie Perlen, fällt sie die Treppe zum Keller hinunter und bricht sich die Hand. In ihrem Schmerz verliert sie
die Orientierung und tastet sich immer weiter in den stockdunklen Gewölbekeller
hinein. Dort am Ende bleibt sie erschöpft
liegen, fragt sich, ob sie schon tot oder noch lebend sei – und weiß keine
Antwort. Einerseits spürte sie große Angst, was nun mit ihr passieren wird.
Aber andererseits spürt sie auch eine warme Geborgenheit. Wenn schon, dann will
sie gerne hier sterben, in ihrem geliebten Kobisenhof. Plötzlich, nach schier
unendlich langer Zeit, sieht sie ein gleißendes Licht auf sich zukommen. ,,Ist das der Tod?” fragte sie. ,,Nein,
Kobisen-Anna, hier ist die Polizei und wir kommen zu dir, um dir zu helfen!”
hört sie eine Stimme. Ein aufmerksamer Nachbar, dem es komisch vorkam, dass die
alte Frau nicht wie gewohnt tagsüber mal im Garten zu sehen war, alarmierte die
Helfer. Im Krankenhaus kommt die stark unterkühlte Bäuerin schnell wieder auf
die Füße. Aber sie kann sich durch die gebrochene Hand nicht mehr selbst im
Kobisenhof versorgen. Deshalb wohnt sie bei Verwandten bis zu ihrem Tod -
wenige Monate später.

Den denkmalgeschützten Kobisenhof verkauften Anna und ihr Bruder
schon zu Lebzeiten an die Stadtverwaltung. Dafür erhielten sie eine Rente
monatlich auf ihr Bankkonto. Anna Haas verbrauchte das Geld nicht, sie lebte
ohne große Wünsche von den grasgrünen Setzlingen, die sie mit viel Hingabe in
der kühlen Höhenlage aufzog und erntete. Sie tastete dieses im Laufe der Jahre
anwachsende Vermögen nicht an. Anna lebte weiter von ihren Kohlköpfen, Salaten
und Bohnen im Garten, aß Eier und Pfannkuchen und verwöhnte sich ab und zu mit
einem Gläschen Schwarzwälder Kirsch. Nach ihrem Tod vererbte sie der Stadt aber
über eine halbe Million Mark für einen neuen 
Kindergarten.

Oft blieben Spaziergänger
stehen, wenn sie die alte, gebückte Frau in ihrem Garten zwischen all dem
Grünzeug sahen, die bunte Hühnerschar um sich herum und sprachen sie an.
Manchmal, nicht immer, kam die scheue Schwarzwälderin dann an den Zaun und
plauderte ein paar Worte. Und wenn sie die Wanderer dann fragten, wie sie es
denn in dieser himmelschreienden Einsamkeit aushalte, dann rieb sich Anna die
erdverschmierten Hände an ihrer Schürze sauber und antwortete nur mit einem
vollkommen glücklichen Lächeln aus ihrem zahnlosen Mund.

 

Isabelle
hält noch die Zeitung in der Hand, in der sie diese kleine Meldung kurz zuvor
gelesen hatte, bis ihr die Augen zufallen und sie in diesen eigenartigen Traum über die Kobisen-Bäuerin gerät.
Eigentlich setzte sie sich beim Spülen nach dem Mittagessen nur ganz kurz in
den speckigen Leder-Sessel, weil die schlaflosen Nächte mit den Kindern an
ihren Kräften zerren. Jetzt braucht sie einen kurzen Moment, weil sie in dieser
Welt zwischen Wachen und Schlafen nicht auf Anhieb weiß, wo sie sich gerade
wirklich befindet. Da fällt ihr Blick wieder auf diese kleine Notiz:

 

Kobisen-Anna vererbt

der Stadt ein Vermögen

 

