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Wirklich echte Freunde treffen

Von Sabine Przewolka

 

Freunde treffen im richtigen Leben: Dieser geniale Schachzug für ein intaktes Vereinsleben gelang der Historischen Narrozunft Villingen mit der Sanierung der Zehntscheuer und damit auch ihrer neuen Zunftstube. Im Zeitalter virtueller Kontakte füllen sich jeden Freitagabend und am Samstagmorgen sich die Räume mit echten Menschen unterschiedlichen Alters, zum Teil sogar bis auf den letzten der insgesamt 110 Plätze. Und alle dürfen kommen, auch Nichtmitglieder. Trotzdem sehen sich die Macher der Narrozunft nicht als Konkurrenz zur Gastronomie. „Unser Publikum kommt hier her, um bekannte Gesichter zu sehen. Sonst bleiben sie eher zu Hause“, meint Zunftwirt Christoph Langenbacher und eigentlich gehört da auch seine Frau Bettina mit ins Schlepptau und ganz viele ehrenamtliche Helfer. Denn während der Öffnungszeiten helfen rund zehn Ehrenamtliche, damit jeder möglichst schnell sein Essen und Trinken erhält.

Nach einem Aufruf von Zunftmeister Joachim Wöhrle meldeten sich ganz viele Freiwillige, nicht nur unter den insgesamt 4200 Mitgliedern, sondern auch aus deren Freundeskreis. Der Geist der Zehntscheuer – für Gottes Lohn zum Wohle einer breiten Gemeinschaft seine Energie einzubringen - weht also auch nach den Bauarbeiten weiter durch dieses bildschön renovierte historische Gebäude. Und trotzdem kommen hier am Samstagmorgen auch gerne Familien mit ihren Kleinkindern her. Das rustikale Mobiliar hält auch kleine Racker gut aus, die sich dort im Freilauf tummeln dürfen – denn die Mitglieder kennen die Mäschgerle teils mit Namen. Und die schwere Eingangstüre lässt sich von Kleinkindern nicht zur Straße hin öffnen. So können auch Papa und Mama gemütlich hier ihren Cappuccino genießen.

Die kleine Karte lässt für solche Capriolen Spielraum, ebenso für Flammkuchen und Wurstsalat mit Bratkartoffeln. Die lösen übrigens Schwärmereien im großen Stil aus, so fein in Butterschmalz gewendet schmecken sie. Den Erlös aus dem Zehntscheuer-Betrieb braucht die Narrozunft für die Sanierungskosten in Höhe von 700 000 Euro, die auch durch 22 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit nicht zu schmälern waren – aber durch viele Spenden. Auch hier zeigt sich der große Gemeinschaftssinn, der in der Narrozunft auch Berge von Schulden versetzen kann. Jetzt erzählt nicht nur die Zehntscheuer mit ihrem alten Gebälk Geschichten, sondern auch ein riesiges Ölgemäde an der Wand vom Bau des zweiten Villinger Münsterturms im Mittelalter. Und beim runden große Stammtisch fällt der Blick gleich auf das mit Nägeln eingeschlagene Eisernen Kreuz und die Jahreszahl 1914. Der Tisch stand einst im Gasthaus „Ott“ und die Nägel stehen für eine einzigartige Spendenaktion für die Lanzer im Krieg, denen Esspakete an die Front geschickt wurden.

Die Zunftstube in der Zehntscheuer ist freitags 19 bis 22 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr geöffnet. Am 14. März steht das Frühstück unter dem Motto „Fastenzeit und mehr“. Karten gibt es im Vorverkauf bei Schuhmacherei Keller in der Kanzleigasse 3 in Villingen.

Bildtext: - Vor allem Stammtische kommen jetzt in die neue Zunftstube der alten Zehntscheuer, die die Historische Narrozunft Villingen als Vereinsdomizil ausbaute – und dort alle Gäste willkommen heißt. Foto: Sabine Przewolka

  • Zunftwirt Christoph Langenbacher (links) und ein großes Helferteam bewältigen den Ansturm am Freitag und Samstag.

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