St. Georgen - Anna Haas, die im Kobisenhof in einem tiefen Seitental
in Oberkirnach bei St. Georgen lebte und im Dezember 1996 im 90. Lebensjahr
verstarb, vererbt der Stadt 600 000 Mark. Noch zu ihren Lebzeiten, in den
80er-Jahren, verkauften Anna Haas und ihr Bruder Wilhelm den Kobisenhof an die
Stadt auf Basis einer Leibrente. Nach ihrem Tod vererbte sie der Stadt 600 000
Mark. Die Erbschaft wurde zum Bau des Kindergartens Weidenbächle verwendet. Den
Kobisenhof verkaufte die Stadt einige Jahre nach dem Tod von Anna Haas an eine
Familie, die heute eine ökologische Landwirtschaft betreibt und den Hof unter
den Maßstäben des Denkmalschutzes saniert und ausbaut. Der Hof selbst wurde
schon 1450 erstmals erwähnt. Er war das größte zusammenhängende Besitztum in
Oberkirnach. In der heutigen Form wurde er 1867 gebaut. Die Familie Haas
bewirtschaftete das Anwesen bereits in fünfter Generation. Diese Tradition
brach wegen der Kinderlosigkeit dann ab.

 

 

Dazu fällt Isabelle spontan
eine Szene aus ihrem Familienleben ein. Alle 
lachen sich kaputt. Die fünf Jahre alte Tochter Lissy führt vor, wie
Altsein aussieht. Sie stützt sich tief gebückt auf einen Stock und humpelt
herum, dann setzt sie noch eins drauf und kneift ein Auge zu, krächzt dazu in
den höchsten Tönen. Und plötzlich bleibt Isabelle das Lachen im Halse stecken.
Wollte sie wirklich auch sooooo alt
werden? Nein! Natürlich niemals!

Sie stellt sich da was ganz
anderes vor. Im grün-weiß-geringelten Etuikleid, zur Farbe genau passend ihr
Traum-Mercedes-Cabrio. Nein, der braucht keine runden Kotflügel, es reicht
wirklich das ältere Modell mit den eckigen, das lässt sich vielleicht auch mit
einer Rente finanzieren. Vorne finden genau zwei erwachsene Menschen Platz,
vielleicht ihr Mann auf dem Beifahrersitz aber auf jeden Fall Isabelle am
Steuer. Hinten passt nur noch ein Vesperkorb hinein. Keine Kindersitze oder
-wagen, keine Fahrräder.

Und dann geht´s ab in die
Natur, das Radio voll aufgedreht. Es muss nicht ,,Born to be wild“ sein. Es genügt auch ein Woodstock-Klassiker, Frank Zappa
und Cat Stevens wären auch okay, oder einfach was zum Headshaken. Also etwas,
um die Mähne zu schütteln. Mähne? Tragen Omas ihre Haare überhaupt offen? Die
wenigsten. Die tragen aber auch keine Etuikleider. Aber Isabelle schon. Eine weiße Matte. Da freut sie sich
schon drauf, besser als dieses ,,Pfeffer und Salz“. Und irgendwo in diesem
wunderbaren Schwarzwald findet sich dann ein Plätzlich, wo sich die Schuhe in
hohem Bogen ins Gras werfen lassen, wo es nach Wiese duftet und Sommerwind, wo
die Gedanken frei bis zum Horizont schweifen können. Kein Zeitdruck mehr, ich
muss noch dies, ich sollte noch das. Nur noch Zeit für sich und den Partner an
Isabelles Seite. Wahrscheinlich lässt sich einer der Enkel durch das
kinderunfreundliche Cabrio nicht abschütteln, kauert sich auch noch auf die
Rücksitzbank, aber Hauptsache dabei - aber das macht nichts. Auf einen mehr
oder weniger kommt es nicht an. So Altsein wird toll sein.

 

 

Dieser eine Blick blieb bei
Isabelle haften. Ausflug mit den Kinder im Frühjahr in die Stuttgarter
Wilhelma. Alles grünt und blüht und alle Tiere haben Junge. Gibt es eine
schönere Jahreszeit? Und da drücken wir uns am Gorilla-Gehege an der Scheibe
die Nasen platt. Och wie süüüüüüüüß! Eine Affenmama sitzt nur einen Meter weit
entfernt vor der Fensterscheibe, umarmt ganz innig ihr Junges, das genüsslich
an ihrem Busen nuckelt. Ein Bild voller Frieden und Harmonie. Und dann dreht
die Affenmutter ihren Kopf zu uns und dieser Blick geht Isabelle überhaupt nicht mehr aus dem Kopf. Aus ihren
Augen strahlte pures Mutterglück und ein unglaublicher Stolz über ihr Kind -
voller bedingungsloser Liebe. Sie würde alles für ihr Baby tun, es vor den
größten Feinden beschützen und alle Bedürfnisse erfüllen. Sie schaute zu uns,
als ob sie sagen wollte: ,,Gibt es ein schöneres Baby auf dieser Welt als meines?“

Eine Menschenmutter mit ihrer Tochter neben ihr bemerkte auch
diesen vielsagenden Blick und sagte versunken: ,,Wenn man manchmal verstehen
könnte, was diese Tiere denken…“ Und da dreht sich die Affenmutter nochmals zu
ihren Betrachterinnen hin und irgendwie sah es aus, als ob sie sagen wollte: Na
ja, Euere sind auch nicht schlecht… Diese primitive Affenmutter hat es voll
drauf. Und was machen wir Menschen? Plötzlich erinnert sich Isabelle hinter der
Scheibe an die tot geprügelten Kevins, aus dem Fenster geworfenen und in Klos
erstickten Babys und zu Tode verhungerten Kinder in dunklen Verließen. Und da
fragt sie sich: Wer ist hier eigentlich das Tier?

 

Isabelles Welt scheint
nämlich nur oberflächlich der graue Hausfrauen-Alltag zu sein. Erstaunlich, was ihr Satz ,,500 Gramm
Schinken bitte!“ an der Wursttheke im Edeka plötzlich auslöst. Na ja, ehrlich
gesagt erst der kleine Nebensatz ,,…wir sind eine große Familie“. Der
mitleidige Blick der Wurstverkäuferin sagt eigentlich schon alles. Aber dann meint
sie auch ganz konkret: ,,Ja, ja, Kinder sind teuer…“ Ganz klar, so schnell läßt
sich Isabelle natürlich nicht den Wind aus den Segeln nehmen und kontert pro
Kinder: ,,…es sind eben auch Investitionen in die Zukunft“. ,,Gewonnen!“ denkt
sie so bei sich. Puh, nun aber schnell rüber mit dem Schinken und ab noch an
die Käsetheke, brauche noch ein paar Happen fürs Geburtstagsfest heute abend.
Isabelle hat aber nicht mit der Wurstverkäuferin gerechnet. Die bläst nämlich
innerlich zum Halali. Denn die Mundwinkel erheben sich nicht, wie sie sich das
so vorstellte. Nein, sie sagt spitz, schlicht und bündig: ,,Man weiß ja
schließlich nicht, wo das noch alles hinführt.“

Peng! Da steht Isabelle
Angesicht in Angesicht mit der Apokalypse. Irgendwie schon skuril, aber das ist
das wahre Leben: Mitten im ganz hundsgewöhnlichen Einkauf blickt sie sehenden
Auges in den Weltuntergang. Weg sind die Gedanken an ,,Ich muss noch an
Katzenfutter denken“ oder ,,Hoffentlich sind nicht wieder alle Lauffener
Schwarzriesling weggekauft“. Nein. Alles völlige Nebensache. Die Dame an der
Wursttheke bringt Isabelle plötzlich auf den Boden der Tatsachen. Chemieseuchte
Gewässer, blutige Terroranschläge, elende Hungersnöte. All das taucht vor ihrem
inneren Auge auf. Da fällt ihr Martin Luther ein und sie zitiert geschwind:
,,…und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch
ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Da huscht endlich ein Lächeln über das Gesicht der
Wurstverkäuferin und sie reicht über ihre Theke zwei Lyonerscheiben an die
Kinder. Aha, doch Investitionen in die Zukunft. ,,Geht doch!“, denkt Isabelle
bei sich und sagt ganz lieb ,,Dankeschön!“.

 

Kapitel 2

Das Einfachte das Beste

 

Schauen Sie mal an sich
herunter. Ja, ganz tief da unten, ganz am anderen Ende, sehen Sie dort nicht
ihre Füße? Nein? Die stecken in Schuhen drin? Na, dann werfen Sie sie mal im
hohen Bogen in die Landschaft und laufen barfuss. Lassen Sie mal Licht und Luft
an ihre Füße, die sie tagtäglich durchs Leben tragen. Denen gehört einfach auch
mal Urlaub von einengenden Schuhwerk oder Plastikschlappen: Freiheit für die
Füße in den Ferien! Für dieses kleine Abenteuer in unserer zivilisierten Welt
brauchen Sie nichts zu bezahlen und im Urlaub gibt es sowieso keine Tabus wie
Anzug- und Krawattenzwang. Eines sei allerdings vorsichtshalber gleich gesagt:
Barfuss laufen macht süchtig!

Denn so ein kleiner
Neandertaler steckt in jedem von uns. Und deshalb laufen nicht nur unsere
Kinder im Sommer am liebsten ohne Schuhe herum. Auch bei uns Erwachsenen
erwacht schnell wieder der Urzeitmensch.

Wieso? Im Internet gibt es
regelrechte Barfuss-Fans und die wissen, dass das bewusste Wahrnehmen des
eigenen Körpers Grundlage jeder Entspannungstechnik ist. Und das Barfusslaufen
sei ,,der Ausgleich zur Kopflastigkeit der Zivilisation“. Also dann trabt der
Stadtindianer also auf seinen von festem Schuhwerk verpäppelten Sohlen los und
schreit beim ersten Steinchen schon Aua. Aber nicht gleich aufgeben, denn genau
darin liegt auch der tiefe Sinn und Zweck, warum barfuss laufen so gesund ist:
Mit Schuhen setzt der Mensch oft zu hart mit der Ferse auf. Barfussläufer
stimulieren dagegen mit federnden Tritt – es könnte ja ein Steinchen unter den
Sohle liegen - die gesamten
Fußzonenreflexe und so werden alle Körperteile auf wundersame Weise massiert
und aktiviert. Genau diese Fußzonen steuern auch das übrige Gehen, also von
Bein bis Kopf.

Nicht nur Sebastian Kneipp
betrachtete das Barfusslaufen deshalb als Gesundheitsvorsorge. Barfußläufer
sind selten erkältet und nur eine halbe Stunde barfuss laufen auf kühlem Grund
reicht anscheinend, um die ganze Nacht beim Schlafen warme Füsse zu haben.
Barfusslaufende Völker haben besonders gesunde Füsse und Fehlstellungen bilden
sich nachweislich unter möglichst viel barfuss laufen zurück. Dadurch werden
nicht nur Dutzende von Muskeln, Sehnen und Gelenke trainiert. Wenn die
Fußmuskulatur gekräftigt wird, verbessert sich auch die gesamte Statik des
übrigen Körpers. Barfuss laufen verhindert deshalb auch Rückenschmerzen, weil
der natürliche Bewegungsablauf wieder aktiviert wird. Der unebene Untergrund
erzieht zu rücken- und gelenkschonender Laufweise. Schließlich wird bei
Venenleiden sogar empfohlen, möglichst oft auf Schuhwerk zu verzichten. Durch
die richtige Abrollbewegung des befreiten Fusses setzt sich die Blutpumpe in
der Wade in Gang. Auch Menschen, die unter Fußpilz leiden, können sich etwas
Gutes tun, wenn sie Luft an die befallene Haut lassen. Fußpilz kann nun mal in
trockener Haut nicht leben. Und durch Socken und Schuhe ist die Hautatmung nun
mal erschwert.

Eine gut eingelaufene
Hornhaut ist geschützt vor Verletzungen durch scharfkantige Steine. Trotzdem
braucht keiner zu einem Fakir werden und über ein Stoppelfeld galoppieren. Auch
sollten Frostbeulen und Brandblasen vermieden werden. Wer Angst vor
Glasscherben hat, der kann ja nur zu Hause auf das Schuhwerk verzichten oder
die Ferienzeit mal nutzen, um in einen der zahlreichen Barfußparks in
Deutschland gehen. Hanne Marquardts Leben sind die Füße, nicht nur weil sie im
Sternzeichen Fische geboren wurde. Sie baute in Königsfeld-Burgberg ein europa-
wenn nicht gar weltweit einzigartiges Institut für Fußzonenreflex-Therapie aus.
In ihrer Autobiografie ,,Unterm Dach der Füße“ schreibt sie von den ersten
Erfahrungen als Kind, als sie sich die Füsse in den noch warmen Kuhfladen am
Wegesrand aufwärmte. So weit braucht das Abenteuer Barfusslaufen aber nicht gehen. Hanne Marquardts Buch endet
damit, dass sie sich freut, am Strand ganz alleine eine Wanderung zu machen und
genüsslich den goldgelben Sand durch ihre Zehen rieseln zu lassen, wie sie es
als Kind mit den Kuhfladen getan hatte.

 

Isabelle liebt das Landleben.
In ihrem Haus wohnen nicht nur viele Kinder und ihr Mann, sowie zahlreiche
Tiere. Im Garten grünt und blüht es an allen Ecken und Enden. Ach herrje, nur
ihr Basilikum lässt die Blätter hängen.
Da sage noch einer, wir Frauen wären sensibel! Kein vergleich zu einem
Basilikum. Er steht in der Küche am Fenster, weil er Schwarzwälder Kaltluft von
draußen überhaupt nicht verträgt. Da ärgert er sich regelrecht schwarz. Also
hätschelt und tätschelt Isabelle das mediterrane Gewächs schön warm und sonnig
hinter Glasscheiben. Uuuuh, einmal nicht genug gegossen und schon hängt ein
gelbes Blatt herab. Mein Gott! Da lobt sie 
ihre Kakteen, die sind nicht so. Mal eine Woche kein Wasser macht denen
gar nichts aus. Aber die Erde ist feucht, Durst hat der Basilikum also nicht.
Isabelle mag diesen herzhaften
Italiener einfach und macht sich Sorgen. Nicht nur, weil er Tomatensalat und
–soßen einfach das gewissen Etwas gibt in Zeiten, wo bei uns der Schnittlauch,
na ja, nicht gerade volles Rohr gibt. Und die Schnecken absoluten Kahlfraß an
der Petersilie veranstaltet haben. Da kommt ihr dann der Basilikum gerade recht.

,,Oje, der wird doch nicht
etwa?“ schießt es ihr plötzlich durch den Kopf. Natürlich! Pflanzen haben auch
Gefühle! Und was muss die Pflanze da an ihrem 
Küchenfesnter tagtäglich durchgemacht haben. Jeden Tag ein paar Blätter
weniger. Abgeschnitten mit einem scharfen Messer und hinein in eine heiße Soße,
gefuttert von hungrigen Mäulern. Ein ganz klarer Fall von ,,Backster-Effekt“.
1966 entdeckte Cleve Backster, führender amerikanischer
Lügendetektor-Spezialist an seiner Lieblingspflanze etwas ganz Erstaunliches.
Sie regierte ähnlich auf seine Gedanken
mit Ausschlägen am Detektor, die Menschen in Angstsituationen ähnelten. Haben
Pflanzen Gefühle? Fragte sich der Wissenschaftler und startete eine ganze Reihe
von Experimenten – die heute allerdings von anderen Wissenschaftlern stark
kritisiert und in Zweifel gezogen werden. Backster fand für sich heraus, dass
Pflanzen eine Art von Nervensystem besitzen und Gedanken wahrnehmen und
Schmerzen spüren können. Seine Versuchspflanzen zeigten beispielsweise keine
Reaktion darauf, wenn er ihnen ein Blatt in einen heißen Kaffee tauchte. Aber
sie reagierten, wenn er den Gedanken dazu fasste, mit starken Ausschlägen auf
dem Detektor. Sie verfügen über Gedächtnisfelder, um sich an Schmerzen zu
erinnern. ,,Ich glaube fest daran, dass mein Basilikum aufgrund der täglichen
Folter durch Schmerzen meines Gemüsemessers depressiv wurde und sich deshalb so
hängen lässt“, spricht Isabelle so quer über den Basilikumtopf zu ihrer Tochter
Maxi. Übrigens: Rund die Hälfte aller Deutschen sprechen mit ihren Pflanzen,
natürlich mehr Frauen (27 Prozent) als Männer (20 Prozent). ,,So ein Quatsch“,
antwortet die Zehnjährige prompt, ,,dein Basilikum hat keine Gefühle, sondern
Blattläuse…“

 

 

wird noch bearbeitet und fortgesetzt!   

 

 

 

 

 

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